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Max Herz-Haus
Die Autonome stationäre Wohngemeinschaft

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Mit dieser neuen Wohnform für demenziell Erkrankte, die sich beim Einzug in die Gruppe in den Anfangsstadien der Krankheit befinden, haben wir ein Modell im Modell geschaffen.

Es ist uns gelungen, die Grundgedanken der sich immer mehr verbreitenden ambulant betreuten Wohngemeinschaften in den Betrieb einer stationären Einrichtung zu übertragen.

Die AsWG, wie wir sie kurz nennen, lebt in der Tagesorganisation vollkommen unabhängig (deshalb autonom) vom allgemeinen Heimbetrieb. Das heißt zum Beispiel, dass diese Gruppe für sich selbst kocht und das dazu Erforderliche einkauft, dass die Wäsche der Gruppe in der eigenen Waschküche versorgt wird und dass die pflegerische Versorgung, wie im Stadtteil zu Hause, von einem ambulanten Pflegedienst erbracht wird.

Im Mittelpunkt der Gruppe steht das gemeinschaftliche Wohnen und Leben, wie in einer guten Familie. Die Bewohner werden durch ihren Alltag von so genannten Alltagsbegleiterinnen begleitet.

Die beteiligten Berufsgruppen achten gemeinsam darauf, dass die Bewohner ihre vorhandenen Fähigkeiten einsetzen und verloren gegangene nach Möglichkeit reaktiviert werden.

Die Angehörigen sind, im Übrigen in allen Wohngruppen, keine Besucher, sondern Teil des Ganzen. Sie können sich, je nach Zeit und Möglichkeiten, in das Geschehen der Gruppe einbringen.

Familienbetrieb

In der Gruppe leben 10 Bewohner, die jeweils über ein eigenes Zimmer mit circa 25 m² sowie eines Sanitärbereiches verfügen. Gemeinsam wird ein großes Wohnzimmer mit circa 80 m² bewohnt, in welches der Küchenblock integriert ist.

Die schon erwähnte Waschküche befindet sich innerhalb der Gruppe. Eine große Terrasse führt an drei Seiten um das Gebäude herum, so dass von allen Zimmern, mit Ausnahme von einem, ein unmittelbarer, ebenerdiger Zugang zur Terrasse möglich ist.

Die Mitarbeiter leben während ihrer Anwesenheit in der "Autonomen stationären Wohngemeinschaft" mit den demenziell Erkrankten in einer Gemeinschaft, die einem positiv besetzten Familienleben entspricht. Notwendige Pflegeleistungen werden, wie in der häuslichen Wohnsituation im Stadtteil, punktuell erbracht. Durch das Leben in der "Familien-Gruppe" werden die Kranken in ihrem Alltagshandeln gefördert, sie können ihre vorhandenen Ressourcen in das Gemeinschaftsgeschehen einbringen, beziehungsweise werden dazu animiert und befähigt.

Ressourcenorientierung

Im Gegensatz zum Leben in einer traditionellen vollstationären Wohngruppe eines Pflegeheimes wird in der "Autonomen stationären Wohngemeinschaft" der Weg einer sich weitgehend selbst versorgenden Wohn- und Lebensgemeinschaft beschritten.

In der neuen Betreuungsform sollen die Kranken nur die Hilfe und Unterstützung erfahren, die sie in ihrem jeweiligen Krankheitsstadium benötigen. Diese Hilfe erbringen die Mitarbeiter sowie die Mitglieder der Gruppe gegenseitig.

Die Zielerreichung wird durch die Wohnform, bei welcher die Betonung auf "Wohnen" liegt, die krankheitsbedingten Defizite nicht bestimmend sind und das pflegerische Handeln nicht das dominierende Element ist, gefördert.

Mitarbeiter-Mix

Die Gruppenmitglieder werden von so genannten Alltagsbegleiterinnen, die beim Pflegeheim angestellt sind, durch den Tag begleitet und in ihren Handlungen unterstützt.

Die erforderliche Grund- und Behandlungspflege kauft das Pflegeheim bei einem ambulanten Pflegedienst ein und verrechnet nach Zeitaufwand (nicht nach Leistungskomplexen wie in der sonstigen ambulanten Versorgung). Diese Mitarbeiterinnen sind beim ambulanten Dienst angestellt.

Zur Unterstützung in der Hauswirtschaftsführung kauft sich das Pflegeheim die erforderliche Zeit und Qualität bei einer Servicegesellschaft ein. Diese entsendet ihre Mitarbeiterinnen in die AsWG.

Wichtig ist in allen drei Berufsgruppen, dass eine möglichst hohe Kontinuität erreicht und damit ein ständiger "Gesichterwechsel" vermieden wird.

Entscheidend für die Atmosphäre in der Gruppe ist, dass die Mitarbeiterinnen, obwohl von verschiedenen "Entsendern", vor Ort miteinander harmonieren.


Albertinen-Haus
Zentrum für Geriatrie u. Gerontologie
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