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Lexikon der Medizin

Chemotherapie

Form der medikamentösen Therapie.

Der Begriff drückte früher den Gegensatz zur Anwendung pflanzlicher Mittel aus. Ursprünglich bezog sich dies auch auf die Behandlung von Infektionen (zum Beispiel Tuberkulose). Inzwischen eigentlich ausschließlich verwendet für die Behandlung von bösartigen Erkrankungen mittels Zellgiften.

Hierbei kommt es nicht darauf an, ob diese pflanzlichen Ursprungs sind, aus Bakterien gewonnen werden, oder vollsynthetisch hergestellt – auch nicht darauf, ob sie dem Patienten als Tablette, Spritze oder Tropfinfusion zugeführt werden. Gemeint sind Stoffe, deren wichtigste Eigenschaft darin besteht, entarteten Zellen einen solchen Schaden zuzufügen, dass sie absterben und zugleich gesunde Gewebe möglichst wenig zu beeinträchtigen.

Typisch für Chemotherapie im Gegensatz zu OP oder Bestrahlung ist auch, dass meist der Transport der Medikamente mit dem Blutstrom ihre Verteilung im gesamten Organismus bewirkt. Normalerweise werden sie also gerade dann eingesetzt, wenn es sich nicht um die Behandlung eines einzelnen abgegrenzten Tumorknotens handelt, sondern man eine Streuung oder ein Streuungsrisiko behandeln möchte.

Chemotherapie wirkt meist dadurch, dass sie im Tumor Erbinformationen zerstört. Dies kann sie leider auch in gesundem Gewebe tun, woraus einige typische (wenngleich nicht immer auftretende) Nebenwirkungen resultieren wie Haarausfall oder Einschränkung der Infektabwehr.