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Lexikon der Medizin

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Pankreas

Das Pankreas ist der medizinische Fachbegriff für die Bauchspeicheldrüse, ein quer im Oberbauch liegendes Drüsenorgan. Die von ihr gebildeten Verdauungsenzyme werden über einen Ausführungsgang in den Zwölffingerdarm abgegeben. Diese Verdauungsenzyme spalten Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette der Nahrung im Darm in ihre Grundbestandteile und zerkleinern sie damit in eine von der Darmschleimhaut aufnehmbare Größe. Darüber hinaus werden in der Bauchspeicheldrüse Hormone gebildet, die direkt an das Blut überführt werden. Sie sind vor allem für die Regulation des Blutzuckerspiegels (über die Hormone Insulin und Glucagon) sowie von Verdauungsprozessen verantwortlich.

Pathologie

Lehre von den abnormen und krankhaften Vorgängen und Zuständen im Körper und deren Ursachen. Im klinischen Wortgebrauch ist meist die Fachdisziplin gemeint, die feingewebliche, mikroskopische Befunde von Gewebeproben eines Patienten erstellt.

PDCA

PDCA steht für Plan – Do – Check – Act und beschreibt einen Prozess der kontinuierlichen Verbesserung.

  • Im Plan werden Regelungen und Verantwortlichkeiten festgelegt, beispielsweise in Form von Verfahrensanweisungen, Stellenbeschreibungen, Richtlinien etc.
  • Das Do steht für die Durchführung.
  • Durch das Check soll die Durchführung überprüft werden, dies geschieht durch Kennzahlen, Begehungen, Befragungen etc.
  • Durch die Ergebnisse des Check sollen dann als Act Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung abgeleitet werden, die wiederum in ein neues Plan einfließen.

Perforation

Durchbruch oder die Durchstoßung eines Gewebes oder Hohlorgans wie Magen oder Darm. Die Perforation eines Bauchorgans führt in der Regel zur Bauchfellentzündung und muss notfallmäßig operiert werden.

pH-Metrien

Messung des Säuregrades mit einer dünnen Sonde im Bereich des Magens und Speiseröhre insbesondere bei Sodbrennen. Hier kann eine 24-Stunden-Untersuchung ambulant durchgeführt werden.

Pilates

Ganzheitliches Körpertraining, in dem vor allem die tief liegenden, kleinen, aber meist schwächeren Muskelgruppen angesprochen werden, die für eine korrekte und gesunde Körperhaltung sorgen sollen.

Das Training schließt Kraftübungen, Stretching und bewusste Atmung ein. Prinzip dieser Methode sind Muskelkräftigung, Verbesserung der Kondition und Bewegungskoordination, der Körperhaltung, Anregung des Kreislaufes und eine erhöhte Körperwahrnehmung.

Pleura / Pleuraerguss

Pleura ist der medizinische Fachbegriff für Brust- und Rippenfell.

Pleuraerguss: abnorme Flüssigkeitsansammlung zwischen Lunge und Brustkorb, genauer zwischen Rippen- und Brustfell. Je nach Menge kann diese Flüssigkeitsansammlung Beschwerden beim Atmen machen und eine Lungenentzündung hervorrufen.

Pneumothorax

Lungenkollaps, bei dem ein Lungenflügel ganz oder teilweise zusammen fällt und damit für die Atmung nicht oder nur noch eingeschränkt zur Verfügung steht. Ein Pneumothorax kann spontan bei jungen, meist schlanken Männern oder nach heftigen Hustenstößen v.a. bei Rauchern oder bei Patienten mit einem bullösen Lungenemphysem (blasige Ausdünnung des Lungengewebes) auftreten. Nach Unfällen oder Verletzungen kann ein traumatischer Pneumothorax auftreten (z.B. nach Stichverletzungen im Brustkorbbereich oder bei Rippenbrüchen).

Propriozeptive Neuoromuskuläre Fazilitation (PNF)

Gezieltes Stimulieren zur Anbahnung von zentralgesteuerten Bewegungsaktivitäten. Basiert auf den physiologisch vorgegebenen dreidimensionalen Bewegungsmustern.

POCT

POCT= point of care testing, beschreibt Analysensysteme, die patientennah also z.B. auf der Notaufnahme oder Intensivstation, Parameter bestimmen, die für eine Notfalldiagnostik wichtig sind und so den Ärzten eine zeitnahe therapeutische Handlung ermöglichen. Das können z.B. die Bestimmung der Elektrolyte, Blutzucker, Hämoglobin, Blutgase und anderes sein.

Polypektomie

Endoskopische Abtragung von Magen- oder Darm-Polypen mit einer Drahtschlinge durch das Endoskop.

Port / Portkatheter

Der Portkatheter (kurz: Port) ist ein unter der Haut gelegener, dauerhafter Zugang zum Blutkreislauf. Der Katheter zeichnet sich dadurch aus, dass er aus einem Topf mit Silikonmembran sowie einem angeschlossenen Schlauch besteht, dessen Ende kurz vor dem rechten Vorhof des Herzens liegt. Der Portkatheter wird im Rahmen eines operativen Eingriffs implantiert.

Durch Einstechen durch die Haut durch die Silikonmembran wird der Zugang zum Blutkreislauf hergestellt. Über die innerhalb der Portkammer liegende Nadel kann nun entweder Blut abgenommen werden oder ein Medikament per Infusion zentral im Körper verabreicht werden.
Ein Port wird hauptsächlich zur Verabreichung von Chemotherapie bei bösartigen Tumorleiden verwendet.

Pouch

Pouch ist ein Operationsverfahren, bei dem mit Anlage eines Reservoirs eine direkte Verbindung (Anastomose) zwischen dem letzten Abschnitt des Dünndarms (Ileum) und dem Anus geschaffen wird. Angewendet wird die Technik bei der Kolektomie, wie sie zum Beispiel bei der Colitis ulcerosa durchgeführt wird. Ziel der Anlage eines ileoanalen Pouches ist die Erhaltung der Kontinenz (willkürliche Stuhlentleerung durch den natürlichen Darmausgang).

Primary Nursing

Beim "Primary Nursing", übersetzt "Primärpflege", werden die Patienten während des gesamten Krankenhausaufenthaltes kontinuierlich unter Führung einer bestimmten Pflegekraft gepflegt.

Das bedeutet einen weiteren Schritt zur ganzheitlichen und individuellen Pflege. Dem Patienten bietet "Primary Nursing" ein hohes Maß an Kontinuität in der pflegerischen Betreuung. Der Patient hat von Anfang an eine feste Ansprechpartnerin. Diese kann ihm durch das aufgebaute Vertrauensverhältnis Sicherheit und Orientierung vermitteln. Für die Pflegenden bedeutet "Primary Nursing" ein hohes Maß an Verantwortung.

Mit dem Primärpflegesystem sind wichtige Zielsetzungen viel besser zu erreichen:

  • hohe Patientenzufriedenheit
  • Betreuung auf hohem Niveau
  • Qualitätssicherung im Krankenhaus

Proktologie

Ein medizinisches Teilgebiet, das sich mit den Erkrankungen des Enddarms, also des Grimmdarms, des Mastdarms und des Analkanals beschäftigt.

Prolaps

Prolaps bezeichnet den unnatürlichen Vorfall eines Organs oder eines Organteils durch eine bereits vorhandene oder krankhafte Öffnung. Beispiele sind

  • der Vorfall von Hämorrhoiden bis hin zum Analprolaps (Vorfall der Haut des Afters)
  • der Vorfall des Enddarmes (Rektumprolaps)
  • der Vorfall des in die Bauchdecke eingenähten Darms beim Künstlichen Darmausgang
  • der Bandscheibenvorfall (Discusprolaps) an der Wirbelsäule
  • der Gebärmuttervorfall (Prolaps uteri)

Psychoonkologie

Die Psychoonkologie ist eine relativ junge Form der Psychotherapie beziehungsweise klinischen Psychologie, welche sich mit den psychischen und sozialen einschließlich sozialrechtlichen Bedingungen, Folgen und Begleiterscheinungen von bösartigen Erkrankungen befasst.

Im Mittelpunkt steht die Erkenntnis, dass mehr als andere Erkrankungsgruppen die bösartigen den Menschen so in seinen Grundlagen bedrohen, dass seelische Krisen entstehen können. Hinzu treten immer wieder ganz konkrete soziale Probleme. Es müssen also manchmal eng vermengt praktische Lebenshilfe (sozialrechtliche Ausrichtung, teils vom Krankenhaussozialdienst abgedeckt) geleistet werden und psychische Sondersituationen bewältigt werden.

PTCD

Percutane transhepatische Cholangiographie Drainage

Von außen durch die Haut und das Lebergewebe gezielte Nadel-Punktion eines Gallengangs mit anschließender Darstellung der Gallenwege (PTC).

Bei Einengungen kann in der gleichen Sitzung eine Drainage von außen zur Ableitung der Galle eingelegt werden (PTD).

Punktion

Gezieltes Eindringen mit einer Nadel in Gewebe, um Flüssigkeiten oder Zellen für Untersuchungen zu gewinnen (Gewebeproben). Bei größeren Flüssigkeitsansammlungen insbesondere im Brust- oder Bauchraum oder bei Eiteransammlungen dient die Punktion auch zur Entlastung und Linderung lokaler Beschwerden. Sie erfolgt in örtlicher Betäubung

Perkutane Vertebroplastie

Hierbei handelt es sich um ein neuartiges, sog. „minimalinvasives“ Verfahren zur Behandlung von Wirbelkörperfrakturen bzw. drohenden Wirbelkörperfrakturen. Nach einer lokalen Betäubung wird unter röntgenologischer Kontrolle eine Hohlnadel in den betroffenen Wirbelkörper eingebracht und dieser anschließend mit Knochenzement aufgespritzt


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