Die Doppelseminare finden Montag bis Donnerstag jeweils 11.30 bis 13.00 Uhr und 16.30 bis 18.00 Uhr statt. Doppelseminare bestehen somit aus acht – nicht vier – Modulen.

Die Teilnehmerzahl je Seminar ist auf max. 15 begrenzt.

Für die vollständige Teilnahme an den Doppel-Seminaren erhalten Sie insgesamt 16 Fortbildungspunkte.

D01 Psychodynamische Kompetenzen

Dr. phil. Dipl.-Psych. Annegret Boll-Klatt
Dipl.-Psych. Mathias Kohrs

Was macht eine gute psychodynamische Psychotherapie (PDP) aus?

Dr. phil. Dipl.-Psych. Annegret Boll-Klatt

Dipl.-Psych. Mathias Kohrs

Die Vielfalt und z.T. auch Widersprüchlichkeit psychodynamischer Konzepte und Theorien lässt die Beantwortung der oben gestellten Frage schwierig erscheinen. Umso interessanter sind  psychoanalytische Forschungsarbeiten der letzten 15 Jahre, deren Ergebnisse transparente und nachvollziehbar begründete Definitionen psychodynamischer/psychoanalytischer Kompetenzen  beinhalten. Ausgehend von der Arbeit mit dem Unbe wussten als common ground bzw. als Alleinstellungsmerkmal der psychoanalytisch begründeten Therapieverfahren gilt es, der Enge schulenspezifischer Dogmatisierungen zu entkommen. Einer unserer Grundgedanken in der Auseinandersetzung mit der Frage der Kompetenzen bezieht sich auf die bereichernde Fähigkeit, die Fülle des psychoanalytischen Theorieschatzes, insbesondere der sog. „4 Psychologien der Psychoanalyse“ nutzen zu können. Ziel ist es, in einer so definierten „personalisierten Therapie“ eine optimale Passung der Theorie mit der Patientin/dem Patienten herzustellen und nicht anders herum, nämlich die Patientin bzw. den Patienten optimal an die eigene Theorie anzupassen. In diesem Kontext werden wir auch auf die aktuelle und auch strittige Frage der Methodenintegration bzw. auf die Nutzung sog. importierter Methoden in der PDP eingehen. Das Einbringen eigener Behandlungsfälle ist willkommen.

D02 8 x Angst

Dipl.-Psych. Andreas Weber-Meewes

Praxisnahe Verständniszugänge zu behandlungsrelevanten Ängsten

Dipl.-Psych. Andreas Weber-Meewes

In fast jedem psychotherapeutischen Behandlungsprozess spielen Ängste eine zentrale Rolle, selbst dann, wenn keine manifeste Angstsymptomatik im Vordergrund steht. Die jeweiligen Ängste haben sehr diverse Inhalte (hypochondrisch, paranoid depressiv, phobisch, etc.) und individuelle Entstehungsgeschichten. Einen Verständniszugang zu den jeweiligen Ängsten unserer Patientinnen und Patienten zu finden, ist eine unserer wichtigsten Aufgaben als Therapeutinnen und Therapeuten. Ein geeignetes Verständnis der aktuellen Angst in einer Behandlungsstunde eröffnet nicht selten einen Zugang zu einem zentralen unbewussten Konflikt, in dem sich das Ich unseres Gegenübers überfordert oder gar gefangen findet, insbesondere wenn die Angst auch die Übertragung dominiert. Gleiches gilt für unsere Gegenübertragungsängste. Ausgehend von je einem eingebrachten Fall soll in jeder der 8 Sitzungen zuerst in supervisorischer Gruppenarbeit ein  ausreichendes psychodynamisches Verständnis der jeweiligen Erkrankung, ihrer Genese und der wichtigsten immanenten Ängste angestrebt werden, um dann auf der Basis passender theoretischer Grundannahmen gemeinsam einen Plan zu entwerfen, wie in diesem Fall behandlungstechnisch weiter verfahren werden könnte.

Die Bereitschaft der Teilnehmenden zur Vorstellung eines Behandlungsfalles wird vorausgesetzt.

D03 subjektiv - intersubjektiv - implizit

Dr. med. Michael Klöpper

Wie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten wirksam werden

Dr. med. Michael Klöpper

Behandlungstechnik war gestern. Die Ergebnisse der Psychotherapieforschung sprechen eine deutliche Sprache: Was Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten tun und sagen, hilft ihren Patiententinnen und Patienten. Aber erst wenn sie dabei authentisch als Subjekt präsent sind, wenn sie sich auf allzeit unvermeidliche Verwicklungen einlassen, wenn sie emotional berührend und berührt arbeiten, wenn sie Irritationen oder Spannungen aufkommen lassen und diese zu regulieren wissen, dann entsteht jenes intersubjektive Miteinander, das verändernd wirksam werden kann. Und nicht allein das, was dabei zwischen den beiden Beteiligten explizit gesagt wird, entfaltet eine transformative Wirkung, sondern vor allem wie die beiden dabei miteinander umgehen, wirkt auf implizite Weise verändernd.

(Teil 1:) Wie diese Zusammenhänge in der Theorie der psychodynamischenPsychotherapie zu verstehen sind und wie sie in der täglichen Praxis umsetzbar sind, wird im Rahmen von Vorträgen  dargestellt.

(Teil 2:) Diese Zusammenhänge werden entlang der Fallbeispiele der Teilnehmenden weiter verarbeitet. Dabei geht es darum zu untersuchen, ob und wie im jeweils eigenen Stil der Subjektivität der Behandlerinnen und Behandler und dem intersubjektiven Moment der Beziehung mehr Raum gegeben werden kann.

D04 Die Rolle von Angst, Schuld und Scham

Dipl.-Psych. Gabriele Amelung
Dipl.-Psych. Inge Hahn

bei der transgenerationalen Weitergabe von Traumatisierungen

Dipl.-Psych. Gabriele Amelung

Dipl.-Psych. Inge Hahn

Das bekannte Phänomen, dass ganze Selbstanteile, manchmal wie ein unabhängiges Selbst, abgespalten ein Eigenleben führen können, soll unter bekannten und neuen Blickwinkeln betrachtet werden. Diese abgespaltenen psychischen Inhalte können traumatisches Erleben unter Verschluss halten. Ein „angepasster“ Selbstanteil ist im Alltagsleben unauffällig und hat eigene verdrängte Anteile, ein anderer –abgespaltener Anteil - wird nur unter bestimmten Umständen (z.B. Trigger) aktiviert und führt dann ein dominantes, häufig gefährliches Eigenleben, das von dem anderen Anteil nicht mehr kontrolliert werden kann. Auch diese Selbstanteile haben ein eigenes Verdrängtes. Selbst- und Fremdgefährdung gehen von gewalttätigem, politisch destruktivem, promiskuitivem und pädophilen Verhalten aus, um nur einige Gefahren zu nennen. Therapeutisch ist es schwer, mit diesen Selbstanteilen in Kontakt zu kommen, so dass diese Patienten eine besondere Herausforderung darstellen.