Das fakultative Abendprogramm findet am Dienstag und Mittwoch statt.

Der Film- und Vortragsabend sind im Grundbetrag bereits enthalten und somit kostenfrei.

Für die Teilnahme am Filmabend (Dienstag) erhalten Sie 4 Fortbildungspunkte.

Für die Teilnahme am Abendvortrag (Mittwoch) erhalten Sie 2 Fortbildungspunkte.

Filmabend mit Diskussion am Dienstag, 07. Juni

im „Haus der Insel“ 20.00 Uhr (Einlass ab 19.30 Uhr)

Prof. Dr. phil. Katinka Schweizer

Die Faszination für bewegte Bilder und das Kino ist ungebrochen. Dies gilt auch in Zeiten von Netflix, unbegrenzten visuellen Möglichkeiten und asynchroner Triebbefriedigung, in denen der Serienhunger digital sofort gestillt werden kann, und Warten und Triebverzicht verzichtbar geworden zu sein scheinen. Nun ist das Kino endlich zurück – wie in Cannes 2021 verkündet wurde - nach langem pandemiebedingten Entbehren.

Natürlich ist Kino mehr als der pure Film. In der Inselhalle müssen wir auf Plüschsitz, Popcorn und Verzehrkino verzichten. Doch ein Rahmen zum gemeinsamen Schauen, Nachdenken und Sprechen ist garantiert. Die Tradition der psychodynamischen Filmbetrachtung wird auch auf Langeoog gepflegt. Der Film, den ich zeigen möchte, ist eine Überraschung. Thematisch soll es um Sexualitäten und Geschlechterfragen, um Nähe, Angst und Mut gehen. Zu viel verraten? Was würden Sie gerne sehen? Welchen Film würden Sie zusammen mit Kolleginnen und Kollegen anschauen wollen?


Ich lade Sie herzlich ein zum Filmabend 2022 – in der Hoffnung und Vorfreude auf anregende affektive Erlebnisse, Erkenntnisse und Begegnungen.


Und übrigens: Das Meer wartet auf uns, auch nach der Vorstellung.

(4 Fortbildungspunkte)

Abendvortrag am Mittwoch, 08. Juni | Eingehegte Todesangst in den Komfortzonen von Kunst und Kultur

im „Haus der Insel“ 20.00 Uhr (Einlass ab 19.30 Uhr)

Dr. phil. Dirk Pörschmann

Seit dem Jahr 1992 existiert in Kassel das weltweit einzigartige Museum für Sepulkralkultur. Es ist die einzige unabhängige, ausschließlich kulturellen und wissenschaftlichen Maßstäben verpflichtete Institution, die sich dem Tod und den „Letzten Dingen“ widmet. Sepulkralkultur (lat. sepulcrum = Grab, Grabstätte) umfasst dabei die vielfältigen Erscheinungsformen, die sich im Zusammenhang mit Sterben, Tod, Bestatten, Trauern und Gedenken entwickelt haben. Das Museum gibt Anstöße, das oftmals tabuisierte Generalthema „Tod“ mit Fachwissen, Forschung und Vermittlung, mit Verstand, Beharrlichkeit und auch Humor zu betrachten. Es vermittelt seine Themen jenseits disziplinärer Grenzen und präsentiert Kultur- und Sozialgeschichte, Handwerk und zeitgenössische Kunst gleichermaßen und im Dialog.

Doch kann man im Museum für Sepulkralkultur dem Tod begegnen? Das ist in den vergangenen drei Jahrzehnten glücklicherweise noch keinen der Besucherinnen und Besuchern passiert, doch Todesängste können aktiviert werden. Teilweise nutzen auch Kasseler Therapeutinnen und Therapeuten die Museumsräume, um mit ihren Klientinnen ud Klienten am Thema Todesangst zu arbeiten. Die kunst- und kulturhistorischen, sozialwissenschaftlichen oder ethnologischen Ausstellungen bieten hierfür äußere Räume, die innere Räume der persönlichen Reflexionen zur eigenen Endlichkeit öffnen können.

(2 Fortbildungspunkte)