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Albertinen-Krankenhaus
Knochenkrebs

Grafische Darstellung von Krebszellen an Knochen

„Knochenkrebs“ ist ein Stichwort, dem man im Alltag oft begegnet. Sehr unterschiedliche Dinge werden damit gemeint:

  • Absiedlungen in den Knochen, die aus andernorts entstandenen Krebsen gestreut haben (Metastasen)
  • Bösartige Tumore, die aus Knochensubstanz bildendem Gewebe entstehen (Sarkome)
  • Bösartige Veränderungen von Zellen im Knochenmark, die Knochen zerstören können (Plasmozytom)

Knochenmetastasen

Eine Knochenmetastase ist die bösartige Tochtergeschwulst eines außerhalb des Knochens entstandenen bösartigen Tumors. Das Auftreten von Knochenmetastasen bedeutet zunächst einmal, dass der Ursprungskrebs fortgeschritten ist und dass damit zu rechnen ist, dass auch in anderen Organen Metastasen entstehen könnten.

Knochenmetastasen bedeuten häufig ein ernstes Problem. Das liegt daran, dass sie Schmerzen verursachen können, vor allem aber daran, dass sie die Stabilität von Knochen einschränken. Im Extremfall lösen die bösartigen Zellen die tragenden und harten Strukturen wichtiger tragender Knochen auf und es kommt zu einem Knochenbruch. Das betrifft vor allem die Wirbelsäule, das Becken und die sogenannten körpernahen langen großen Röhrenknochen, also Oberschenkel und Oberarme. Übrigens sind das auch die Knochen, die am häufigsten betroffen sind. Schädelknochen, Rippen oder Hände und Füße sind viel seltener Ort einer Metastasierung.

Zumeist ist es für Krebsspezialisten leicht, abzuschätzen, ob ein Herd im Knochen eine Absiedlung eines andernorts entstandenen Krebsleidens ist, oder ob es sich um einen an diesem Ort entstandenen Knochentumor handelt. Dafür gibt es Kriterien der Bilddeutung und Überlegungen zur Wahrscheinlichkeit. Beispielsweise würde man, wenn ein Krebs bekannt ist und bereits in ein anderes Organ gestreut hat (z.B. in die Leber oder die Lunge), bei Herden im Knochen fast immer annehmen dürfen, dass auch hier dieser Krebs der Ursprung war.

Es kommt aber vor, dass Unklarheiten bestehen und dass die Behandlung davon abhängt, dass man die Zuordnung kennt. Dann wird eine Gewebsprobe entnommen werden müssen.
Die Behandlung richtet sich nach dem Grad der Bruchgefahr und sie hängt davon ab, ob Schmerzen vorliegen. In der Regel werden Strahlentherapie und eine medikamentöse Therapie kombiniert. Wenn die Bruchgefahr hoch ist, kann es klug sein, eine stabilisierende Operation vorzunehmen. Die Behandlungsstrategie muss aber grundsätzlich immer individuell abgestimmt werden. Man wird berücksichtigen, ob ohnehin eine medikamentöse Tumortherapie geplant ist, welche Schmerzmittel vertragen werden, wie der Allgemeinzustand ist und welche Prognose das Tumorleiden hat. Nicht selten können Patienten, die nur wenige Knochenherde haben und die in anderen Organen keine Metastasen haben, nach einer intensiven Therapie von Knochenmetastasen über sehr lange Zeiträume eine gute Lebensqualität haben.

Bösartige Tumore des Knochens

Seltene Erkrankungen, und dann eher im Kindes- und Jugendlichen-Alter entstehend, sind Sarkome des Knochens. Das sind hoch aggressive Leiden, die aber durch intensive Therapien relativ gut behandelt, nicht selten geheilt werden können. Diese Aufgaben gehören in die Hände hochspezialisierter Kinderonkologen.

Plasmozytom oder Multiples Myelom

Diese Bezeichnungen stehen für eine Erkrankung, die in ihrem Ursprung mit dem Knochen gar nicht so viel zu tun hat. Bestandteil des Blut bildenden Systems sind sogenannte Plasmazellen. Sie wachsen im Knochenmarkorgan. Die Besonderheit: Wenn sich aus ihnen eine bösartige Erkrankung entwickelt, stimulieren die bösartig gewordenen Zellen andere Zellen, die in der Lage sind, Knochensubstanz aufzulösen.

Die bösartige Erkrankung der Plasmazellen heißt Plasmozytom; sie wird auch multiples Myelom genannt und sie gehört zu den Erkrankungen des Blutes. Ihre Diagnostik und Therapie ist in der Regel Sache von Hämatologen und sie kann ambulant durchgeführt werden. Damit handelt es sich nur eingeschränkt um ein Thema stationärer Behandlungen im Albertinen-Krankenhaus.


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