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Albertinen-Krankenhaus
Brustkrebs (Mammakarzinom)

Therapie

Die Brustkrebstherapie wird heute sehr individuell auf Ihre Bedürfnisse als Betroffene zugeschnitten. Bei der Planung der Behandlung orientieren wir uns an Ihren Befunden und persönlichen Voraussetzungen. Den Handlungsrahmen geben dabei die aktuellen  Leitlinien der wissenschaftlichen Fachgesellschaften vor. In diesen Dokumenten fassen nationale und internationale Experten regelmäßig aktuelle Daten zur bestmöglichen Therapie zusammen und bewerten ihre Aussagekraft, um uns als behandelnden Ärzten den notwendigen Überblick zu erleichtern. Neben den Leitlinien für Ärzte gibt es für den Brustkrebs auch eine vereinfachte ( http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Brustkrebs.70.0.html) Patientenleitlinie, mit deren Hilfe Sie sich über den aktuellen Stand informieren können.



In den meisten Fällen genügt heute eine brusterhaltende Operation, um das Mammakarzinom sicher zu entfernen. Mit einer sogenannten neoadjuvanten Chemotherapie können wir oft auch große Tumoren im Vorfeld so weit schrumpfen lassen, dass wir brusterhaltend operieren können. Ist das nicht möglich und müssen wir die betroffene Brust komplett entfernen, ermöglicht unsere enge Kooperation mit dem renommierten Plastischen Chirurgen Dr. Klaus Müller in der Regel eine sofortige Brustrekonstruktion.

Wenn möglich und sinnvoll, führen wir gleich im Anschluss an die Tumorentfernung eine intraooperative Strahlentherapie (IORT) durch, um das Rückfallrisiko zu senken. Dabei wird das für Rezidive besonders anfällige Gebiet rund um den Tumor direkt bestrahlt. Das verkürzt die Strahlentherapie und reduziert die Nebenwirkungen bei gleicher Effektivität wie eine konventionelle Bestrahlung von außen und sehr guten kosmetischen Ergebnissen. Voraussetzung dafür ist unter anderem ein ausreichender Abstand des nicht zu großen Tumors von der Hautoberfläche. Ob eine Bestrahlung auch nach einer kompletten Entfernung der Brust (Mastektomie) notwendig ist, richtet sich nach dem individuellen Rückfallrisiko und muss anhand der vorliegenden Befunde im Einzelfall entschieden werden.

Abhängig von den Ergebnissen der Voruntersuchungen am Tumorgewebe leiten wir im Anschluss eine medikamentöse Behandlung ein, die das Metastasierungs- und Rückfallrisiko noch weiter senken kann: die sogenannte adjuvante Therapie. Welche Medikamente wir dabei einsetzen, hängt von der Empfindlichkeit der Tumorzellen ab: Infrage kommen eine Antihormonelle Therapie bei hormonempfindlichen, zielgerichtete Antikörper bei HER2-positiven Tumoren oder eine Chemotherapie. Bei besonders hohem Rückfallrisiko kann auch eine Kombination aller drei Verfahren sinnvoll sein.

Bei einer weit fortgeschrittenen Brustkrebserkrankung steht die Linderung der Beschwerden (Palliation) gleichberechtigt neben der Therapie, die das Tumorwachstum und die Ausbreitung von Metastasen bremst. Abhängig von der individuellen Situation kommen dabei Chemo- und Hormontherapie, gezielte Antikörper oder auch Bestrahlungen zum Einsatz.

Wichtig: Brustkrebs ist kein Notfall! Wenn bei Ihnen ein Mammakarzinom festgestellt wurde, haben Sie ausreichend Zeit, sich umfassend zu informieren und die für Sie passende Therapie in der Klinik Ihres Vertrauens zu finden.


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