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Darmzentrum
Unsere Leistungen und Angebote

Je nach Erkrankungsform und -stadium gibt es eine Reihe von Behandlungsoptionen zur Bekämpfung des Darmkrebses. Im Albertinen-Darmzentrum stehen alle modernen Behandlungsmöglichkeiten in Kooperation mit unseren Partnern zur Verfügung.

Ersterkrankungen des Dick- und Mastdarmkrebses

Ersterkrankungen des Dick- und Mastdarmkrebses werden anhand standardisierter Therapiekonzepte ("Patientenpfade"), die auf den "S3-Leitlinien Deutsche Krebsgesellschaft" der Deutschen Krebsgesellschaft beruhen, behandelt. In einer wöchentlich stattfindenden, interdisziplinären Tumorkonferenz, an der Fachexperten aus der Chirurgie, Gastroenterologie, Onkologie, Strahlentherapie, Pathologie und Radiologie teilnehmen, wird das optimale Behandlungskonzept jedes einzelnen Patienten festgelegt.

Beim Dickdarmkrebs erfolgt zunächst fast immer die Operation, abhängig vom Tumorstadium, dann nachgeschaltet eine zusätzliche Chemotherapie. Beim Mastdarmkrebs wird bei fortgeschrittenen oder nahe am Schließmuskel befindlichen Tumoren häufig eine Vorbestrahlung, gegebenenfalls in Kombination mit einer Chemotherapie zur Verkleinerung des Tumors durchgeführt. Durch dieses Konzept werden die Erfolgsaussichten der Operation erhöht.

Die Operationen werden ausschließlich von erfahrenen, speziell ausgebildeten Chirurgen durchgeführt. Durch interne und externe Kontrollen (durch die Deutsche Krebsgesellschaft) wird die Qualität der Behandlung (Sterblichkeit, Komplikationen, Überlebensraten) kontinuierlich überprüft.

Spezielle Operationsverfahren

  • Minimal Invasive Chirurgie (Schlüssellochtechnik)
    Besonders schonende minimal-invasive Operation werden durch speziell geschulte Chirurgen durchgeführt. Allerdings ist dieses Verfahren nicht für alle Patienten und Tumore geeignet. Ihr Arzt wird Ihnen nach Abschluss der vorbereitenden Untersuchungen das für Sie am besten geeignete Operationsverfahren vorschlagen.
  • Kontinenzerhaltende Chirurgie beim Mastdarmkrebs
    Wenn immer möglich wird bei der Behandlung des Mastdarmkrebses der Erhalt des Schließmuskels und der natürlichen Kontinenz angestrebt. Bei sehr nahe am After lokalisierten Tumoren ist dabei meistens eine Vorbehandlung und komplette Entfernung des Mastdarmes bis zum Beckenboden (intersphinktere Resektion) notwendig. Um eine befriedigende Kontinenzleistung zu erreichen wird aus dem Dickdarm ein Ersatzmastdarm ("Pouch") rekonstruiert, der durch spezielle Nahttechniken direkt am Schließmuskel angeschlossen wird. Kontinenzerhaltende und nervenschonende Operationen stellen einen besonderen Schwerpunkt im Darmzentrum dar.
    Wenn kein Erhalt der natürlichen Kontinenz möglich ist und ein künstlicher Darmausgang angelegt werden muss, werden die Patienten durch Stomafachschwestern in der Versorgung geschult und sofern gewünscht zusätzlich durch Selbsthilfegruppen oder Psychoonkologen betreut.
  • Lokale Tumorausschneidung
    Bei sehr kleinen Tumoren im Mastdarm ist unter bestimmten Umständen auch eine lokale Ausschneidung des Tumors durch den After (TEM) ausreichend. Im Darmzentrum ist für dieses Verfahren spezielles Instrumentarium und Expertise vorhanden.

Lokalrezidivbehandlung

Lokalrezidive können nach Entfernung eines Mastdarm-, seltener eines Dickdarmkrebses auftreten. Nicht selten kommt es dabei zu einem Einbruch des Tumors in die Harnblase, den Beckenboden oder in das Kreuzbein. Hierdurch entstehen häufig ganz erhebliche Beschwerden und Einschränkungen der Lebensqualität. Wenn immer möglich wird deshalb eine Entfernung des Rezidivtumors angestrebt.

Durch sehr aufwändige Eingriffe, gegebenenfalls unter Mitentfernung von Harnblase oder Gebärmutter, die in Zusammenarbeit mit Urologen und Gynäkologen durchgeführt werden, gelingt häufig noch die komplette Entfernung des Tumors. Muss dabei die Harnblase mit entfernt werden lässt sich durch Anlage einer Kunstblase meistens eine akzeptable Lebensqualität für den Patienten erzielen.

Metastasenbehandlung (Behandlung von Tochtergeschwulsten)

Auch bei bereits nachweisbaren Metastasen ist heute beim Darmkrebs eine Heilung möglich. Dies kann durch eine Kombination von Operation, Chemotherapie und/oder Bestrahlung gelingen. Für jeden einzelnen Patienten wird in unserem interdisziplinären Tumorboard ein individuelles Behandlungskonzept entworfen, das von allen Fachdisziplinen getragen wird.

Metastasen treten beim Darmkrebs am häufigsten an Leber und Lunge, seltener am Bauchfell, in Gehirn oder Knochen auf. Im Darmzentrum können für alle Metastasenlokalisationen etablierte Behandlungskonzepte angeboten werden, wobei verschiedene Fachdisziplinen abgestimmt zusammen arbeiten.

  • Lebermetastasen
    Wenn immer möglich wird eine komplette Entfernung aller Metastasen angestrebt. Hierdurch können für den Patienten relativ gute Überlebenschancen erreicht werden. Bei nicht oder nicht komplett entfernbaren Metastasen wird alternativ oder in Kombination eine Chemotherapie, Chemoembolisation (innere Verödung) oder Hochfrequenzablation (Verkochung der Metastasen durch Hochfrequenzstrom von außen) durchgeführt.
  • Lungenmetastasen
    Auch die operative Entfernung von Lungenmetastasen des Darmkrebses ist sinnvoll, selbst wenn mehrere Herde vorliegen oder beide Lungenflügel befallen sind. Unter bestimmten Voraussetzungen können solche Operationen auch schonend minimalinvasiv erfolgen.
  • Gehirn- und Knochenmetastasen
    Bei solchen Metastasen wird im individuellen Fall entweder eine Bestrahlung oder eine Entfernung empfohlen. In den meisten Fällen kann dadurch die Beschwerdesymptomatik nachhaltig verbessert werden.

Albertinen-Krankenhaus
Darmzentrum
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