Inhalt

Gynäkologie
Therapie

Die Therapie kann durch Medikamentengabe oder durch Operation erfolgen. Oftmals ist eine Kombination sinnvoll. Ganz im Vordergrund steht aber, wenn immer möglich, die komplette operative Entfernung aller sichtbaren Herde!

Konservative Therapie
Das Endometriose-Gewebe wird durch weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) stimuliert, unter diesem Einfluss kommt es zum Wachstum. Daher besteht für eine medikamentös-hormonelle Behandlung der Grundsatz, dass weniger Östrogene produziert beziehungsweise ausgeschüttet werden.

Häufig wird die Arzneimitteltherapie nach einer Operation durchgeführt, um ein Wiederauftreten der Erkrankung zu verhindern bzw. hinauszuzögern. In bestimmten Fällen kann auch eine alleinige medikamentöse Therapie erfolgreich sein, selten auch eine Behandlung vor einer Operation.

Für die Hormontherapie der Endometriose existieren mehrere hormonelle Wirkstoffe mit unterschiedlichen Handelsnamen.

Gestagene stammen vom Gelbkörperhormon des Eierstocks ab. Gestagene werden meist als Tabletten gegeben, können aber auch als Intrauterinpessar verabreicht oder als Depot-Präparat gespritzt werden. Seit Mai 2010 steht das Präparat Visanne® (Wirkstoff: Dienogest) als spezielles Medikament zur Endometriose-Therapie zur Verfügung.

GnRH-Analoga sind Wirkstoffe, die dem Hormon GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon) mehr oder weniger entsprechen. Durch GnRH wird in der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) die Stimulation zur Freisetzung von Hormonen der Eierstöcke vermindert. GnRH-Analoga können als Nasenspray genommen werden oder es erfolgt einmal monatlich eine Depot-Spritze unter die Haut oder in den Gesäßmuskel.

Orale Kontrazeptiva (Anti-Babypille) kombinierte Östrogen und Gestagenpräparate über einen Langzyklus.

Weitere Therapieansätze sind die traditionell chinesische Medizin (TCM), Akupunktur und Ernährungsmedizin.

Zwei Ärztinnen schauen während einer OP auf Monitore

Operation
Eine Operation der Endometriose erfolgt häufig per Bauchspiegelung seltener auch per Bauchschnitt. Zunächst wird meist eine OP zu diagnostischen Zwecken durchgeführt, in der schon versucht wird möglichst alle Herde zu entfernen. Bei ausgedehnteren Befunden kann in manchen Fällen auch eine zweite Operation notwendig sein. Diese werden dann in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit durchgeführt und sind häufig auch als Bauchspiegelung möglich.

Ziel ist es, möglichst alle Herde zu beseitigen und bestehende Verwachsungen zu lösen. Die Operateure sollten sehr gut ausgebildet sein und viel Erfahrung mit der Endometriose haben, weshalb empfohlen wird, in Endometriosezentren die Erfahrung und Kompetenz zu bündeln.

Die Operation, die bei uns fast ausschließlich per Bauchspiegelung erfolgt, kann teilweise ambulant vorgenommen werden. Bei größeren Eingriffen ist ein Krankenhausaufenthalt von einem bis vierTagen notwendig. Muss Darm entfernt werden kann auch ein Aufenthalt von bis zu sieben Tagen notwendig sein.

Kinderwunsch
Falls aktuell ein Kinderwunsch besteht, ist eine enge Kooperation mit einem Kinderwunschzentrum wichtig, um ein optimales Zeitmanagement einzuhalten.

Hier kooperieren wir mit Zentrum für Endokrinologie – Kinderwunsch – Pränatale Medizin im Barkhof (Prof. Dr. med. Nawroth und Prof. Dr. med. Dorn ) Amedes Barkhof Hamburg.


Albertinen-Krankenhaus
Klinik für Gynäkologie u. Geburtshilfe
Süntelstraße 11a
22457 Hamburg

Telefon: (040) 5588-2226
Fax: (040) 5588-2385
E-Mail