Neue Studie aus dem Albertinen Herz- und Gefäßzentrum: Komplett arterielle Bypassversorgung mittels beidseitiger Brustwandarterie – Frauen können genauso risikoarm Bypass-operiert werden wie Männer

Viele Studien der letzten Jahre berichteten über eine höhere Sterblichkeit und eine höhere Komplikationsrate bei Frauen im Vergleich zu Männern, wenn eingeengte oder verschlossene Herzkranzarterien im Rahmen einer Herzoperation mit Bypässen versorgt wurden. 

In einer großen retrospektiven Studie wurden im Albertinen Herz- und Gefäßzentrum im Zeitraum von 2000 bis 2013 alle Patienten untersucht, die mittels beider Brustwandarterien Bypass-versorgt wurden. Bei allen Patienten wurden beide Brustwandarterien in der sogenannten T-Graft-Technik miteinander verbunden, um anschließend alle eingeengten oder verschlossenen Herzkranzarterien damit zu versorgen. Insgesamt wurden 3.445 Patienten entweder mit Hilfe der Herz-Lungen-Maschine (2.216 Patienten) oder ohne Herz-Lungen-Maschine am schlagenden Herzen (1.229 Patienten) operiert. Die Ergebnisse innerhalb der ersten 30 Tage wurden analysiert im Hinblick darauf, ob Unterschiede zwischen den beiden Geschlechtern bestanden.

Zwischen Männer und Frauen bestanden präoperativ Unterschiede bezüglich des Lebensalters, des Körpergewichts, des Ausmaßes der koronaren Herzkrankheit und der Pumpfunktion der linken Herzkammer. Die komplett arterielle Bypassversorgung mittels beidseitiger Brustwandarterie in T-Graft-Technik zeigte in allen Gruppen exzellente Früh- und Langzeitergebnisse mit niedriger Sterblichkeit und geringen Komplikationensraten. Die Bypassoffenheitsrate in allen Gruppen war gut und es wurde eine sehr niedrige Rate für eine erneute Behandlung an den Koronararterien beobachtet. Kein einziger Patient musste erneut operiert werden. Postoperativ fanden sich keine geschlechtsspezifischen Unterschiede bezüglich Sterblichkeit und anderer Risikofaktoren innerhalb der ersten 30 Tage und im Langzeitüberleben sowohl in der Gruppe mit Herz-Lungen-Maschine als auch in der Gruppe ohne Herz-Lungen-Maschine. Jedoch fand sich in der Gruppe der Patienten, die mit Herz-Lungen-Maschine operiert wurden, eine bessere Bypassoffenheitsrate bei den Männern im Vergleich zu den Frauen.


Schlussfolgerung

Die Bypassversorgung mittels beider Brustwandarterien in der sogenannten T-Graft-Technik ist eine Methode, die exzellente Früh- und Langzeitergebnisse zeigt. Es fanden sich keine signifikanten geschlechtsspezifischen Unterschiede in beiden Gruppen im Hinblick auf Sterblichkeit und weitere postoperative Risiken innerhalb der ersten 30 Tage nach Operation und auch nicht im Langzeitüberleben. Jedoch fand sich im Langzeitverlauf in der Gruppe der Patienten, die mit Herz-Lungen-Maschine operiert wurden, eine bessere Bypassoffenheitsrate bei den Männern im Vergleich zu den Frauen.

Department für perkutane Behandlung von Herzklappenerkrankungen

Department Kardioanästhesie

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