In Deutschland ist „Herzinsuffizienz“ die häufigste zur Krankenhausaufnahme führende Gesundheitsstörung, die überwiegend im höheren und hohen Lebensalter auftritt. Aufgrund der zu erwartenden Bevölkerungsentwicklung, speziell die Altersstruktur betreffend, wird diese Erkrankung in den Industrienationen an Häufigkeit noch weiter zunehmen.

Die Behandlung herzinsuffizienter Patienten wurde in den letzten Jahren immer komplexer, angefangen bei der medikamentösen Therapie bis hin zu speziellen Behandlungsoptionen mit Herzunterstützungssystemen (wie ICD, CRT oder LVAD (Linksherzunterstützungssystem)).

Die größte Herausforderung ist es jedoch, den Patienten mit einer chronischen Herzerkrankung eine optimale Behandlung und Betreuung zukommen zu lassen, die weit über die reine stationäre Behandlung im Krankenhaus hinausgeht. Hierfür ist eine enge Kooperation und Verzahnung von ärztlichen und nichtärztlichen Leistungserbringern im stationären und ambulanten Bereich sowie die Einbeziehung der Angehörigen und sozialen Netzwerke der Patienten notwendig.

Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, haben sich die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) und die Deutsche Gesellschaft für Thorax- , Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) die Förderung des Aufbaus qualitätsgesicherter integrierter Versorgungsstrukturen für herzinsuffiziente Patienten zur Aufgabe gemacht. Um die Anforderungen zu erfüllen, muss die interdisziplinäre Versorgung durch Kardiologen, Herzchirurgen und andere für die Versorgung der akuten und fortgeschrittenen Herzinsuffizienz notwendigen Fachdisziplinen auf höchstem Niveau gewährleistet sein.

Das Albertinen Herz- und Gefäßzentrum wurde am 13.04.2018 als erstes „Überregionales HFU-Zentrum“ (Heart Failure Unit-Zentrum) in Hamburg zertifiziert und unterstreicht hiermit seine Vorreiterrolle in der überregionalen Versorgung herzinsuffizienter Patienten, weit über die Grenzen von Hamburg hinaus. Von den Prüfern wurde der „erfreulich aktuelle Stand der Herzinsuffizienz-Behandlung“ im Albertinen Krankenhaus herausgestellt und eine uneingeschränkte Empfehlung zur Zertifizierung ausgesprochen. Somit ist mit dem „Überregionalen HFU-Zentrum“ unter der Leitung von Prof. Dr. med. Herbert Nägele und der stellvertretenden Leitung von Dr. med. Daniel Stierle ein weiterer Entwicklungsschritt für eine optimale Versorgung herzinsuffizienter Patienten auf höchstem Niveau erreicht.


Heart Failure Unit (HFU) auf B2 seit 1.12.2016

In Deutschland ist „Herzinsuffizienz“ die häufigste zur Krankenhausaufnahme führende Gesundheitsstörung, die überwiegend im höheren und hohen Lebensalter auftritt. Aufgrund der zu erwartenden Bevölkerungsentwicklung, speziell die Altersstruktur betreffend, wird diese Erkrankung in den Industrienationen an Häufigkeit deutlich zunehmen. So stieg auch der prozentuale Anteil herzinsuffizienter Patienten in unserem Hause in den Jahren 2013-2016 von 5,2% auf 6,3% der Gesamtaufnahmen (2013: 1328 Pat., 2016: 1900 Pat.).

Die Behandlung herzinsuffizienter Patienten wurde in den letzten Jahren immer komplexer, angefangen bei der medikamentösen Therapie bis hin zu speziellen Behandlungsoptionen mit kardialen Devices wie ICD, CRT oder LVAD („Kunstherz“). Um dieser Entwicklung und der optimalen Patientenbehandlung gerecht zu werden ist eine konzentrierte Beurteilung und Behandlung dieser Patienten notwendig.

Dedizierte Herzinsuffizienzstationen werden zunehmend in großen kardiologischen Kliniken eröffnet. Ein offizielles Zertifizierungsverfahren für solche Stationen durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie ist in Kürze zu erwarten – in Analogie zu Chest Pain Units (CPU).

Daher wird die Station B2 unter anderem auch als „Spezial-Einheit“ für Herzinsuffizienz ausgewiesen (Heart Failure Unit = HFU). Auf dieser Einheit werden Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz behandelt. Hierzu gehören unter anderem Patienten mit dilatativer oder ischämischer Kardiomyopathie, vor und nach Defibrillator- und Resynchroni¬sationsbehandlung sowie Patienten vor und nach Implantation eines LVAD-Systems.

Die HFU ist natürlich eingebettet in das Herzzentrum und kooperiert eng mit allen nicht-invasiven und invasiven Disziplinen, vor allem der Intensivmedizin und der Herzchirurgie. Durch die Einrichtung eines Herzinsuffizienz-Konsiliardienstes und gemeinsamer Herzinsuffizienzvisiten mit Fachpflege¬personal („heart failure nurses“) und Ärzten, wird eine hohe Behandlungsqualität angestrebt.

Die Sicherstellung der weiteren Behandlung der herzinsuffizienten Patienten im ambulanten Bereich (verhindern erneuter Dekompensationen und die Nachbetreuung von Patienten mit kardialen Devices wie ICD, CRT oder LVAD) ist bereits über die bestehende Herzinsuffizienz¬sprechstunde gewährleistet. Es erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Fach - Kollegen, im Speziellen auch den Hausärzten, die häufig die erste Anlaufstelle entlassener Patienten darstellen.

Ziel ist es, durch den Aufbau eines funktionierenden Herzinsuffizienz-Netzwerkes den Behandlungs¬pfad der Patienten, vom stationären Aufenthalt bis zur ambulanten Weiterbehandlung, zu optimieren.

Prof. Dr. med. H. Nägele