EEG

Zur Bestimmung der Narkosetiefe können die Hirnströme mit Hilfe eines speziellen EEG-Gerätes überwacht werden, so dass eine zu tiefe, aber auch eine zu oberflächliche Narkose (intraoperative Awareness) vermieden werden.

EKG

Vor der Narkoseeinleitung wird ein EKG angeschlossen, das kontinuierlich Informationen nicht nur über die Herzfrequenz, sondern auch über eventuelle Rhythmusstörungen und - in der Herzchirurgie besonders wichtig - über etwaige Durchblutungsstörungen in einzelnen Regionen der Herzmuskulatur Auskunft gibt.

Arterielle Blutdruckmessung

Ebenfalls vor der Narkoseeinleitung wird eine dünne Kanüle in die Schlagader des Unterarmes (Arteria radialis) eingeführt. In der Regel punktiert der Anästhesist in örtlicher Betäubung die Arterie am linken Handgelenk. Über diese Kanüle wird der Blutdruck kontinuierlich gemessen und auf dem Bildschirm als Kurve angezeigt. So kann der Anästhesist - anders als beim Blutdruckmessen mit der aufblasbaren Manschette - sekundengenau den Blutdruck überwachen, was bei einer Herzoperation unabdingbar ist.
Außerdem können über diese Kanüle arterielle Blutgasanalysen (s.u.) abgenommen werden.

Zentraler Venenkatheter

Zur weiteren Überwachung der Herz- und Kreislauffunktion wird ein zentraler Venenkatheter (ZVK) gelegt. Dazu wird in Narkose eine große Vene am Hals punktiert und ein dünner, ca. 20 cm langer Katheter wird in die obere Hohlvene eingeführt, dessen Spitze kurz vor dem rechten Herzvorhof liegt. Der dort gemessene Venendruck (ZVD) gibt Auskunft über den Füllungszustand des Herzens. Auch über diesen Katheter kann man jederzeit Blut abnehmen, ohne jedes Mal neu punktieren zu müssen, außerdem können Flüssigkeitsverluste ausgeglichen und Medikamente appliziert werden.

Lungenarterienkatheter

Bei einigen Patienten (Patienten mit Erkrankungen der Mitralklappe oder reduzierter Pumpleistung des Herzens) wird ein Katheter in die Lungenarterie ( Pulmonalarterie) eingeführt. Dieser Katheter ist ca. 50 cm lang und wird ebenfalls über die Hohlvene bis in die Lungenarterie vorgeschoben (Pulmonaliskatheter). Auch dort kann man Drucke messen, die über die Herzleistung Auskunft geben, ebenso ist es möglich, direkt die Auswurfleistung des Herzens zu messen (Herzzeitvolumen). Zudem können wichtige Größen des Lungen- bzw. Körperkreislaufs berechnet werden und eine differenzierte Therapie von Herz-Kreislaufstörungen kann über den Pulmonaliskatheter wirksam gesteuert werden.
In einzelnen Fällen (z.B. bei erheblich herabgesetzter Pumpleistung des Herzens) wird ein spezieller Pulmonaliskatheter (Oximetriekatheter) gelegt, mit dem man kontinuierlich die Sauerstoffsättigung in der Pulmonalarterie messen kann , um die Sauerstoffversorgung des Körpers zu jedem Zeitpunkt der Operation überwachen zu können.

Transösophageale Ultraschalluntersuchung (TEE)

Eine biegsame Sonde mit einem Ultraschallkopf an der Spitze wird in Narkose in die Speiseröhre vorgeschoben (vergleichbar mit einer Magenspiegelung). Von dort lässt sich das Herz in verschieden Ebenen darstellen. Besonders wichtig ist die Kontrolle mittels TEE nach rekonstruierenden, also klappenerhaltenden Eingriffen an Aorten-, Mitral- oder Trikuspidalklappe zur Beurteilung des operativen Ergebnisses.
Gleichzeitig kann man das schlagende Herz in seiner Pumpfunktion, das Klappenspiel sowie eventuell auftretende regionale Durchblutungsstörungen der Herzmuskulatur beurteilen.

Überwachung von Atmung und Beatmung

Schon vor der Narkoseeinleitung wird ein Clip (Pulsoximeter) am Finger angebracht, mit dem die Sauerstoffsättigung im Blut gemessen wird. Nach der Intubation wird zusätzlich die Konzentration von Kohlendioxyd in der Ausatemluft kontinuierlich gemessen. Außerdem kontrolliert der Anästhesist in regelmäßigen Abständen die entsprechenden Werte im Blut (s.u). Die Parameter der künstlichen Beatmung und ihre Auswirkungen auf den Patienten werden kontinuierlich überwacht.

Cerebrale Oximetrie

In bestimmten Fällen, z.B. bei Eingriffen an der Aorta in tiefer Hypothermie und Kreislaufstillstand, wird die Sauerstoffsättigung des Gehirns nicht-invasiv mittels NIRS (Nah-Infrarot-Spektroskopie) gemessen. Dadurch kann die regionale cerebrale Sauerstoffversorgung überwacht werden.

Blasenkatheter

Alle Patienten erhalten in Narkose einen Urinkatheter, der durch die Harnröhre vorgeschoben wird. Bei Harnröhrenverengungen ist es manchmal nicht möglich, auf diesem Wege einen Blasenkatheter zu legen, so dass der Anästhesist die gefüllte Blase durch die Bauchdecke punktiert und einen dünnen Schlauch in die Blase einführt (suprapubischer Blasenkatheter).
Der Urinkatheter dient der Kontrolle der Nierenfunktion und bleibt auch nach der Operation noch 1-2- Tage liegen, damit eine Flüssigkeitsbilanz erstellt werden kann. Außerdem wird über den Blasenkatheter die Körperkerntemperatur des Patienten gemessen.

Temperaturmessung

Während der Narkose wird die Temperatur des Patienten kontinuierlich überwacht. Bei vielen Operationen mit der Herz-Lungen-Maschine wird die Körpertemperatur während des Herzstillstandes bewusst abgesenkt, um den Sauerstoffverbrauch des Herzens und der anderen Organe zu vermindern. Mit Hilfe der Herz-Lungen-Maschine wird der Körper dann gegen Ende des Eingriffs wieder auf 37°C erwärmt.
Aber auch ohne das gewollte Absenken der Körpertemperatur besteht bei jeder Operation und Narkose die Gefahr, dass der Körper auskühlt. Dieses soll durch das Unterlegen von Heizmatten und das Anheben der Raumtemperatur im Operationssaal in jedem Fall vermieden werden.

Laborkontrollen

Im Operationsbereich stehen verschiedene Laborgeräte bereit, um ohne Zeitverzögerung die wichtigsten Parameter kontrollieren zu können.
Dazu gehören:

  • Blutgasanalysen aus dem arteriellen Blut zur Überwachung der Beatmung und des Säure-Basen-Haushaltes
  • Bestimmung der Sauerstoffsättigung aus dem venösen Blut zur Überwachung der Pumpleistung des Herzens
  • Messung von Hämoglobin und Hämatokrit zur Steuerung der Blutersatztherapie
  • Bestimmung der Elektrolyte Kalium, Natrium und Calcium
  • Kontrolle des Blutzuckerspiegels bei allen Patienten; bei Diabetikern wird nach dem Wert die Insulintherapie während der Narkose gesteuert.
  • Zusätzlich kontrolliert der Anästhesist als globalen Gerinnungsparameter die sogenannte "Activated Clotting Time" (ACT), um die für eine Herzoperation mit oder ohne Herz-Lungen-Maschine notwendige Therapie mit Heparin zur Verhinderung von Gerinnselbildungen sowie am Ende der Operation mit Protamin als Gegenmittel zum Heparin zu steuern.

Die Laborkontrollen erfolgen während der Operation in etwa halbstündlichen Intervallen. Bei bestimmten Begleiterkrankungen (z.B. Gerinnungsstörungen) können sie noch um andere Parameter ausgeweitet werden.