Eine Besonderheit bei Operationen am offenen Herzen, die den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine erforderlich machen, ist die Notwendigkeit, die Blutgerinnung für die Dauer der Operation außer Kraft zu setzen und nach Beendigung der Operation wieder zu aktivieren. Der Einsatz und die Wirkung der dafür erforderlichen Medikamente wird von uns Kardioanästhesisten in regelmäßigen Abständen überwacht. Normalerweise wird zur Außerkraftsetzung der Gerinnung das Medikament Heparin eingesetzt und zur Aktivierung der Gerinnung sein Gegenspieler Protamin. Durch genaue Messung des Heparinspiegels im Blut kann eine Heparinunterdosierung, welche bedrohliche Auswirkung auf die Funktionsfähigkeit der Herz-Lungen-Maschine haben könnte, ebenso vermieden werden wie eine Heparinüberdosierung, welche zu Nachblutungen mit starkem Blutverlust und ggf. zu Bluttransfusionen und Operationsrevision Anlass geben könnte.


Es gibt Patienten, die an einer Heparinallergie (HIT) leiden. Diese seltene Krankheit verbietet den Einsatz von Heparin als gerinnungshemmendem Medikament. Dennoch können auch diese Patienten in unserer Klinik – als eine der wenigen bundesweit – operiert werden, indem wir Ersatzmedikamente einsetzen.


Viele Patienten müssen schon vor der Operation Medikamente (Acetylsalicylsäure, Clopidogrel, Phenprocoumon, Rivaroxaban und andere) einnehmen, die einen Einfluss auf die Blutgerinnung haben. Wir sind in der Lage, diese Beeinträchtigungen zu erkennen und gezielt zu behandeln.


Es gibt Patienten, die an einer angeborenen oder erworbenen Blutgerinnungsstörung leiden. Durch sorgfältige Erhebung der Befunde und eine genaue präoperative Labordiagnose, die in Zusammenarbeit mit auf Gerinnungsstörungen spezialisierte Laboratorien erfolgt, lassen sich so schon im Vorfeld zu erwartende Probleme erkennen und behandeln.