Was ist ein Wirbelbruch?

Die Wirbelsäule besteht aus den Abschnitten Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule. Die knöchernen Anteile sind die Wirbelkörper. Diese sind im Zusammenspiel mit Muskeln, Bändern und Nervenstrukturen. Die Wirbelsäule hat im Wesentlichen Stütz-, aber auch Bewegungsaufgaben. Somit werden die Wirbensäulenabschnitte ständig belastet. Im höheren Lebensalter kann es zu Veränderungen an der Wirbelsäule im Sinne von Verschleiß mit Schwächung der Knochensubstanz kommen. Bei verringerter Knochensubstanz führen oft schon kleinste Bewegungen oder Unfälle zum Bruch des Wirbelkörpers. Die Behandlung erfolgt in Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachgebieten, um eine klare Diagnose zu finden und ein gemeinsames Therapievorgehen zu definieren.

Welche Beschwerden treten auf?

Die Beschwerden werden häufig als Rückenschmerzen mit Ausstrahlung beschrieben. Insbesondere unter Belastung und Bewegung nehmen die Beschwerden zu und werden teils unerträglich.

Wird ein Stück vom Knochen in Richtung der Nervenstrukturen verschoben, kann es zu schweren Störungen mit Lähmungen und Gefühlsstörungen kommen. Neben Schmerzen und Lähmungen treten häufig auch Taubheitsgefühle oder Missempfindungen (Ameisenkriechen, Kribbeln usw.) im Beinbereich auf.

Sehr selten kommt es zu einem Verlust der Blasen- oder Mastdarmfunktion. Wenn ein solcher aber vorliegt, ist eine sofortige Vorstellung beim Arzt erforderlich.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Therapie beginnt mit Erkennen des Wirbelbruchs. Zunächst sollte eine Röntgenuntersuchung erfolgen. Zeigt sich ein Bruch, ist eine weitere Differenzierung über die Computertomographie und/oder Kernspintomographie notwendig.

Die Behandlung beinhaltet die Einnahme von Schmerzmitteln, die zusammen mit einer Orthese (Korsett) zu einer Ruhigstellung des gebrochenen Wirbels führen.
 Die Leitlinien der Gesellschaft für Osteoporose empfehlen mindestens eine dreiwöchige konservative Therapie.

Wichtig ist die fortlaufende Mobilisation des Betroffenen.

Wann sollte eine Operation durchgeführt werden?

Die Operation ist eine der Therapiemöglichkeit. Kommt es unter der medikamentösen Schmerztherapie zu keiner Besserung, kann ein operativer Eingriff helfen. 
Immer erforderlich ist eine operative Maßnahme, wenn eine Instabilität des gebrochenen Wirbels besteht und eine Verletzung der Nervenstrukturen aufgetreten ist oder droht.

Welche Operationsmöglichkeiten gibt es?

Es gibt zwei wesentliche Verfahren. Eine Methode unterstützt die Schmerztherapie. Dazu wird Knochenzement eingespritzt. Dieses einfachste Verfahren wird unter Vollnarkose durchgeführt und dauert ca. 30 Minuten.

Die andere Methode soll die Belastung eines instabilen Wirbelkörpers abfangen. Zu diesem Zweck wird eine Schraub-Stab-Verbindung eingebracht, so dass der gebrochene Wirbel in Ruhe ausheilen kann. Dieser ca. 60-minütige Eingriff geschieht über nur kleine Hauteinschnitte und ebenfalls unter Vollnarkose.  Instabile Wirbelbrüchen treten meist bei jüngeren Menschen nach einem Unfall auf. Ist der Knochen stark zerstört, wird zur Schrauben-Stab-Verbindung auch ein Ersatz für den Wirbelknochen notwendig.

Welche Komplikationen können auftreten?

Trotz größter Sorgfalt können Störungen vor, bei und nach einer Operation auftreten. Möglich sind Bewegungseinschränkungen in den Beinen, Gefühls- oder Funktionsstörungen der Blase und/oder des Darms.

Welche Nachsorge sollte erfolgen?

Nach Entlassung aus unserer Klinik können Sie sich in drei Monaten wieder in unserer ambulanten Sprechstunde vorstellen. Falls vorher erneute Beschwerden auftreten, sollte eine frühere Vorstellung erfolgen.