Albertinen Zentrum für Altersmedizin

Information zum Neubau

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Aktueller Baufortschritt

Sehen Sie >> hier << den aktuellen Baufortschritt des Zentrums für Altersmedizin über unsere Webcam.

Die Zukunft der Altersmedizin in Hamburg

Die Altersmedizin ist seit vielen Jahrzehnten ein wichtiger Schwerpunkt unserer Arbeit sowohl in der medizinisch-geriatrischen Klinik des Albertinen Hauses – Zentrum für Geriatrie und Gerontologie am Sellhopsweg wie auch im Albertinen Krankenhaus. Um den Herausforderungen des demografischen Wandels künftig noch besser begegnen zu können, entsteht auf dem Gelände des Albertinen Krankenhauses bis 2023 ein richtungsweisender Neubau für das Zentrum für Altersmedizin. Die geriatrische Klinik des Albertinen Hauses wird nach Fertigstellung an den neuen Standort umziehen.

Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem neuen Zentrum für Altersmedizin eine weitere Verbesserung in der Versorgung der uns anvertrauten geriatrischen Patientinnen und Patienten erreichen können. Unser besonderer Dank gilt der Freien und Hansestadt Hamburg für die umfassende Unterstützung in Konzeption und Finanzierung des Bauvorhabens.

Matthias Scheller, Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung Immanuel Albertinen Diakonie

Maßstäbe setzen

Der demografische Wandel macht auch vor Hamburg nicht halt: So wird in zehn Jahren ein Drittel der Hamburger Bevölkerung über 60 Jahre alt sein. Bereits heute werden immer mehr hochaltrige Patientinnen und Patienten in den Krankenhäusern versorgt. Die Altersmedizin steht damit zukünftig vor besonderen Herausforderungen.

Der Neubau eines Zentrums für Altersmedizin am Albertinen Krankenhaus ist eine Antwort darauf und zeigt, wie die Zukunft der geriatrischen Versorgung aussehen wird.

Ralf Zastrau, Geschäftsführer Albertinen-Krankenhaus/Albertinen-Haus gemeinnützige GmbH

1980 wurde das Albertinen Haus als erstes Bundesmodell für Klinische Geriatrie in Deutschland gegründet und entwickelte sich in der Folge schnell zu einem Leuchtturm für moderne Geriatrie. Diesem Anspruch verpflichtet wollen wir 40 Jahre später mit dem Neubau des Zentrums für Altersmedizin am Standort Albertinen Krankenhaus erneut Maßstäbe in der fach- und berufsübergreifenden Versorgung hochaltriger Menschen setzen. Die Altersmedizin ist zukünftig hochspezialisiert und profitiert von dem Expertenwissen vieler unterschiedlicher Fachdisziplinen und Berufsgruppen. So wird es mit der Verzahnung der Geriatrie mit den verschiedenen Fachabteilungen des Albertinen Krankenhauses künftig noch besser möglich sein, den speziellen Bedürfnissen älterer Patientinnen und Patienten gerecht zu werden. Wir schaffen mit dem neuen Zentrum die baulichen Voraussetzungen für eine passgenaue Behandlung des alten Menschen: Medizinische, therapeutische und pflegerische Kompetenzen insbesondere aus den Bereichen der Geriatrie, Notfallmedizin, Unfallchirurgie, Herz- und Gefäßmedizin und Neurologie werden zusammengeführt, was eine optimale Versorgung ermöglicht. Für das Albertinen Haus wird an einem innovativen Nachnutzungskonzept gearbeitet.

Das Zentrum für Altersmedizin ist geplant als viergeschossiger Neubau mit 117 Betten und 35 teilstationären Behandlungsplätzen, der direkt an das bestehende Bettenhaus B am Hauptgebäude des Albertinen Krankenhauses angeschlossen wird. Alle Patientenzimmer sind als Ein- oder Zweibett-Zimmer ausgestaltet. Im Sockelgeschoss sollen die Geriatrische Tagesklinik, die Geriatrische Institutsambulanz sowie zentrale Therapiebereiche (Krankengymnastik, Physikalische Therapie, Ergotherapie etc.) untergebracht werden. Im Erdgeschoss finden sich Räumlichkeiten für offene Beratungsangebote sowie die Akutgeriatrie und das zertifizierte Alters-Traumazentrum mit insgesamt 42 Betten.

Eine Besonderheit ist die ebenfalls im Erdgeschoss untergebrachte Einheit zur Überwachung von Patientinnen und Patienten mit schwerem akuten Krankheitsgeschehen mit 15 Betten, darunter acht Telemetrie-Plätze. Das erste Obergeschoss beherbergt den Bereich der Geriatrischen Frührehabilitation mit dem Schwerpunkt internistische und vaskuläre Erkrankungen in enger Kooperation mit der Inneren Medizin, der Neurologie sowie des Herz- und Gefäßzentrums mit ebenfalls 42 Betten. Im zweiten Obergeschoss mit insgesamt 36 Betten finden sich die Bereiche der Kognitiven Geriatrie für die geriatrische Frührehabilitation kognitiv eingeschränkter Patientinnen und Patienten, die Palliative Geriatrie sowie der Gerontopsychosomatik in Kooperation mit dem Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie.

Das gesamte Gebäude wird nach den speziellen Bedürfnissen der älteren Patientinnen und Patienten ausgerichtet: Neben der barrierefreien Gestaltung aller Bereiche sind eine weitere Besonderheit die großen und besonders hellen Zimmer. Im zweiten Obergeschoss sorgt zusätzlich ein biodynamisches Beleuchtungskonzept für eine angenehme Atmosphäre und unterstützt den Tag / Nacht-Rhythmus der kognitiv eingeschränkten Patientinnen und Patienten. Ebenso wird auf eine klare Orientierung sehr großen Wert gelegt: Unter anderem durch ein besonderes Farbkonzept oder modernste Sensortechnik. Große Aufenthaltsräume können zum Austausch genutzt werden. Sitzinseln auf den Stationen laden zu einer kurzen Rast ein. Eine weitere Besonderheit wird der Einsatz neuer smarter Medien und Geräte sein, die das kognitive und physiotherapeutische Trainingsangebot ermöglichen und verbessern. Auf allen geriatrischen Stationen wird es zudem spezielle Therapieräume geben, die zum Beispiel auch als Übungsräume für Anti-Sturz-Trainings genutzt werden können.

Das Zentrum für Altersmedizin entsteht parallel zur Straße „Wogemannsburg“ und damit auf dem Areal, auf dem sich derzeit die Albertinen Kindertagesstätte befindet. Diese wird wenige hundert Meter entfernt an der Süntelstraße 19 a in einem zweigeschossigen rechteckigen Kubus neu entstehen und mit insgesamt 169 Plätzen im Elementar- und Krippenbereich mehr Kindern Platz bieten als die bisherige Kita mit insgesamt 100 Plätzen. Die neue Kita wird im Juni 2021 eröffnet, erst danach wird das alte Gebäude abgerissen und mit den weiteren Baumaßnahmen für die Errichtung des Zentrums für Altersmedizin begonnen, die bis Mitte 2023 abgeschlossen sein sollen.

Für die Baumaßnahme wird mit Gesamtkosten in Höhe von 52,5 Millionen Euro gerechnet. Von der Freien und Hansestadt Hamburg werden 33,6 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, hierin enthalten sind Mittel aus dem Krankenhausstrukturfonds in Höhe von 5,78 Millionen Euro. Die Immanuel Albertinen Diakonie beteiligt sich mit 18,9 Millionen Euro an den Gesamtkosten.

„Patientinnen, Patienten und Mitarbeitende werden von dem Neubau profitieren!“

Im Gespräch mit Prof. Thiem, Marianne Brune und Daniel Centgraf

Warum ist es so wichtig, dass das neue Zentrum für Altersmedizin direkt an das Albertinen Krankenhaus angebunden ist?

Prof. Thiem: Die Altersmedizin hat sich seit Etablierung der Geriatrie im Albertinen Haus vor vierzig Jahren gewandelt. Damals haben stark rehabilitative Ansätze in der Behandlung geriatrischer Patientinnen und Patienten dominiert.Über die Jahre hat sich aber gezeigt, dass geriatrische Expertise und Versorgungsangebote auch mehr und mehr in der akutmedizinischen Versorgung gebraucht werden. Darum ist es folgerichtig, die Geriatrie von ihrem jetzigen Standort umziehen zu lassen ans Albertinen Krankenhaus, einem etablierten und leistungsstarken akut versorgenden Krankenhaus. Geriatrie beginnt auf der Notaufnahme!

Marianne Brune: Ich freue mich nicht zuletzt auch auf engere Zusammenarbeit innerhalb der therapeutischen Berufsgruppen, die ja derzeit standortübergreifend stattfindet.

Was wird den Neubau auszeichnen?

Daniel Centgraf: Das unmittelbare Miteinander von moderner Geriatrie und akutmedizinischer Versorgung ist ja bereits benannt: Es ermöglicht viele Entwicklungen zur weiteren Optimierung der Patientenversorgung; zum Beispiel in der Delirprävention oder im Umgang mit dementiell Erkrankten. Darüber hinaus sollen milieutherapeutische Strukturen des Zentrums für Altersmedizin den Patientinnen und Patienten ein größtmögliches Maß an Selbstständigkeit und Wohlbefinden während des Krankenhausaufenthaltes ermöglichen. Es wird nur noch Ein- und Zweibettzimmer geben. Zudem werden wir Wege verkürzen: Die Stationsstützpunkte sind als organisatorischer Dreh- und Angelpunkt bewusst in das Zentrum der Stationen geplant. Neben der Nähe zu den Patientinnen und Patienten ergeben sich auch zahlreiche logistische Vorteile für die Mitarbeitenden der Pflege. Sämtliche Behandlungszimmer der Therapiebereiche und Büros der ärztlichen Mitarbeitenden, Sozialdienste und Pflegeexpertinnen und -experten sowie auch die Stationsküchen werden unmittelbar an die Stationen angeschlossen, um die Fluktuation zu verringern und störende Reize, zum Beispiel Geräusche, in den patientenführenden Bereichen bestmöglich zu reduzieren. Ganz bewusst haben wir uns dafür entschieden, die Arbeitsabläufe in dem Neubau dezentral zu konzipieren.

Marianne Brune: Das Konzept der kurzen Wege hilft uns auch in der Therapie: Zusätzliche Therapieräume auf den Stationen ermöglichen, dass Patientinnen und Patienten nicht im Zimmer behandelt werden müssen und trotzdem kurze Wege haben. Und weil die Nutzung der Therapieräume interdisziplinär geplant ist, erwarte ich einen anregenden praktischen Austausch im Team. Durch die Therapiemöglichkeiten auf der Station wird im Alltag auch die direkte Kommunikation mit der Pflege erleichtert. Hinzu kommt noch eine zentrale Therapiefläche im Sockelgeschoss in erster Linie für den teilstationären Bereich in direkter Anbindung an die Tagesklinik mit allen therapeutischen Berufsgruppen. Hervorzuheben ist auch, dass sich der Gangtrainer für ein innovatives Gangtraining im Neubau mitten im therapeutischen Geschehen befindet und somit noch an Bedeutung gewinnt.

Prof. Dr. med. Ulrich Thiem, Chefarzt Geriatrie und Gerontologie Albertinen Haus
Marianne Brune, Leitung Physiotherapie, Physikalische Therapie Albertinen Haus
Daniel Centgraf, Pflegerische Leitung Medizinisch-Geriatrische Klink Albertinen Haus, Stellv. Pflegedirektor Albertinen Krankenhaus / Albertinen Haus

Welches sind die aktuellen Entwicklungen in der Geriatrie, und wie haben diese Eingang in die Konzeption des Neubaus gefunden?

Prof. Thiem: Mit einer Schwerpunktstation für dementiell Erkrankte und der geriatrischen Palliativmedizin haben wir bereits heute etablierte Schwerpunkte. Diese weiter zu entwickeln, wird in den Räumlichkeiten des Neubaus auch deshalb besser gelingen, weil wir das dafür notwendige millieutherapeutische Konzept, ein entsprechendes Farb- und Beleuchtungskonzept, die Ausgestaltung der Räume und vieles mehr von vorneherein baulich planen und berücksichtigen konnten. Die traditionell enge Kooperation mit der Unfallchirurgie des Albertinen Krankenhauses, mit der wir als Alters-Traumazentrum zertifiziert sind, wird durch den Umzug deutlich erleichtert, wenn wir im Neubau auf einer gemeinsamen Station zusammenarbeiten. Neu hinzukommen wird eine kleine Überwachungseinheit. Viele akutmedizinisch erkrankte, geriatrische Patientinnen und Patienten sind für eine klassische Intensivstation nicht geeignet – aus sehr unterschiedlichen Gründen. Hier werden wir die Möglichkeit haben, bereits mit dem geriatrischen Team zu behandeln, obwohl noch z. B. Herz- und Kreislauf- oder Nierenfunktion engmaschiger überwacht werden müssen.

Die Patientensicherheit spielt bei der Versorgung älterer Patientinnen und Patienten eine besondere Rolle. Welche Konzepte werden hierzu im Neubau verfolgt?

Daniel Centgraf: Der Krankenhausalltag und sämtliche Raumstrukturen sollten für den älteren Menschen bewusst so gestaltet sein, dass sie oder er sich darin eigenständig zurechtfinden und voll aus seinen vorhandenen Ressourcen schöpfen kann. Die Gestaltung wird diesem Anspruch gerecht, etwa durch offene und übersichtliche Gestaltung der Stationsflure, eine orientierungsförderliche Bebilderung und Wegeleitsysteme sowie ein speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen abgestimmtes Farb- und Lichtkonzept. So setzen wir auf helles Licht in allen patientenführenden Raumstrukturen, viel Tageslicht in den Stationsfluren und ein circadianes, den Tagesrhythmus unterstützendes Lichtkonzept im Bereich der palliativen und kognitiven Geriatrie. Hinzu kommen technische Sicherheitssysteme sowie zum Beispiel die elektronische Sicherung der Ausgangstüren zu Treppenhäusern, Schutzengelsysteme für Patientinnen und Patienten mit Hinlauftendenz und elektronische Türschlösser zu Funktions- oder Entsorgungsräumen sowie besonders helle Beleuchtung im Bereich der Patientenzimmer, Patientenbäder und Stationsfluren. Bei der barrierefreien Gestaltung der Patientenbäder und Nasszellen steht die Funktionalität im Vordergrund. Gezielt eingesetzte farbliche Akzente und deutliche Kontraste erleichtern die Orientierung im Raum. Es wird auch ein sensorgesteuertes Licht im Vorraum des Patientenzimmers geben, das nachts den Weg ins Bad weist.

Prof. Thiem: Wir können wirklich sagen, dass in dem Neubau nahezu alle für eine moderne Geriatrie wichtigen baulichen Konzepte umgesetzt werden. Wir haben die Konzeption mit einer der führenden Architektinnen für „Geriatrisches Bauen“ abgesprochen und bereits viel Lob für die Planung des Neubaus ofitieren.

Marianne Brune: Ganz grundsätzlich: Mit dem Neubau erhalten wir die Rahmenbedingungen, die vorhandene Expertise und das umfassende Wissen eines jeden Mitarbeitenden bezüglich der Behandlung unserer geriatrischen Patientinnen und Patienten leichter und effektiver im Alltag zu leben. Das ist eine großartige Perspektive!