Was sind Pseudoarthrosen bzw. Infektpseudarthrosen?

Von einer Pseudarthrose spricht man, wenn ein Knochenbruch über Monate nicht verheilt. In der Regel spricht man nach sechs Monaten ohne Heilung von einer Pseudarthrose, davor von einer verzögerten Frakturheilung oder einer drohenden Pseudarthrose.

Warum kommt es zu dieser Erkrankung und wer ist davon betroffen?

Es gibt viele Gründe warum eine Pseudarthrose entstehen kann, prinzipiell kann es alle Patientinnen und Patienten mit einem Knochenbruch treffen. Ursachen für eine ausbleibende Knochenbruchheilung können zum einen Faktoren sein, die der Patient selbst mitbringt: hohes Lebensalter aber auch Vorerkrankungen wie Diabetes, Störung des Knochenstoffwechsels, Durchblutungsstörung und vieles mehr. Auch äußere Faktoren wie offene Knochenbrüche oder falsche Operationstechnik oder Implantatwahl spielen eine Rolle.

Insbesondere nach offenen Knochenbrüchen kann es zu einer bakteriellen Infektion des Knochens kommen, die dann eine Knochenbruchheilung verhindern kann. In diesen Fällen sprich man dann von einer Infektpseudarthrose.

Welche Symptome können bei dieser Krankheit auftreten?

Patientinnen und Patienten mit einer Pseudarthrose haben häufig Schmerzen vor allem unter Belastung. Oder sie können die Belastung gar nicht aufbauen. Auch haben diese Patienten zum Teil ein anhaltendes Instabilitätsgefühl im betroffenen Knochen. Es kann dann auch zum Implantatbruch kommen, bei Infektpseudarthrosen können sich Entzündungszeichen oder auch Fisteln mit Sekretentleerung zeigen.

Wie wird die Krankheit diagnostiziert und wie geht es dann weiter?

Die Diagnose wird zum einen über die körperliche Untersuchung und das Patientengespräch, vor allem jedoch durch die durchgeführten Röntgen- oder CT-Untersuchungen gestellt. In Abhängigkeit von den Beschwerden der Betroffenen muss dann die Therapie individuell geplant und besprochen werden.

Wie wird die Erkrankung behandelt, welche Behandlungsmethoden gibt es?

Bei einer Pseudarthrose sollte man zunächst nach Ursachen für deren Entstehung suchen und diese behandeln (z.B. Knochenstoffwechselstörungen oder Vitamin D-Mangel). Letztendlich muss eine (Infekt-) Pseudarthrose meist operativ behandelt werden. Hierbei muss das Pseudarthrosengewebe vollständig entfernt werden und der entstandene Defekt durch köpereigenen Knochen oder auch Knochenersatzstoffe aufgefüllt werden. In der Regel wird ein einliegendes Implantat hierbei ersetzt, bei einer Infektpseudarthrose ist ggf. auch die Anlage eines äußeren Stabilisators (Fixateur externe) erforderlich.

Wie lange dauert die Behandlung und wie verläuft der Aufenthalt im Krankenhaus?

Das Ausheilen einer behandelten Pseudarthrose dauert in der Regel sechs bis zwölf Wochen, kann jedoch auch mehr Zeit in Anspruch nehmen. Bei einer Infektpseudarthrose kann ein zwei- oder mehrzeitiges Vorgehen erforderlich sein, sodass sich die Behandlungsdauer auch auf sechs Monate verlängern kann. Die meiste Zeit der Behandlung findet ambulant statt, die jeweiligen stationären Aufenthalte betragen jeweils rund ein bis zwei Wochen.

Aus was besteht eine optimale Nachsorge?

Zunächst sollte ambulant weiterhin Physiotherapie durchgeführt werden. Bei stabilem Knochen und beruhigter Infektion ist ansonsten keine regelmäßige Therapie erforderlich. Beim erneuten Auftreten von Beschwerden oder Symptomen sollte zeitnah eine ärztliche Vorstellung erfolgen, am besten in einer spezialisierten Abteilung.

Kann die Erkrankung nach einer Behandlung erneut auftreten? Ist nach einer erfolgreichen Behandlung ein beschwerdefreier Alltag möglich?

Prinzipiell kann es auch bei vollständigem Durchbau der Pseudarthrose an der gleichen Stelle zu einem erneuten Knochenbruch kommen. Das Risiko ist jedoch eher gering. Nach erfolgreicher Behandlung ist ein beschwerdefreier Alltag und auch eine sportliche Aktivität wieder möglich.