Gebärmutterhalskrebs – lateinisch Zervixkarzinom – wird häufig durch sog. HPV-Viren (humane Papillomaviren) ausgelöst, die vor allem bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr übertragen werden und aus denen teils Jahrzehnte später Krebs hervorgehen kann. Das bedeutet aber nicht, dass jede Frau, die mit HPV-Viren infiziert ist, auch Gebärmutterhalskrebs bekommt. Seit einigen Jahren wird eine Impfung gegen diejenigen Varianten der HPV-Viren angeboten, die ein hohes Risiko beinhalten, Gebärmutterhalskrebs auszulösen. Diese Impfung sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen.

Gebärmutterhalskrebs bildet in der Regel Vorstufen aus, die sog. Dysplasien. Diese werden im Rahmen von Früherkennungsuntersuchungen erkannt und müssen weiter beobachtet werden. Auch hier gilt aber, dass aus einer Dysplasie nicht zwangsläufig Krebs entsteht. Symptome zeigt Gebärmutterhalskrebs nicht selten erst in einem fortgeschrittenen Stadium; u.a. Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr oder anstrengenden Tätigkeiten, Schmerzen beim Wasserlassen und Stuhlgang oder sehr lange Regelblutungen können – müssen aber nicht – Anzeichen sein, zu deren Abklärung unbedingt ein Gynäkologe aufgesucht werden sollte.

Die Diagnose des Zervixkarzinoms erfolgt im Rahmen der Früherkennung u.a. durch die körperliche Untersuchung des Gynäkologen, ebenso werden eine mikroskopische Untersuchung des Gebärmutterhalses (Koloskopie) sowie ein Abstrich vom Gebärmutterhals durchgeführt.  Die Gewebeprobe (Biopsie) würde im Falle eines erhärteten Verdachts vorgenommen und kann Aufschluss darauf geben, wie weit sich der Krebs bereits ausgedehnt hat.

Ultraschall, Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) sowie Spiegelungen der benachbarten Organe helfen bei der wichtigen Frage, inwieweit bereits weitere Organe von dem Krebs betroffen sind, der Tumor also Tochtergeschwülste (sog. Metastasen) ausgebildet hat. Davon abhängig ist auch die Therapie des Gebärmutterhalskrebses: Zur Diagnose, aber auch in Frühstufen des Zervixkarzinoms kann mit Hilfe einer sog. Konisation das betroffene Gewebe entfernt und so der Krebs komplett beseitigt werden. Ist der Tumor bereits tiefer in das Gewebe vorgedrungen, wird die Gebärmutter je nach Größe des Tumors und danach, ob er bereits „gestreut“ hat, die Gebärmutter mehr oder weniger radikal entfernt werden müssen – das gelingt mitunter sogar schlüssellochchirurgisch.. Im fortgeschrittenen Stadium – insbesondere auch bei erweitertem Lymphknotenbefall - wird oftmals auch eine Radiochemotherapie eingesetzt, also die Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie. Selbst wenn eine Heilung nicht mehr möglich sein sollte, so kann es doch gelingen, mit Hilfe dieser und anderer Therapieoptionen  das Fortschreiten der Erkrankung bei einer guten Lebensqualität zu verlangsamen.