Wie bei anderen Organen gibt es bei der Schilddrüse unterschiedliche Krebsformen. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist jedoch, ob die Krebszellen ihre ursprüngliche Fähigkeit noch besitzen, Jod aufzunehmen. Diese Eigenschaft wird in der Behandlung genutzt, um zusätzlich zur Operation eine gezielte Bestrahlung mit radioaktivem Jod durchzuführen. Die verbliebenen Hormonzellen nehmen das radioaktive Jod auf und werden dadurch zerstört.


Papilläre und follikuläre Schilddrüsenkarzinome werden als „differenzierte Schilddrüsenkarzinome“ bezeichnet, da diese Jod verwerten können. Bei undifferenzierten Krebsformen ist diese Fähigkeit nicht mehr vorhanden. 80% aller Schilddrüsenkrebse gehören zu den differenzierten Formen.

Der medulläre Schilddrüsenkrebs ist ein Sonderfall, bei dem der Krebs in Zellen entsteht, die auch normalerweise kein Jod verwerten können. Somit hat auch die Radiojodtherapie keinen Nutzen.


Ferner muss bei der Operation der Ausbreitungsweg der Krebsform berücksichtigt werden. Ein papillärer oder medullärer Schilddrüsenkrebs breitet sich innerhalb der benachbarten Lymphknoten aus, ein follikulärer Schilddüsenkrebs eher über die Blutgefäße. Inwieweit Lymphknoten am Hals also mitentfernt werden müssen, erklärt sich auch aus der unterschiedlichen Tumorart.

Letztendlich wird das Ausmaß der Operation durch die Krebsart und die Größe bestimmt. Hierfür gibt es international gültige Richtlinien, die auch Ihr Operateur befolgen und mit Ihnen besprechen wird.