Eine Krebserkrankung der Schilddrüse ist zwar der häufigste Krebs aller hormonbildenden Organe im Körper, jedoch im Vergleich zu anderen bösartigen Erkrankungen sehr selten. Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 6000 Personen an einem Schilddrüsenkrebs. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Als Risikofaktor wird ein Jodmangel beschrieben, da dieser zu einer vermehrten Knotenbildung in der Schilddrüse führt. Ein sehr geringer Anteil dieser Knoten kann sich dann im Verlauf der Jahre von einem gutartigen Knoten zu einem bösartigen Tumor entwickeln. Daher können regelmäßige Kontrollen von „Risikoknoten“ zur Früherkennung eines Schilddrüsenkrebses beitragen.


Auch elektromagnetische Strahlung ist ein Risikofaktor für Schilddrüsenkrebs. Im Rahmen der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki und der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl stieg in den betroffenen Gebieten die Häufigkeit von Schilddrüsenkrebs um ein Vielfaches an. Bei Beschäftigten im Umgang mit Strahlung sollten deshalb die angegebenen Arbeitsschutzmaßnahmen eingehalten und regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden.


Eine Sonderform des Schilddrüsenkrebses ist das sog. medulläre Schilddrüsenkarzinom, welches häufig genetisch bedingt ist und zusammen mit weiteren Erkrankungen anderer hormonbildender Organe im Körper auftreten kann. Diese Erkrankung wird „Multiple Endokrine Neoplasie“ oder „MEN“ genannt. Wird ein Genträger identifiziert, sollten sämtliche Familienmitglieder ebenfalls untersucht und beobachtet werden.