Wie werden Lebermetastasen diagnostiziert?

Die meisten Patienten mit einer Krebserkrankung werden routinemäßig auf Lebermetastasen untersucht. Dies ist wichtig, weil Lebermetastasen häufig sind. Findet man welche, wäre damit klar, dass der jeweilige Ursprungskrebs in einem weit fortgeschrittenen Stadium ist. Davon hängen meistens grundsätzliche Behandlungsentscheidungen ab. Es kommt umgekehrt auch vor, dass zuerst die Absiedlungen in der Leber entdeckt werden und dann der Ursprungsort gesucht werden muss.


Die wichtigsten Untersuchungsverfahren sind die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) und die Computertomographie (CT). Die CT ist eine radiologische Untersuchung, bei der anhand von bis zu 1000 Schnittbildern der Körper untersucht wird. In der CT können natürlich auch andere Organe untersucht und mitbeurteilt werden. Daher kann man mit der CT meist wichtige weitere Informationen über andere Metastasen oder den verursachenden Tumor in einem Untersuchungsgang erfassen. Die Ultraschalluntersuchung kann mit Kontrastmittel ausgeführt werden und in einigen Fällen entscheidet das Verhalten des Kontrastmittels in der untersuchten Gewebsformation über die Deutung als gut- oder bösartig. Die Methode der Kernspintomographie (auch MRT = Magnetresonanztomographie genannt) kann ebenfalls eingesetzt werden. Besonders unter Einsatz sehr spezieller Kontrastmittel bietet sie inzwischen ebenfalls eine sehr hohe Treffsicherheit. Immer wieder kommt es vor, dass wir uns schrittweise vorarbeiten müssen: häufig reicht zwar ein Verfahren aus für die entscheidende Aussage, ob Metastasen vorliegen, manchmal genügt die diagnostische Sicherheit erst, wenn mehrere Verfahren und vielleicht auch noch eine feingewebliche Untersuchung gemacht werden.


Ultraschall und Computertomographie liefern Bilder. Die Bilder werden interpretiert, also gedeutet. Die Deutung ist bei Metastasen meistens sicher, weil es klare Kriterien gibt. Wenn mit den genannten Untersuchungsverfahren aber dennoch nicht geklärt werden kann, ob eine Lebermetastasierung vorliegt, wird eine kleine Gewebsprobe aus dem Tumor genommen. Dies geschieht meist im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung mit einer dünnen Nadel, die ohne Vollnarkose sehr schonend und sehr kontrolliert durch die Bauchdecke gepiekst wird. Früher hätte man dafür eine Operation benötigt, heute wird das Ziel in einem ambulanten Eingriff (oder es wird noch eine Nacht überwacht) erreicht. Die Gewebsprobe wird feingeweblich untersucht und die Diagnose ist dann in der Regel eindeutig. Nicht selten bekommen wir auf diese Weise Informationen über die Empfindlichkeit von Tumorgewebe gegenüber speziellen Medikamenten.