Entstehung, Häufigkeit und Risiko

An Magenkrebs erkranken in Deutschland jedes Jahr über 15.000 Patienten, zwei Drittel davon sind Männer. Im Gegensatz zu vielen anderen Krebserkrankungen nimmt die Häufigkeit von Magenkrebserkrankungen insgesamt ab. Diese erfreuliche Entwicklung ist vor allem darauf zurückzuführen, dass weniger Menschen im Risiko leben. Auf gefährliche Pökelsalze verzichten zu können durch flächendeckende Einführung von Kühlschränken – das war entscheidend. Es gibt aber noch andere Faktoren – siehe unten.

Wie entsteht Magenkrebs?

Magenkrebs entsteht durch eine bösartige genetische Veränderung einzelner Zellen der Magenschleimhaut. Kennzeichen jeder bösartigen Erkrankung sind unkontrolliertes und infiltratives Wachstum, d.h. die Tumorzellen können in das umgebende Gewebe einwachsen und besitzen die Fähigkeit, in anderen Organen Tochtergeschwulste (sog. Metastasen) abzusetzen. Warum sich die Zellen der Magenschleimhaut bösartig verändern, ist ursächlich nicht genau geklärt. Allerdings gibt es Erkrankungen und äußere Einflüsse, die die Entstehung einer Magenkrebserkrankung begünstigen können (Risikofaktoren). Nicht jeder Patient mit einem Risikofaktor entwickelt im Laufe seines Lebens eine Magenkrebserkrankung. Liegt aber ein solcher Risikofaktor vor, sind möglicherweise Früherkennungsuntersuchungen angebracht, um einen eventuellen Krebs in einem möglichst frühen und dadurch sicherer heilbaren Stadium zu erkennen.


    Die Risikofaktoren sind im Einzelnen:

    • Entzündungen der Magenschleimhaut (Gastritis): Die Magenschleimhaut kann von Bakterien besiedelt werden, die resistent gegen die Magensäure sind. Das bekannteste Bakterium ist der sog. Helicobacter pylori, von dem bekannt ist, dass er eine chronische Entzündung der Magenschleimhaut hervorruft und sogar Genveränderungen in Magenzellen bewirken kann. Besteht die Infektion für längere Zeit, verändert sich die Schleimhaut. Medizinisch spricht man von einer chronisch atrophischen Gastritis und einer intestinalen Metaplasie aus der sich eine Krebserkrankung des Magens entwickeln kann.
    • Nahrungs- und Umweltfaktoren: Pökelsalz als Zusatz zur Verbesserung der Haltbarkeit von Fleisch- und Wurstwaren wird im Magen zu Nitrit umgewandelt. Aus Nitrit entsteht dann wiederum Nitrosamin. Nitrosamine sind krebserregend. Nitrit findet sich mitunter auch in Gemüse, welches aus überdüngten Böden stammt. Die Bildung von Nitrosaminen wird durch Vitamin C und E sowie durch das Spurenelement Selen gehemmt. Von daher ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung auch zur Verhinderung einer Krebserkrankung wichtig. Aber Achtung: Es gibt keinerlei Nachweis dafür, dass man sich deswegen zusätzlich Vitamin C oder Selen besorgen müsste.
    • Rauchen und Alkohol: Rauchen erhöht nicht nur das Risiko für Lungenkrebs. Auch andere Krebserkrankungen, wie z.B. Magenkrebs, sind bei Rauchern sehr viel häufiger. Ähnlich verhält es sich mit dem Alkohol. Insbesondere hochprozentige Spirituosen zerstören die Magenschleimhaut und begünstigen Magenkrebs. Die Kombination beider Gifte ist besonders schädlich.
    • Erbliche Veranlagung: In einigen Familien tritt Magenkrebs familiär gehäuft auf. Dies legt eine genetische Anfälligkeit (Disposition) bei der Entstehung von Magenkrebs nahe. Gibt es in einer Familie eine Magenkrebserkrankung, ist das Risiko für erstgradig Verwandte (Eltern, Kinder, Geschwister) bis zu vierfach erhöht.
    • Voroperationen: Patienten, die am Magen mit einer Verbindung zwischen Magen und Darm voroperiert wurden, haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Magenkrebs. Das Risiko steigt aber erst nach 15 Jahren.
    • Magenlymphom: Ein Lymphom ist eine bösartige Erkrankung des Lymphgewebes. Wenn das Lymphom vom Magen ausgeht, spricht man von einem Magenlymphom. Dieses entsteht auf dem Boden einer chronischen Entzündung. Die chronische Entzündung wird nach dem heutigen Kenntnisstand entweder durch das eigene Immunsystem hervorgerufen (Autoimmungastritis) oder durch eine Helicobacter pylori Infektion der Magenschleimhaut.
    • Refluxerkrankung („Sodbrennen“): Bei der Refluxerkrankung kommt es zu einem unnatürlich häufigen Aufstoßen von Magensäure. Die Ursache hierfür liegt in einer Schwäche des unteren Schließmuskels der Speiseröhre und des Zwerchfells. Dies verursacht eine chronische Entzündung der unteren Speiseröhre und des Mageneingangs. Besteht die Entzündung über Jahre kann sich in der unteren Speiseröhre und im Bereich des Mageneingangs eine Krebserkrankung entwickeln.