Was ist ein Analkarzinom?

Bei dem Analkarzinom handelt es sich um eine bösartige (maligne) Erkrankung des Afters. Sie wird in zwei Gruppen aufgeteilt, in die mit 80% häufigeren Analkanalkarzinome und in die selteneren Analrandkarzinome. Im Bereich des Afters vereinigen sich die normale äußere Haut und die Schleimhaut des Magendarmtraktes miteinander. Dieser kurze, komplex aufgebaute Bereich lässt sich in mehrere Zonen aufteilen. Hier geht es dabei um die unteren beiden Zonen. Bei dem Analkanalkarzinom ist der Ort des Ursprunges der Erkrankung der Analkanal von der äußerlich sichtbaren Öffnung bis zum Übergang der Haut zur Schleimhaut des Darmes. Meistens geht der Krebs von der Haut im Analkanal aus, der Pathologe findet eine Vergleichbarkeit der bösartigen Zellen mit Solchen der normalen Haut (Gewebstyp des Plattenepithelkarzinoms). Nur selten entwickelt der Übergang zur Schleimhaut oder der dort beheimateten Drüsen die Krebsgeschwulst (Gewebstyp des Adenokarzinoms).


Analkarzinome sind selten. Sie treten häufiger in Ballungszentren wie Großstädten auf. Erklärt ist dies durch die größere Anzahl an begünstigenden Infektionen. Jährlich kommt es auf 100.000 Menschen zu 0,5 bis 2 Neuerkrankungen. Dies bedeutet für Hamburg ca. 20 Neuerkrankte jährlich. Analkanalkarzinome treten häufiger bei Frauen als bei Männern (2:1) ab dem 45. Lebensjahr auf. Die selteneren Analrandkarzinome sind über die Geschlechter gleich verteilt und treten vorwiegend im höheren Lebensalter ab 60 Jahren auf. 


Analkanalkarzinome und Analrandkarzinome werden durch eine Infektion mit Viren begünstigt: Papillomaviren, Herpesviren oder HIV-Infektionen spielen eine wichtige Rolle. Dies erklärt zum Teil die erhöhte Erkrankungsrate bei homosexuellen Männern. Eine Häufung tritt zudem bei Patienten mit medikamentöser Immunsuppression nach Lebertransplantation auf. Durch die natürliche Scham werden Erkrankungen im Analbereich häufig erst spät einem Arzt gezeigt; sie werden meist über längere Zeiträume im Vorfeld als "Hämorrhoiden" gedeutet. Hinzu kommt, dass man diesen Bereich des eigenen Körpers ja selbst nicht sehen kann. Die Diagnose eines Analkarzinoms wird daher nicht selten im fortgeschrittenen Stadium gestellt.