Einmal im Jahr kann jede Frau ab 20 Jahren in Deutschland eine freiwillige und kostenlose Krebsvorsorge- beziehungsweise Früherkennungsuntersuchung beim Frauenarzt wahrnehmen. Dabei untersucht der Frauenarzt die äußeren und die inneren Geschlechtsorgane. Mit einem Wattestäbchen macht er einen Abstrich von der Vaginalschleimhaut. Erscheinen die dabei gewonnenen Zellen unter dem Mikroskop auffällig, folgt eine genauere Untersuchung der Vaginalschleimhaut in unserer Dysplasiesprechstunde.

Eine wichtige Methode zur Früherkennung des Vaginalkarzinoms ist die sogenannte Kolposkopie. Dabei betrachtet der Arzt die Vaginalschleimhaut durch eine spezielle Lupe mit bis 30-facher Vergrößerung. Um krankhafte Veränderungen besser zu erkennen, betupft er die Schleimhautoberfläche mit einer speziellen Lösung, die veränderte Zellen anfärbt.

Wichtig: Wer Beschwerden (Ausfluss aus der Scheide, Blutungen oder Schmierblutungen außerhalb der Menstruation oder Schmerzen beim Wasserlassen, beim Geschlechtsverkehr oder im Beckenraum) hat, sollte nicht bis zum nächsten Früherkennungstermin warten, sondern gleich den Frauenarzt aufsuchen und die Symptome abklären lassen.

Die von der Ständigen Impfkommission für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren empfohlene HPV-Impfung schützt vor den Typen der humanen Papillomviren, die als wichtigste Auslöser sowohl des Gebärmutterhalskrebses als auch des Vaginalkarzinoms gelten. Allerdings wirkt die Impfung nicht gegen alle Typen dieser Virusgruppe, deshalb ist eine Infektion mit einem anderen Typ nicht auszuschließen.