Bei den folgenden Anzeichen sollten Sie einen Frauenarzt aufsuchen:

  • Blutungen oder Ausfluss der nicht mit der Periode zu erklären ist
  • schwieriges oder schmerzhaftes Wasserlassen
  • Schmerzen während des Koitus oder im Beckenraum

Um zu klären, ob es sich um Krebs handelt, führt der Arzt eine Reihe von Tests durch. Er beginnt normalerweise mit einer inneren Untersuchung des Beckens. Dabei tastet er nach Knoten und macht einen Abstrich. Hierbei wird der Arzt mit einem Wattebausch, einem Bürstchen oder einem Spatel vorsichtig am Muttermund und an der Scheide entlangstreichen, um Zellen zu gewinnen. Sie können ein leichtes Druckgefühl spüren, jedoch in der Regel keinen Schmerz. Die Zellen werden unter dem Mikroskop betrachtet.


Werden nicht-normale Zellen gefunden, erfolgt in der Regel die Überweisung in unsere Dysplasiesprechstunde zur genaueren Abklärung. In dieser von drei spezialisierten Fachärztinnen (Dr. Maike Kretzschmar, Dr. Renana Schinker, Dr. Sophia Kassube) betriebenen Spezialsprechstunde untersuchen wir Ihre Scheidenschleimhaut nochmals genau mit dem elektronischen Kolposkop, einem speziellen Mikroskop, und entnehmen in lokaler Betäubung eine kleine Gewebeprobe (Biopsie) zur feingeweblichen Untersuchung.


Bei einem dringenden Krebsverdacht können weitere Untersuchungen notwendig sein, die wir im Einzelfall mit Ihnen besprechen. Dabei beschränken wir uns nicht auf die Scheide, sondern untersuchen alle Organe im Becken, um zu sehen, wo der Krebs seinen Ursprung und ob er sich ausgebreitet hat. Dazu gehören gegebenenfalls das Abtasten und die Ultraschalluntersuchung der Leistenlymphknoten, eine Kernspin- oder CT-Untersuchung des Beckens, eine Röntgenuntersuchungen des Oberkörpers zum Ausschluss einer Ausbreitung in die Lunge sowie eine Blasen- und Enddarmspiegelung.


Die Heilungschancen und die Wahl der Therapie sind abhängig vom Stadium des Krebses, ob er nur in der Scheide gefunden wird oder sich bereits auf andere Bereiche ausgebreitet hat, sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand der Patientin.

Das sogenannte FIGO-Stadium gibt an, wie stark sich der Scheidenkrebs ausgebreitet hat. FIGO steht für die internationale Fachgesellschaft Fédération Internationale de Gynécologie et d`Obstrétrique.


Stadium 0 oder Carcinoma in situ: Sehr frühes Stadium, in dem der Krebs nur in der Scheide gefunden wird und nur wenige Zellschichten dick ist.

Stadium I: Der Krebs hat sich noch nicht über die Scheide hinaus verbreitet.

Stadium II: Der Krebs hat sich auf Nachbargewebe der Scheide ausgebreitet, aber noch nicht die Beckenwand erreicht.

Stadium III: Der Krebs hat sich auf die Beckenknochen, andere Organe des Beckens und die Becken-Lymphknoten ausgebreitet.

Stadium IV-A: Der Krebs hat die Blase oder den Enddarm befallen.

Stadium IV-B: Der Krebs hat andere Körperregionen befallen, zum Beispiel die Lunge.

Rezidiv: Der Krebs ist nach einer Therapie wieder aufgetreten. Ein solcher Rückfall kann in der Scheide oder in anderen Teilen des Körpers ausbrechen.