Die Gebärmutter liegt zwischen Blase und Mastdarm im Becken der Frau. Sie wird in der medizinischen Fachsprache auch als Uterus bezeichnet, und hat – sofern nicht gerade ein Kind in ihr heranwächst – in etwa die Form und Größe einer kleinen Birne (7-8 cm). Die oberen zwei Drittel des Organs bildet der Gebärmutterkörper (Corpus uteri) mit der Gebärmutterhöhle im Inneren. In den Gebärmutterkörper münden die beiden Eileiter (Tuben), über die die Eizellen von den Eierstöcken (Ovarien) in die Gebärmutterhöhle gelangen. Das untere Drittel des Uterus ist der röhrenförmige Gebärmutterhals (Zervix), der in die Scheide mündet. Elastische Bänder geben der Gebärmutter Halt im Bauchraum, vorn und hinten ist sie vom Bauchfell (Peritoneum) überzogen.


Die Wand der sehr dehnbaren Gebärmutter ist aus zwei Schichten aufgebaut: Die äußere dicke Muskelschicht, das Myometrium, kleidet innen eine Schleimhaut aus, das sogenannte Endometrium. Die Gebärmutterschleimhaut verändert sich im Laufe des Menstruationszyklus unter dem Einfluss der weiblichen Geschlechtshormone: In der ersten Zyklushälfte führen die vorherrschenden Östrogene zum Aufbau der Schleimhaut, danach lockert sie sich unter dem Einfluss des Gelbkörperhormons (Gestagen) auf, damit sich eine befruchtete Eizelle besser einnisten kann. Kommt es nicht zur Befruchtung, wird die obere Schleimhautschicht als Regelblutung abgestoßen.


Ein Gebärmutterkrebs (Uteruskarzinom) ist in den allermeisten Fällen ein bösartiger Tumor der Gebärmutterschleimhaut. Pro Jahr erkranken etwa 25 von 100.000 Frauen an einem solchen Endometriumkarzinom, dem häufigsten Krebs des weiblichen Geschlechtsorgans. Betroffen sind vor allem Frauen, die die Wechseljahre hinter sich haben. Das Durchschnittsalter bei der Diagnose liegt bei 69 Jahren.

Endometriumkarzinome entstehen, wenn Zellen im Deck- und Drüsengewebe der Gebärmutterschleimhaut wuchern und entarten. Sie bilden zunächst einen oberflächlichen Krebs, der nach und nach in die Muskelschicht einwächst und sich schließlich auch über Lymph- und Blutgefäße ausbreitet.


Glücklicherweise wird diese Erkrankung in über 75 Prozent in einem frühen Stadium erkannt und lässt sich damit allein durch die richtige Operation heilen.

Es gibt verschiedene Untergruppen der Endometriumkarzinome, die sich im Wachstumsverhalten, in den Risikofaktoren und auch in den Therapieoptionen in der Nachbehandlung unterscheiden. Zu welcher Untergruppe der Krebs gehört, zeigt die feingewebliche Untersuchung des entfernten Tumors. Das wichtigste Merkmal ist dabei, ob die Tumorzellen unter dem Einfluss von Östrogen wachsen oder nicht. Beim sogenannten Typ-I-Karzinom, das etwa 80 Prozent aller Endometriumkarzinome ausmacht, wachsen die Tumorzellen unter Östrogeneinfluss, die Häufigkeit des östrogenunabhängigen Typ-II-Karzinoms nimmt mit dem Alter zu. Selten tritt ein genetisch bedingter familiärer Gebärmutterkrebs auf, dann meist in Verbindung mit einer Häufung von Dickdarmkrebs (Lynch-Syndrom).