Anfangs verursacht ein Gebärmutterhalskrebs keinerlei Schmerzen oder andere Symptome, allenfalls treten gelegentlich leichte Schmierblutungen auf. Erst wenn der Tumor größer wird und mit Geschwürbildung zerfällt, kommt es zu stärkeren Blutungen, vor allem nach Geschlechtsverkehr oder zu einem fleischwasserfarbigen, süßlich riechenden Ausfluss aus der Scheide. Weitere Symptome können Schmerzen im Becken oder im Kreuz sein, eine Schwellung eines Beines durch Lymphstauung sowie Schmerzen beim Stuhlgang oder beim Wasserlassen.


Die ersten Symptome eines Zervixkarzinoms lassen sich leicht mit denen einer Entzündung oder gutartiger Geschwülste verwechseln, die aber auch behandelt werden sollten. Welche Ursache sich hinter den Symptomen verbirgt, kann der Frauenarzt recht einfach herausfinden. Viele Menschen meiden lieber den Arztbesuch, weil sie Angst vor einer Krebsdiagnose haben.

Dieser Angst sollten Sie aber keinesfalls nachgeben, denn die rechtzeitige Abklärung der Symptome kann gerade beim Gebärmutterhalskrebs lebensrettend sein.


Zunächst erfolgt die gynäkologische Untersuchung: Der Frauenarzt tastet über die Bauchdecke und durch die Scheide Muttermund, Gebärmutterhals und -körper ab, durch den Enddarm den hinteren Teil der Gebärmutter und ihren Halteapparat. Mit einem Metallspatel (Spekulum) entfaltet er dann die Scheide, um mit dem Kolposkop, einer Art beleuchteter Lupe, das Gewebe in der Scheide, am Gebärmuttermund und Gebärmutterhals genau zu betrachten. Um Zellveränderungen besser erkennen zu können, wird der Gebärmutterhals mit verschiedenen Flüssigkeiten (z.B. Jodlösung, verdünnte Essiglösung) betupft, die kranke und gesunde Schleimhautzellen unterschiedlich anfärben.


Fallen dem Frauenarzt dabei Gewebeveränderungen auf oder wurde aufgrund eines auffälligen Krebsabstriches (Pap-Test) der Verdacht auf das Vorliegen einer Dysplasie oder auch eines Gebärmutterhalskrebses geäußert, kann die endgültige Diagnose nur durch eine feingewebliche Untersuchung gesichert werden. Hierfür bieten wir in unserer Klinik eine spezielle Dysplasiesprechstunde an, die von drei spezialisierten Fachärztinnen (Dr. Maike Kretzschmar, Dr. Renana Schinker, Dr. Sophia Kassube) betrieben wird. Sie entnehmen entweder mit Hilfe eines elektronischen Kolposkops eine Gewebeprobe (Biopsie) aus dem auffälligen Bereich des Gebärmutterhalses oder führen eine Konisation (Kegelschnitt) durch, bei der sie mit einem Skalpell, einer elektrischen Schlinge oder dem Laser einen Gewebekegel rund um den Muttermund ausschneiden. Sollte der verdächtige Befund im Gebärmutterhals sitzen und von außen nicht beurteilbar sein, wird die Schleimhaut des Gebärmutterhalskanals und gegebenenfalls der gesamten Gebärmutter bei einer sogenannten Kürettage ausgeschabt und im Labor untersucht. Sie bildet sich später wieder nach.


Anhand der Gewebeproben kann der Pathologe erkennen, ob es sich tatsächlich um eine Krebsvorstufe oder einen Gebärmutterhalskrebs handelt und wie tief dieser gegebenenfalls in das umliegende Gewebe eingedrungen ist. Auf die Schleimhaut begrenzte Veränderungen am Gebärmutterhals werden als „zervikale intraepitheliale Neoplasien“ (englisch: Cervical Intraepithelial Neoplasia=CIN) bezeichnet und nach dem Ausmaß der Veränderung eingeteilt. Leichte Veränderungen, die sich bei jeder zweiten betroffenen Frau noch von allein zurückbilden, werden als CIN 1 bezeichnet, mittelschwere Veränderungen, die sich bei jeder dritten Frau zurückbilden, als CIN 2. CIN 1 und CIN 2-Befunde entwickeln sich nicht zwangsläufig zu einem bösartigen Tumor weiter, sollten aber als Warnzeichen unbedingt ernstgenommen und regelmäßig kontrolliert werden. Fortgeschrittene Krebsvorstufen sowie oberflächliche, sogenannte In-situ-Karzinome, die noch auf die Schleimhaut begrenzt sind, werden im Befund als CIN 3 vermerkt und sollten baldmöglichst operativ entfernt werden.


Anders als bei der Pap-Einteilung gibt die CIN-Einteilung nicht nur einen Hinweis auf Veränderungen sondern zeigt, wie fortgeschritten die Veränderung tatsächlich ist.
Eine Ultraschalluntersuchung von der Scheide aus zeigt, ob sich ein Tumor des Gebärmutterhalses bereits auf benachbarte Organe (z.B. Eileiter, Eierstöcke, Gebärmutterkörper) ausgedehnt hat. Weiter entfernt liegende Organe wie Leber, Nieren und Harnwege lassen sich bei einer Ultraschalluntersuchung des Bauchraums auf Metastasen untersuchen. Andere bildgebende Verfahren wie Röntgen, Computer- oder Kernspintomographie sind nur bei einem begründeten Verdacht auf eine Ausbreitung des Tumors oder unklaren Ultraschallbefunden erforderlich.


Um einen Durchbruch des Tumors in die Blase oder den Enddarm auszuschließen, können Spiegelungen dieser Organe (Zystoskopie, Rektoskopie) erforderlich sein, bei denen auch Gewebeproben verdächtiger Schleimhautbereiche entnommen werden können. Besteht der Verdacht, es könnten auch Lymphknoten befallen sein, bietet hier nur ein sogenanntes operatives Staging per Bauchspiegelung (Laparoskopie) mit gezielter Entnahme und feingeweblicher Untersuchung der verdächtigen Lymphknoten letzte Sicherheit. Abhängig von Befund und Tumorausdehnung können weitere Untersuchungsmethoden sinnvoll sein.
Bestimmte Tumormarker (SCC, CEA, CA 125) können bei einem Zervixkarzinom erhöht sein. Für die Diagnosestellung sind solche Blutwerte allein aber nicht geeignet, denn sie treten nicht bei jeder betroffenen Patientin auf und kommen dafür auch bei gesunden Frauen vor. Eine wichtige Rolle kommt ihnen aber für die spätere Behandlung zu, wenn vor der Behandlung deutlich erhöhte Werte nach der Therapie absinken, sowie in der Nachsorge, wenn ein erneuter Anstieg der Tumormarker auf einen Rückfall (Rezidiv) hinweist.