Die Therapie des Ovarialkarzinoms besteht im Wesentlichen aus der Operation und, abhängig vom Tumorstadium, einer anschließenden Chemotherapie. Die Heilungschancen hängen beim Eierstockkrebs entscheidend von der kompletten Entfernung des sichtbaren Tumorgewebes ab. Die Operation erfolgt durch einen Bauchschnitt vom Schambein bis zum unteren Rand des Brustbeines. Zunächst werden in der Regel die Gebärmutter, die Eierstöcke mit dem Tumor, die Eileiter, der Blinddarm, die Bauchschürze bzw. das große Netz sowie nahegelegene Lymphknoten im Beckenbereich entfernt.


Die Tumorzellen des Ovarialkarzinoms breiten sich sehr häufig über das Bauchfell aus, eine dünne Haut, die die Bauchhöhle auskleidet und die Organe bedeckt. Deshalb suchen wir bei der Operation das gesamte Bauchfell auf Tumorherde ab und entfernen alle befallenen Stellen. Innerhalb weniger Wochen wächst dort gesundes Bauchfell nach.

Es kommt vor, dass sich das erkrankte Bauchfell nicht ohne weiteres von einem Organ (z.B. Darm, Gallenblase, Milz oder Zwerchfell) abziehen lässt, wenn das Tumorgewebe schon die Oberfläche des Organs angegriffen hat. Dann müssen wir das betroffene Organ zum Teil oder komplett entfernen, um eine komplette Tumorfreiheit und damit die beste Heilungschance zu erreichen. Lebenswichtige Organe wie die Bauchspeicheldrüse oder die Leber müssen dabei nur sehr selten teilweise mit entfernt werden.


Bei jungen Frauen mit Kinderwunsch und einer gesicherten frühen Form der Erkrankung (Tumorstadium FIGO IA) ist eine Operation möglich, bei der die Gebärmutter und der gesunde Eierstock erhalten bleiben. Diese Option hängt natürlich vom Erkrankungsstadium und den individuellen Voraussetzungen ab, was wir sehr gründlich mit unseren Patientinnen abwägen und besprechen.

Das bei der Operation entnommene Gewebe wird im Anschluss von unseren Kollegen der Pathologie feingeweblich untersucht, um das genaue Erkrankungsstadium und auch die optimale Zusammensetzung der Chemotherapie herauszufinden.


Glücklicherweise reagiert der Eierstockkrebs sehr empfindlich auf Zytostatika. Diese Medikamente setzen wir im Rahmen der Chemotherapie ein, um nach der Operation noch im Körper verbliebene Krebszellen in Tumorresten und Metastasen abzutöten. Am wirksamsten sind bei Eierstockkrebs platinhaltige Substanzen wie Carboplatin, die abhängig vom Tumorstadium auch kombiniert mit anderen Wirkstoffen wie Paclitaxel verabreicht werden. Zusätzlich kann der monoklonale Antikörper Bevacizumab in einigen Fällen die Ergebnisse der Chemotherapie noch verbessern, indem er gezielt die Bildung neuer Blutgefäße und damit die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des wachsenden Tumorgewebes behindert.


Während Ihres stationären Aufenthalts und der Chemotherapie begleitet Sie unsere erfahrene Onko Nurse. Bei Fragen zum Umgang mit Ihrer Erkrankung stehen Ihnen auch unsere Psychoonkologinnen mit Rat und Tat zur Seite wenn Sie dies wünschen.