Die beiden ovalen Eierstöcke (Ovarien) liegen rechts und links neben der Gebärmutter im kleinen Becken, wo sie von Bändern und dem Bauchfell in Position gehalten werden. Jedes Ovar wird von einer weißen Bindegewebskapsel geschützt und besteht aus der äußeren Rinde, die die in sogenannten Follikeln liegenden Eizellen enthält, und dem innen liegenden Mark, das sich aus Bindegewebe, Nerven, Blut- und Lymphgefäßen zusammensetzt. Die Eierstöcke produzieren befruchtungsfähige Eizellen und bilden zudem die Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen (Gelbkörperhormon).


Während des Monatszyklus der Frau gibt einer der beiden Eierstöcke eine Eizelle ab, die über den Eileiter zur Gebärmutter wandert, um sich dort nach der Befruchtung einzunisten oder unbefruchtet mit der Monatsblutung ausgeschieden zu werden. Die etwa pflaumengroßen Eierstöcke haben in der Bauchhöhle relativ viel Platz, so dass ihre Größenzunahme während des weiblichen Zyklus keine anderen Organe beeinträchtigt. Das führt aber auch dazu, dass wachsende Eierstock-Tumoren lange keine Beschwerden verursachen und unbemerkt bleiben.
Als mögliche Auslöser des Ovarialkarzinoms wurden bereits zahlreiche, über das gesamte Erbgut (Genom) verteilte Veränderungen (Mutationen) der Erbanlagen identifiziert sowie Vervielfältigungen und Verluste von Chromosomenabschnitten in den Tumorzellen.

Der Eierstockkrebs tritt familiär gehäuft auf. Man geht davon aus, dass die Erkrankung etwa bei jeder zehnten Frau genetisch bedingt ist. Dabei spielen die gleichen Gene (BRCA1, BRCA2) eine Rolle, die auch für Brustkrebs relevant sind. Vermutlich besteht ein Zusammenhang zwischen der Zahl der stattgefundenen Eisprünge und dem Entstehen des Eierstockkrebses, denn der tritt besonders häufig bei Frauen im höheren Lebensalter auf, die früh ihre erste und spät ihre letzte Regelblutung hatten. Kinderlose Frauen und Spätgebärende haben ein 2,5-fach erhöhtes Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken. Hormonelle Empfängnisverhütung (z.B. mit der „Pille“), lange Stillzeiten und häufige Schwangerschaften verringern dagegen das Risiko, da sie Eisprünge vorübergehend verhindern.


Als weitere Risikofaktoren gelten eine fett- und fleischreiche Ernährung, Übergewicht, sowie eine Hormontherapie nach den Wechseljahren.

Bei etwa jeder zweiten Frau mit Eierstockkrebs sind bei Diagnosestellung beide Eierstöcke befallen. Sobald der Tumor die äußere Kapsel des Eierstocks durchbricht, kann er Tochtergeschwulste (Metastasen) in der Bauchhöhle und im Bauchfell (Peritoneum) streuen.

Darüber hinaus können Metastasen über Blut- und Lymphbahnen auch in andere Organe und Körperregionen gelangen, vor allem in die Leber, die Lunge, das Brustfell (Pleura) und in die Lymphknoten entlang der Bauchschlagader (Aorta).


Nach seiner Ausdehnung im Körper wird der Eierstockkrebs in vier Tumorstadien der sogenannten FIGO-Klassifikation (International Federation of Gynecology and Obstetrics) eingeteilt:

  • FIGO I: Der Tumor ist auf Eierstockgewebe (eines oder beider Ovarien) begrenzt.
  • FIGO II: Der Eierstockkrebs hat sich auch im Becken ausgebreitet.
  • FIGO III: Metastasen haben sich in der Bauchhöhle (sog. Peritonealkarzinose) oder in Lymphknoten gebildet.
  • FIGO IV: Tumorgewebe hat sich über die Bauchhöhle hinaus in andere Organe, zum Beispiel in die Lunge, ausgebreitet.

Zudem lassen sich weitere Unterformen des Eierstockkrebses nach den Gewebemerkmalen unterscheiden, was für die Prognose des Krankheitsverlaufs wichtig ist.