Wichtigste Grundlage der Diagnostik bildet die Untersuchung der Gewebsprobe, wodurch die Lymphomzellen charakterisiert und den verschiedenen Typen zugeordnet werden kann. Die Gewebsprobe wird üblicherweise im Rahmen eines kleinen chirurgischen Eingriffes gewonnen, da es darauf ankommt, genug Gewebe für die Untersuchung zu gewinnen, um ein möglichst aussagekräftiges Ergebnis zu bekommen. Sollte dies schwierig sein, oder dem Patienten nicht zumutbar, wird Gewebe durch eine sogenannten Biopsie gewonnen, dabei wird ohne Schnitt mit einer Spezialnadel nur eine kleine Probe von außen durch die Haut genommen, allerdings mit dem Risiko, dass die Gewebsmenge nicht ausreicht um eine präzise Diagnose zu stellen. Dann erfolgt die Untersuchung der Ausbreitung der Erkrankung, zumeist mit Sonographie (Ultraschall), CT (Computertomographie) oder MRT (Kernspintomographie), sowie Knochenmark- und Blutuntersuchungen.

Aus diesen Informationen kann das Stadium bestimmt werden. Der Sinn einer Stadieneinteilung besteht darin, dass Prognose und Wahl der Behandlung vom Stadium abhängig gemacht werden. Das Prinzip ist einfach: mit I wird ein frühes Stadium bezeichnet, mit geringer Lymphommenge im Körper, mit II und III mittlere, mit IV eine weitgehende Ausbreitung – bei einigen Lymphomtypen verbunden mit einer schlechteren Prognose. Meist findet man ergänzende Buchstaben in der Stadiencodierung: Bei Vorliegen von bestimmten lymphomtypischen Beschwerden (Gewichtsverlust, Nachtschweiß, Leistungsknick, Fieber) erfolgt der Zusatz B zum Stadium, bei Fehlen dieser Symptome gibt es den Zusatz A. Zusätzlich zur Stadieneinteilung kennt man weitere Indikatoren für die individuelle Prognose (Wahrscheinlichkeit, auf eine Therapie anzusprechen, Dauer des Ansprechens, Wiedererkrankungsrate, Tod). Dazu gehören je nach Prognosesystem beispielsweise Lebensalter, Allgemeinzustand, Vorliegen bestimmter Laborwerte (erhöhte LDH, erniedrigtes Hämoglobin) oder beim Hodgkin-Lympom Blutsenkung oder große Lymphomknoten im Brustkorb. Es gibt eine ganze Reihe solcher Prognose-Scores und sie müssten ggf. individuell mit dem Hämatologen besprochen werden.