Diagnosestellung

Wenn eine zu hohe Zahl an weißen Blutkörperchen nicht durch eine Entzündung (=häufigste Ursache!) erklärt werden kann, folgt eine detailliertere Analyse der Zellsorten, von denen zu viele vorliegen. Meist veranlasst man eine sogenannte Immunphänotypisierung (auch „FACS-Analyse“) aus dem Blut. Das ist eine Untersuchung, die in einer Venenblutprobe sehr detailliert verschiedene Eigenschaften weißer Blutzellen voneinander unterschieden und auf ihren Charakter hin untersucht werden. Häufig kann man damit klar festlegen: Es besteht eine Gruppe an Zellen, die nicht normal sind, die statt regulärer Immuneigenschaften typische Kombinationen von Immuneigenschaften von Zellen einer chronischen lymphatischen Leukämie besitzen. Damit ist der Beweis für die Erkrankung geführt. Eine Knochenmark-Punktion oder die operative Entfernung eines vergrößerten Lymphknotens ist dann in der Regel nicht mehr nötig.


Diagnostik

Durch weitere Blutuntersuchungen wird die CLL weiter klassifiziert. Es wird nach genetischen Veränderungen gesucht, die eine Auskunft über das zu erwartende Verhalten der Erkrankung (z.B. langsamer oder rascherer Verlauf) geben können. Darüber hinaus muss die CLL von anderen zunächst ähnlich aussehenden Lymphomerkrankungen abgegrenzt werden, die auch mit einer Vermehrung von lymphatischen Zellen im Blut einhergehen (sogenannte leukämische Lymphome). Eine körperliche Untersuchung incl. Ultraschall des Bauches und Röntgen der Lunge erfolgen. Oft wird eine Computertomographie durchgeführt werden, um die Regionen des Körpers zu untersuchen, in denen man große Mengen von Lymphknoten findet. Die Erkrankung wird dann in ein Stadium eingeteilt, wobei es zwei unterschiedliche Systeme gibt (RAI- und Binet-Klassifikation). In die Bewertung bzw. die Bestimmung des Krankheitsstadiums gehen die Lymphozytenzahl, eine mögliche Blutarmut (Anämie), eine Verminderung der Blutplättchenzahl (Thrombozytopenie) ein sowie die Größe der Milz und mögliche Lymphknotenvergrößerungen.