Von Betroffenen für Betroffene,
von Angehörigen für Angehörige

Sie müssen Ihren Weg nicht ganz alleine gehen - manchmal tut es gut zu hören, dass andere Ähnliches erlebt haben.

Psychisch krank – wie geht es weiter? Hamburger bekommen Hilfe auf Augenhöhe von anderen Betroffenen und Angehörigen im weltweit dichtesten Netz der sogenannten

„Peer-Beratung“

Ob Depressionen, Psychose oder Manie – wer erstmals psychisch erkrankt, stellt sich viele Fragen: Was passiert mit mir? Werde ich jemals wieder der/die alte? Werde ich weiter arbeiten können? Wie verändern sich meine Beziehungen? Wem soll ich von meiner Krankheit erzählen? Kann ich auch mit meiner Krankheit ein gutes Leben führen? Auch Angehörige fragen sich, wie das Leben mit einem psychisch kranken Familienmitglied weitergehen wird.

Genau an diese Menschen richtet sich die Peer-Beratung, an Menschen die als Betroffener oder Angehöriger Erfahrungen mit Psychosen, unipolaren Depressionen, bipolarer Störung, sowie Persönlichkeitsstörungen haben.

Psychische Krankheiten treffen den ganzen Menschen und seine Umgebung. Zugleich sind sie schwerer zu verstehen als ein Knochenbruch oder eine Kreislauf-Krise. Wem soll man sich anvertrauen? Wen um Rat fragen? Am besten jemanden, der weiß, wie man sich fühlt. Der sich auskennt. Der auf Augenhöhe beraten kann. Aus eigener Erfahrung. Das ist der Grundgedanke der Peer-Beratung.

Hamburg ist weltweit die erste Metropole, die Peer-Beratung flächendeckend in nahezu allen Klinik-Ambulanzen anbietet. (Zitat Senatorin).

Peer-BeraterInnen sind durch eigene erlebte psychische Krisen, oder durch die eines Angehörigen Experten aus eigener Erfahrung geworden. Diese Erfahrungen haben die selbst Betroffenen in einer einjährigen Fortbildung EX-IN (Experienced Involvement) am Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf und die Angehörigen bei einer Schulung des Angehörigenverbandes miteinander ausgetauscht und reflektiert. Sie konnten ein kollektives Wissen erarbeiten und entwickeln, um Anderen in Krisen-Situationen behilflich zu sein, sowie die Selbst- und Familienhilfe zu stärken und zu unterstützen.

Ihre Erfahrungen sind ein Schatz für all jene, die selbst neu oder wiederholt Psychosen, Depressionen, Manien, Persönlichkeitsstörungen erleben. Eltern unterstützen andere Eltern, Partner, Geschwister, Kinder bei der Besinnung auf eigene Kräfte, bei der Bewältigung von Krisen, bei der Orientierung im Hilfesystem. Frei von Scham und Peinlichkeit.

Studien aus den USA und Großbritannien haben gezeigt, dass eine Beratung auf Augenhöhe Patienten früher erreicht, dass Peer-Berater Zugang zu Patienten finden, die sonst ohne Hilfe bleiben würden, und dass „Peers“ manchmal erreichen können, was Ärzten nicht immer gelingt: Patienten, die Rat und Hilfe von „Gleichen“ bekommen, brechen ihre Behandlung seltener ab. All das kann verhindern helfen, dass eine Krankheit chronisch wird.

Vor allem aber verkörpert jeder Peer-Berater durch sein Beispiel eine nachhaltige Ermutigung: Patienten sehen: „Ich muss mich nicht aufgeben.“ – „Ich kann daran wachsen.“ – „Ich kann gesund werden, oder zumindest gesund mit der Erkrankung leben.“

Angehörige erfahren: „Ich muss auch Grenzen setzen.“ – „Ich darf mir Gehör verschaffen, auch bei den Ärzten.“ – „Ich bekomme Tips, wie ich mit sozialen Problemen umgehen kann.“ Die Peer-Berater wiederum erleben, dass psychische Krankheit für sie nicht nur Last und Nachteile bedeutet. Stattdessen können sie mit ihren Erfahrungen und ihrer Expertise anderen nützen, auf dem Weg zur Genesung und als Lotsen durch das manchmal unübersichtliche Hilfesystem; hin zu eigenen Stärken; in einen Hafen, der sozialen Schutz bietet.

Diese Sichtweise hilft allen.

Dazu bieten die Peer-BeraterInnen die Möglichkeit Ratsuchende zu begleiten. Die Beratung ist vertraulich und kostenlos, Häufigkeit und Dauer werden individuell abgestimmt.

Kooperationspartner (neben den Kliniken):

•    Landesverband Angehörige psychisch Kranker (LApK)
•    Landesverband Psychiatrie-Erfahrener
•    Experienced-Involvement Projekt EX-IN 
•    Kontakt u. Informationsstelle für Selbsthilfegruppen KISS
•    Irre menschlich Hamburg e.V.
•    Psychosoziale Arbeitsgemeinschaften PSAG

Betroffenen-Peerberatung:

Anja Gestram, Gesprächstermine freitags (anja.gestram@albertinen.de)

Angehörigen-Peerberatung:

Suzan Bolkan, Gesprächstermine montags (suzan.bolkan@albertinen.de)
Bärbel Olbrich, Gesprächstermine donnerstags (baerbel.olbrich@albertinen.de)

Sie sind herzlich eingeladen, mit uns einen Gesprächstermin unter Tel.: 040 55 88-6550 zu vereinbaren.

Sie finden uns im Albertinen-Krankenhaus, Psychiatrie-Neubau, Erdgeschoss, Raum HE.07