Jedes Jahr erleiden ca. 10.000 Menschen in Hamburg einen Schlaganfall. Jeder Schlaganfall ist ein Notfall und sollte unverzüglich in einer Klinik mit Schlaganfallspezialstation, der sog. Stroke Unit, behandelt werden. Bei jedem Verdacht auf einen akuten Schlaganfall gilt: sofort 112 wählen!

Therapiemöglichkeiten

In der Akutphase stehen zwei Therapien zur Verfügung: Zum einen ist es häufig möglich, das Blutgerinnsel, welches ein Hirngefäß verschließt und zum dem Schlaganfall führt, aufzulösen (systemische Thrombolyse) oder das Gefäß mit einem Katheter wieder zu eröffnen (mechanische Thrombektomie). Beide Verfahren werden hier im Albertinen Krankenhaus in enger Kooperation mit erfahrenen Spezialisten der Universitätsklinik Eppendorf rund um die Uhr angeboten. Im Jahr 2017 wurden fast 800 Patienten mit akuten Schlaganfällen bei uns behandelt und 10% konnten eine Thrombolysetherapie erhalten.

Stroke Unit Behandlung

Zudem steht unser erfahrenes Schlaganfallteam jederzeit zur Verfügung, um Menschen mit akutem Schlaganfall unverzüglich mit modernsten Untersuchungs- und Behandlungsmethoden zu versorgen. Auf einer der ersten Zertifizierten Stroke Units in Hamburg wird eine Behandlung nach neuesten medizinischen Standards gewährleistet. Hierbei ist es unser Anspruch, unsere Patientinnen und Patienten in enger Zusammenarbeit von Ärzten, Pflegekräften, Physio- und Ergotherapeuten, Psychologen, Sozialarbeitern und Seelsorgern ganzheitlich zu betreuen.

Neben der Notfallbehandlung des akuten Schlaganfalls verfügt die Klinik für Neurologie über eine hohe Expertise in der Diagnostik und Behandlung atherosklerotischer, kardialer und entzündlicher Erkrankungen. Vor allem Verengungen von Hals- und Kopfschlagadern oder Rhythmusstörungen des Herzens stellen mitunter ein erhebliches Risiko dar, einen Schlaganfall zu erleiden. Durch modernste Untersuchungsmethoden und –geräte und die Zusammenarbeit in einem multidisziplinären Team können gefährliche Erkrankungen frühzeitig erkannt und durch Einleitung einer adäquaten Behandlung Schlaganfälle vermieden werden.

Risikofaktoren

Um bei Menschen, die einen Infarkt erlitten haben, erneute Schlaganfälle zu verhindern  gehört eine optimale medikamentöse Einstellung nach Identifikation der Risikofaktoren (Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes u.ä.) dazu. Dafür fühlen wir uns ebenso verantwortlich wie für die Beratung und Hilfe hinsichtlich von sog. Lebenstilfaktoren, die ebenfalls zu Schlaganfällen führen können (Rauchen, Abhängigkeitserkrankungen, Übergewicht).

Rehabilitation

Zuletzt müssen Schlaganfallpatienten der für sie am besten geeigneten Rehabilitation zugeführt werden. Dies wird von unserem Team aus Ärzten, Therapeuten und Sozialarbeitern schon frühzeitig in die Wege geleitet, um eine schnelle und effiziente Anschlussbehandlung zu gewährleisten. Mit der hauseigenen Geriatrie und Neurologischen Frührehabilitation stehen zwei Angebote am Standort zur Verfügung. Mit allen Patienten suchen wir gemeinsam einen Weg, optimal rehabilitiert zu werden und möglichst vollständig wieder am Leben teilhaben zu können.