Die Therapie wird nicht nur an die Ergebnisse der Untersuchungen, sondern auch an die Wünsche und Möglichkeiten der betroffenen Frau angepasst. Wir besprechen gemeinsam, ob eine konservative Therapie wie Beckenbodentraining, medikamentöse Therapien, Elektrostimulationstherapie oder die Behandlung mit Hilfsmitteln wie Pessaren möglich und sinnvoll ist. Alternativ können auch operative Therapiemaßnahmen eine Option für Sie sein. Dabei können wir in unserer Klinik auf alle modernen Operationsverfahren zurückgreifen.

Wir führen folgende Operationstechniken in unserer Klinik durch:

TVT

TVT (Tension-free Vaginal Tape) ist ein spannungsfreies Vaginalband, das nach wenigen Wochen im Körper einwächst. Diese Stütze stellt den ursprünglichen Verschlussmechanismus wieder her, so dass in Belastungssituationen ein ungewollter Urinabgang verhindert wird.

Bulkamid

Bulkamid ist ein Hydrogel, welches zur Aufpolsterung der Harnröhrenwand eingespritzt wird. Damit verbessert sich der Verschluss der Harnröhre und die Kontinenz wird wiederhergestellt. Das Hydrogel löst sich nicht auf und kann deshalb dauerhaft wirken. Bulkamid ist biokompatibel. Es ist weder toxisch noch allergen.

Kolposuspension

Im Rahmen einer Kolposuspension kann die Scheide über Haltefäden nahe der Schambeinäste fixiert und der Blasenhals somit angehoben werden. Diese Fixierung unterstützt den Verschlussmechanismus und führt zur Kontinenz. Diese Operation wird bei uns mittels Bauchspiegelung durchgeführt.

Botox-Injektionen

Bei einigen Patientinnen reicht die Einnahme von Tabletten bei Dranginkontinenz nicht aus. In einem kurzen Eingriff wird das Botulinumtoxin A in die Blase gespritzt, um die Blasenmuskulatur zu entspannen.

Vaginale Beckenboden-Plastiken

Die Senkung der Blase bzw. des Enddarms werden mittels einer Raffung des zwischen Scheide und Blase bzw. Scheide und Enddarms liegenden Gewebes therapiert.

Beckenboden-Netze

Ist das körpereigene Gewebe sehr geschwächt, kann dieser Defekt im Bereich des Beckenbodens mit Hilfe eines Kunststoffnetzes behoben werden. Gemäß der Empfehlung der Fachgesellschaft sind wir bei der Benutzung der Netze sehr zurückhaltend, setzen diese aber gerne in besonderen Fällen ein.

Sakrospinale Fixation

Das Scheidenende oder auch die Gebärmutter werden von der Scheide aus an einem körpereigenen Band, dem Ligamentum sacrospinale, im Beckenboden fixiert.

Laparoskopische Kolpopexie oder Uteropexie

Bei der Kolpopexie wird das Scheidenende mittels Bauchspiegelung im Bereich der Kreuzbeinhöhle (Sakropexie) oder an beiden Seiten im Becken (Pectopexie) mithilfe eines Kunststoffbandes fixiert. Bei der Uteropexie wird die Gebärmutter mit ihren körpereigenen Bändern erhalten und zusätzlich fixiert.