Wir behandeln alle Veränderungen und Besonderheiten der weiblichen Genitalorgane angepasst an das Alter und die Lebenssituation unserer Patientinnen. So unterschiedlich und einzigartig wie die Veränderungen sein können, so unterschiedlich sieht auch die Therapie aus.

  • Hymenalatresie
     (Verschluss der Scheide durch das Hymen = Jungfernhäutchen)

Die Eröffnung des Hymens ist sehr unkompliziert in einer kleinen Operation unter Narkose möglich. Dieser Eingriff wird als Hymenspaltung oder auch Hymenektomie bezeichnet. Dies sollte nach Beginn der Pubertät durchgeführt werden bevor die erste Regelblutung erwartet wird, damit sich das Menstruationsblut nicht in der Scheide staut und Beschwerden verursacht.

  • Uterus- und Vaginalsepten
     (Trennwände in Gebärmutter und/oder Scheide)

Septen der Scheide können in einer kurzen Operation in Narkose durchtrennt/entfernt werden.

Septen der Gebärmutter können im Rahmen einer Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) mithilfe von elektrischem Strom abgetragen werden. Dieser Eingriff wird auch als Metroplastik bezeichnet. Hierzu ist eine kurze Vollnarkose erforderlich.

  • Isolierte vollständige oder teilweise Vaginalaplasie/ -Atresie
     (=  Fehlen der Scheide)
  • Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom
     (MRKH-Syndrom= Fehlen von Scheide und Gebärmutter)
  • Komplettes Androgeninsensitivitätssyndrom (CAIS)
     (Fehlen von Scheide, Gebärmutter und Eierstöcken)

Um Geschlechtsverkehr zu ermöglichen, kann auf Wunsch der Frau/des Mädchens das Scheidengrübchen gedehnt oder eine „neue“ Scheide (Neovagina) gebildet werden. Zur Anlage einer Neovagina gibt es verschiedene operative Techniken. Zum Beispiel kann eine Scheide aus Haut der Körperoberfläche oder Darmanteilen geformt werden. Die besten langfristigen Ergebnisse werden jedoch bei der Anlage einer Neovagina mit der Methode der minimal-invasiven Bauchspiegel-Technik in Modifikation nach Wallwiener und Brucker erreicht. Hierbei wird während einer minimalinvasiven Operation (Bauchspiegelung, Laparoskopie) ein Spannapparat angelegt, der das vorhandene Scheidengrübchen dehnt und so eine Scheide mit normaler Scheidenschleimhaut entsteht.

Zurzeit ist es noch nicht möglich eine fehlende Gebärmutter einfach zu ersetzen. Zu diesem Thema erfolgt jedoch derzeit intensive Forschung, so dass es auch in Deutschland in ersten Fällen gelungen ist einer Frau die Gebärmutter einer anderen Frau zu transplantieren. Dies ist noch kein Standard-Verfahren und derzeit nur in wenigen Zentren weltweit möglich.

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