Analfissur akut / chronisch

Bei einer Analfissur handelt es sich um einen schmerzhaften Einriss der Schleimhaut und der Haut des Analkanales (Anoderm).

Symptome

Dem Betroffenen fallen starke Schmerzen insbesondere beim Stuhlgang auf. Die Beschwerden halten meist einige Stunden an, lassen dann jedoch häufig an Intensität nach. Es kann zu Blutungen kommen, die sich als hellrotes Blut ohne Blutgerinnsel (Koagel) in der Toilette und am Toilettenpapier zeigen.

Man unterscheidet akute, also frische Analfissuren von solchen mit einem chronischen Verlauf, die über Wochen nicht abheilen.

Krankheitsentstehung

Ausgelöst werden Analfissuren häufig durch festen bis harten Stuhlgang. Die Einrisse treten meistens vorne und hinten (bei 6 und 12 Uhr in Steinschnittlage) auf, da hier durch den Körperbau die Durchblutung am ungünstigsten ist.

Chronisch über einen längeren Zeitraum bestehende Analfissuren entwickeln sich aus akuten Analfissuren. Dies wird durch folgenden Regelkreislauf begünstigt: Die schmerzhafte Analfissur zieht einen hohen Schließmuskeldruck (Spasmus) nach sich. Hierdurch verschlechtert sich die Durchblutung, wodurch die Heilung behindert wird und beim nächsten Stuhlgang die Wunde erneut aufreißt. Dieser Vorgang kann sich über Wochen wiederholen, so dass ein Geschwür (Ulcus) der Wunde entsteht. Begleitend bildet sich im Analkanal oberhalb der chronischen Analfissur häufig ein gutartiger Polyp und äußerlich, am Anus, ein Hautläppchen (Vorpostenfalte).

Diagnostik

Zur Diagnostik der Analfissur gehört zunächst die proktologische Untersuchung mit Betrachtung (Inspektion), dem Austasten des Afters und des Enddarmes (digitale Untersuchung), eine Proktoskopie (Spiegelung des Analkanales) und Rektoskopie (Spiegelung des Mastdarmes). Sollte die Untersuchung schmerzbedingt nicht möglich sein, kann eine Untersuchung in Narkose notwendig werden.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Therapie der akuten Analfissur liegt in einer Stuhlregulation. Hierbei liegt das Ziel darin, den Stuhlgang weich, jedoch noch geformt zu halten. Verwendung finden hierbei Medikamente wie Milchzuckersirup und Quellmittel. Der Therapieerfolg dieser Hilfsmittel liegt in der regelmäßigen Anwendung.
Bei spastischem Schließmuskel (hoher Schließmuskeldruck) besteht zudem das Ziel diesen Krampf zu lösen. Es finden Analdehner in Verbindung mit Salben Anwendung, die den Druck verringern sollen. Um diese Therapie zu ermöglichen, ist eine begleitende Schmerztherapie sinnvoll.

Eine chronische Analfissur kann durch eine Operation behandelt werden. Das durch den langen Krankheitsverlauf entstandene Geschwür wird unter Narkose entfernt. Hierdurch wird dem Gewebe die Möglichkeit gegeben zu heilen. Nach der Operation verbleibt eine äußerliche Wunde, die innerhalb von einigen Wochen abheilt. Es ist eine Nachbehandlung mit Abduschen und ggf. Sitzbädern erforderlich. Bis zur abgeschlossenen Wundheilung sollte die äußerliche Wunde mit Verbandsmaterial abgedeckt werden.

Nach der operativen Therapie schließt sich auch hier eine Stuhlregulation an. Der Stuhlgang soll weich, jedoch geformt gehalten werden. Zudem kann eine Behandlung mittels Analdehner notwendig sein. Außerdem sollte begleitend eine Schmerztherapie erfolgen.

Für ein beratendes Gespräch stehen wir Ihnen gerne in unserer speziellen chirurgischen Sprechstunde zur Verfügung. 

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