Gefördert vom Innovationsfonds wurde zwischen 2017–2020 unter Konsortialführung der Techniker Krankenkasse (TK) unter Beteiligung der TK, BARMER, DAK-Gesundheit und DRV Knappschaft-Bahn-See das NWGA als Hilfs- und Betreuungsnetzwerk aufgebaut. Teilnehmende Versicherte durchliefen in der hierfür an der geriatrischen Klinik des Albertinen Hauses eingerichteten „Koordinierenden Stelle“ ein umfassendes Assessment zur Erfassung von Unterstützungsbedarf. Diese Ergebnisse begründeten den individuellen Unterstützungsplan (iUP), der bedarfsweise auf folgende Module zurückgriff (1) Rehabilitation, (2) Hilfen für Angehörige, (3) Beratung und Betreuung bei Demenz, (4) technische Assistenzsysteme sowie (5) Förderung der Gesundheitskompetenz. Teilnehmende wurden von Fallmanagern begleitet und erhielten ihren iUP, die betreffende Hausarztpraxis einen ärztlichen Bericht.
Einzuschließen in das NWGA waren zuhause lebende Versicherte im Alter ab 70 Jahren der kooperierenden Krankenkassen in der Pilotregion Bezirk Hamburg Eimsbüttel, die gefährdet waren, hilfs- und pflegebedürftig zu werden. Um die Zielgruppe, also jene Personen mit Gefährdung für Hilfs- und Pflegebedürftigkeit einzugrenzen, wurde der LUCAS Funktions-Index (LUCAS FI) zur Beurteilung des Grades funktionaler Kompetenz verwendet. Es handelt sich hierbei um einen Selbstausfüll-Fragebogen mit sechs Fragen zu funktionalen Reservemarkern sowie sechs Fragen zu Risikomarkern (Dapp U, Minder C, Anders J, Golgert S, von Renteln-Kruse W (2014): Long-term prediction of changes in health status, frailty, nursing care and mortality in community-dwelling senior citizens - results from the Longitudinal Urban Cohort Ageing Study (LUCAS). BMC Geriatrics 2014; 14:141. http://www.biomedcentral.com/1471-2318/14/141).
Erfolgreich eingeschlossen wurden in das NWGA Personen mit abnehmenden Funktionen (postROBUST, preFRAIL, FRAIL gemäß LUCAS FI) zuzüglich Personen mit Pflegegrad 1–3 gemäß MDK-Begutachtung.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Kurztitel: NWGA (NetzWerk GesundAktiv)
Laufzeit: 2017 – 2020
Förderung: Innovationsfonds Gemeinsamer Bundesausschuss (GB-A),
Kooperationspartner: Praxispartner: Techniker Krankenkasse (Konsortialführer), BARMER, DAK-Gesundheit, DRV Knappschaft-Bahn-See, Albertinen Haus Zentrum für Geriatrie und Gerontologie, Cibek technology + trading GmbH, Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.; Begleitforschung: Universität Bielefeld, Forschung Albertinen Haus, wissenschaftliche Einrichtung an der Universität Hamburg

Ausgewählte Publikationen:

  • von Renteln-Kruse W, Neumann L, Vinyard D, Golgert S, Thiem U, Dapp U (2022): Funktionale Krankheitsfolgen 70jähriger und älterer Menschen und die Akzeptanz eines neuen Unterstützungs-Netzwerkes, das NetzWerk GesundAktiv (NWGA). Deutsche Medizinische Wochenschrift 2022; 147: e116-e127. doi: 10.1055/a-1933-7483.
    https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/a-1933-7483
  • Thiem U (2022): Unterstützungsnetzwerk im Quartier – das Modellprojekt „NetzWerk GesundAktiv“. In: Schwibbe W, Rehm M (Hrsg). Praxiswissen Geriatrie – ältere Menschen multiprofessionell begleiten. 2. erweiterte Auflage. Kohlhammer Verlag, Stuttgart, S. 135-144.
  • Dapp U, Anders J, Vinyard D, Golgert S, Minder CE, Neumann L, Thiem U, von Renteln-Kruse W (2021): Differenzierte Unterscheidung älterer Personen ohne Pflegebedürftigkeit nach funktionaler Kompetenz mit dem LUCAS Funktions-Index. Z Gerontol Geriat 2021, 54(Suppl 1):S35-36

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