Bezirkliche Gesundheits- und Pflegekonferenz Hamburg Eimsbüttel

Der Bezirk Hamburg Eimsbüttel ist einer von sieben Hamburger Bezirken mit knapp 250.000 Einwohnern und entspricht damit einer deutschen Großstadt mit differenzierter Sozialstruktur. Im Jahr 2004 wurde auf der gesetzlichen Grundlage des Hamburgischen Landespflegegesetzes (§2 HmbLPG) im Bezirk Hamburg Eimsbüttel die Gesundheits- und Pflegekonferenz gegründet. Berücksichtigt wird hier nicht nur die Zielgruppe kranker, behinderter und pflegebedürftiger alter Menschen (Pflegekonferenz), sondern insbesondere auch die anteilsmäßig sehr viel größere Zielgruppe der aktiven und selbstständig in der Kommune lebenden älteren Menschen. Mit diesem Brückenschlag soll der zukünftig verstärkt auf die Gesellschaft zukommenden Aufgabe nach gesundheitsfördernden und präventiven Maßnahmen im Alter Rechnung getragen werden. Die Gesundheits- und Pflegekonferenz Hamburg Eimsbüttel versteht sich gleichermaßen als Informations- und Diskussionsplattform für Professionelle (Dienstleister und Planer im Gesundheitssektor) und Laien (ältere Bürger und Angehörige), strebt eine nutzerorientierte, leistungsfähige und aufeinander abgestimmte kommunale Angebotsstruktur an sowie die Mitarbeit aller Interessierten zur Schaffung von Transparenz sowie Verbesserung und Stärkung der Infrastruktur zur Gesundheit im Alter. Die Forschungsabteilung des Albertinen-Hauses engagiert sich in der Lenkungsgruppe sowie in verschiedenen Arbeitsgruppen der Gesundheits- und Pflegekonferenz Eimsbüttel.

Hamburger Arbeitskreis zur Sturzprävention im Alter bei selbstständig lebenden Bürgern

Bei über 60-Jährigen, insbesondere aber bei hochaltrigen Personen ab 85 Jahren zählen Stürze zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen mit ernsthaften Folgen. Während Stürze von älteren Patienten in Krankenhäusern oder von Bewohnern von Pflegeeinrichtungen schon länger im Mittelpunkt des Interesses stehen, gibt es vergleichsweise weniger Erhebungen zur Sturzhäufigkeit bei selbstständig lebenden älteren Bürgern und wenig präventive Konzepte für diese zahlenmäßig größte Gruppe älterer Menschen. Auch Instrumente zur Erfassung der Sturzgefährdung richten sich nicht ausdrücklich an diese Zielgruppe. In Zusammenarbeit mit der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (BSG), Referat Gesundheitsförderung und Gesundheitsberichterstattung wurden Stürze im Alter als Leitthema einer Kampagne genutzt, um die Öffentlichkeit zu Fragen der Gesunderhaltung und Gesundheitsförderung im Alter besser zu informieren. Zu diesem Zweck gründete sich der interdisziplinäre Arbeitskreis „Sturzprävention im Alter“ mit Vertretern unterschiedlicher gemeinnütziger Verbände aus dem kommunalen Netzwerk „Gesundheit und Alter“ in der Stadt Hamburg unter Leitung der o.g. Behörde. Die Forschungsabteilung des Albertinen-Hauses bringt Expertise in den Gebieten Altersmedizin, Gesundheitsförderung im Alter und Versorgungsforschung ein.

Ausgewählte Publikationen:

  • Anders J, Behmann M, Dapp U, Walter U: Stürze älterer Menschen: Ursachen verstehen, erkennen und präventiv begegnen. In: Kaufmännische Krankenkasse in Kooperation mit Medizinischer Hochschule Hannover (Hrsg): Weißbuch Prävention 2007/2008 - Beweglich? Muskel-Skelett-Erkrankungen. Ursachen, Risikofaktoren und präventive Ansätze. Springer, Berlin, Heidelberg, New York 2008
  • Anders J, Dapp U, Laub S, von Renteln-Kruse W: Einfluss von Sturzgefährdung und Sturzangst auf die Mobilität selbstständig lebender, älterer Menschen am Übergang zur Gebrechlichkeit: Screeningergebnisse zur kommunalen Sturzprävention. Z Gerontol Geriat 2007; 40:225-267
  • Anders J, Dapp U, Laub S, von Renteln-Kruse W, Juhl K: Einschätzung der Sturzgefährdung gebrechlicher, noch selbstständig lebender, älterer Menschen. Z Gerontol Geriat 2006; 39: 268-276

Arbeitshilfe zur Umsetzung von Maßnahmen zur Gesundheitsförderung in Kommunen am Beispiel der Sturzprävention im Alter

Erarbeitet wird aktuell auf Anregung der Arbeitsgruppe „Gesund altern“ des Gesunde Städte-Netzwerkes der Bundesrepublik Deutschland (DGSN) gemeinsam mit dem Referat Gesundheitsförderung und Gesundheitsberichterstattung der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (BSG) eine Arbeitshilfe für kommunale Gesundheitsförderer zur Umsetzung gesundheitsfördernder Maßnahmen für selbständig in der Kommune lebende ältere Bürgerinnen und Bürger. Die Arbeitshilfe wird finanziell unterstützt von der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung.

Links:

Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (BSG)

Gesunde Städte-Netzwerk der Bundesrepublik Deutschland (DGSN)

Bundeszentrale für gesundheitliche Auflklärung (BZgA)

Geriatrischer Qualitätszirkel für niedergelassene Hausärzte und Hausärztinnen seit 2001

Seit 2001 begleiten Hausärzte und Hausärztinnen das Programm „Aktive Gesundheitsförderung im Alter“ in einem geriatrischen Qualitätszirkel am Albertinen-Haus, der regelmäßig alle zwei Monate stattfindet und die Richtlinien der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg sowie Qualitätsstandards der Ärztekammer Hamburg erfüllt. Es werden Themen behandelt, die sowohl für die primärmedizinische Versorgung älterer Menschen von Bedeutung sind - wie z.B. das Grundlagenwissen zum geriatrischen Screening und Assessment - als auch für die Unterstützung gesundheitsfördernder Maßnahmen – wie z.B. Präventivmedizin und Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen für ältere Menschen oder Abgabe evidenz-basierter Orientierungshilfen für die hausärztliche Praxis u.a. für Hypertonie, Fettstoffwechsel, Krebsvorsorge, Diabetes mellitus, Impfungen, Zahnpflege, Hör- und Sehprüfungen.

„Qualitätsvergleich in der Ernährung und Flüssigkeitsversorgung“

Unter der Koordination der Hamburgischen Pflegegesellschaft e.V. arbeiten seit 2004 17 Pflegeheime in Hamburg an der Erfassung des Ernährungszustandes ihrer Bewohner mit dem Ziel einer frühzeitigen Erkennung und Verbesserung von Mangel- oder Fehlernährung. Im Vordergrund stehen praktikable Ansätze sowie bewohner-orientierte Konzepte, die Lebensqualität, Prognose und Wünsche der Bewohner vorrangig berücksichtigen. Es beteiligen sich sowohl die Forschungsabteilung als auch das Pflegeheim des Albertinen-Hauses.

Links:

Hamburgischen Pflegegesellschaft e.V.

Bundeskonferenz zur Qualitätssicherung im Gesundheits- und Pflegewesen e.V.

The European Society for Clinical Nutrition and Metabolism

Effektivität geriatrischer Rehabilitation

Kontrollierte Studien sind ein wertvolles Mittel, die Effektivität therapeutischer Interventionen zu zeigen. Der Einsatz der so erprobten Behandlungsformen ist um so effektiver und effizienter, je besser er sich an den funktionalen Defiziten und Bedürfnissen der Patienten orientiert.

Ausgewählte Publikation:
Meier-Baumgartner HP, Pientka L, Anders J (2002): Die Effektivität der postakuten Behandlung älterer Menschen nach einem Schlaganfall oder einer hüftgelenksnahen Fraktur: eine evidenz-basierte Literaturübersicht des Zeitraumes 1992-1998, Schriftenreihe des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Bd. 215. Kohlhammer, Stuttgart 2002.