Grundlagen der Gesundheitsförderung und Prävention im Alter

In der Geriatrischen Forschungsabteilung wurden unterschiedliche Ansätze zur Gesundheitsförderung und Prävention bei älteren Menschen konzipiert, durchgeführt und evaluiert. Langzeitevaluationen erfolgten in den Projekten LUCAS / PROLONG HEALTH.

Von besonderem Interesse waren die Definition geeigneter Zielgruppen, die Einbindung verschiedener Berufsgruppen und Versorgungsstrukturen, mögliche Zugangswege sowie die Akzeptanz unterschiedlicher präventiver Maßnahmen:

  • EU-Projekt: Disability prevention
    "Disability prevention in older popularion – Use of information technology for health risk appraisal and prevention of functional decline"
  • Präventive Hausbesuche
    Fortbildung einer Pflegefachkraft, Entwicklung des Albertinen-Hausbesuchs-Assessments (AHA), praktische Durchführung und Evaluation
  • Geriatrisches Netzwerk
    Kooperationsmodell zwischen Hausärzten und Geriatrischer Klinik mit Memory Clinic und Sozialer Koordinierungs- und Beratungsstelle inkl. geriatrischem Qualitätszirkel am Albertinen-Haus für niedergelassene Ärzte und Ärztinnen (Hausarztstudie Teil 1)

Programm "Aktive Gesundheitsförderung im Alter"

2001 startete das Programm "Aktive Gesundheitsförderung im Alte2 mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Max und Ingeburg Herz Stiftung am Albertinen-Haus und wird bis heute wissenschaftlich begleitet.

Hier erhalten Sie nähere Informationen zu den Themen:

  • Fakten zur Gesundheitsförderung und Prävention im Alter
    Hintergrundinformationen und Definition von Gesundheitsförderung und Prävention im Alter
  • Entwicklung des Programms
    "Aktive Gesundheitsförderung im Alter" – Das Kleeblatt-Konzept. Entwicklung des Programms und wissenschaftliche Evaluation
  • Multidimensionales Beratungsangebot für Senioren
    Beratung durch ein interdisziplinäres Gesundheitsberater-Experten-Team in den Bereichen Medizin, soziale Teilhabe, körperliche Aktivität und Ernährung
  • Fortbildungsangebot für Professionelle
    „Geriatrische Gesundheitsförderung“ für interdisziplinär arbeitende geriatrische Teams in den Bereiche Medizin, soziale Teilhabe, körperliche Aktivität, Ernährung
  • Gesundheitsfördernde Kooperationen in Gesundheitsnetzen für Ältere
    In den Bereichen Forschung, Lehre und Praxis

Das Programm "Aktive Gesundheitsförderung im Alter" wurde im Jahr 2005 ausgezeichnet mit dem 1. Preis des Deutschen Präventionspreises des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Bertelsmann Stiftung.


Fakten zu Gesundheitsförderung und Prävention im Alter

Aus der WHO-Erklärung von Ottawa, 1986: 
"... Gesundheitsförderung [primordialer Ansatz] zielt auf einen Prozeß, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen..." 
(In: Dokumente der Gesundheitsförderung, Franzkowiak / Sabo, 1993)

Gesundheitsförderung ist somit als positives Konzept der Salutogenese abzugrenzen von Strategien zur Vermeidung von Krankheit (Primärprävention) oder Krankheitsfolgen (Sekundärprävention) und Rehabilitation (Tertiärprävention).

Behinderung und Pflegebedürftigkeit im Alter sind auf eine Kombination verschiedener physiologischer, psychosozialer und umgebungsbezogener Faktoren zurückzuführen. Erfolgversprechende Modelle der Prävention im Alter beruhen deshalb auf multidimensionalen Ansätzen.


Buchtipp zum Thema

Eine Anforderung an das Gesundheitswesen ist die Stärkung gesundheitlicher und präventiver Maßnahmen, die auf ein gesünderes Leben und damit auf den Erhalt von Selbstständigkeit und Mobilität bis ins hohe Alter zielen. Die Berücksichtigung des Zugangs zu diesen Angeboten – die Mobilität im Raum – wird bisher vernachlässigt. Im Mittelpunkt dieser Publikation an der Schnittstelle zwischen den Bereichen Geographie, Geriatrie und Gesundheitsförderung/Prävention wird untersucht, welche gesundheitsfördernden Angebote ältere, selbstständige Menschen in der Kommune aus gesundheitlichen, mobilitätsbedingten und räumlich-distanziellen Gründen wahrnehmen. Das Buch beginnt mit theoretischen Grundlagen wie (a) demographische Determinanten der Alterung in Deutschland, (b) gerontologisch-geriatrischen Determinanten und (c) gesundheitsfördernden und präventiven Determinanten für das Alter.