Die Vormittagsseminare finden Montag bis Donnerstag jeweils 11.30 bis 13.00 Uhr statt.

Sie können für 190,- € (für das erste Seminar) und 90,- € (für ein weiteres Seminar, wenn Sie z.B. auch schon ein Nachmittags-Seminar gewählt haben) gebucht werden (zzgl. zum Grundbetrag)

Die Teilnehmerzahl je Seminar ist auf max. 15 begrenzt.

Für die vollständige Teilnahme an den Vormittags-Seminaren erhalten Sie insgesamt 8 Fortbildungspunkte.

V01 Vertiefungsseminar

Prof. em. Dr. med. Wolfgang Berner

Vertiefungsseminar
Diskussion mit den Vortragenden der Hauptvorträge vom Vormittag

Prof. em. Dr. med. Wolfgang Berner

in freier Praxis tätig, Wien

In der Gruppe werden jeweils von Montag bis Donnerstag die Hauptvorträge gemeinsam mit den Vortragenden und dem Seminarleiter aufgegriffen und diskutiert.

Neben der Klärung und Vertiefung inhaltlicher Fragen, die sich aus dem Hauptvortrag ergeben haben, soll es vor allem die Möglichkeit geben, die Relevanz für die tägliche Praxis zu erörtern und eine Brücke zu klinischen Fragestellungen der Teilnehmer zu schlagen.

V02 Freund und Feind

Dr. Michael Schödlbauer

DIESES SEMINAR IST AUSGEBUCHT

Freund und Feind
Paranoia und Politik: ein grenzüberschreitendes Seminar

Dr. Michael Schödlbauer

Leiter des Adolf-Ernst-Meyer-Instituts für Psychotherapie, Hamburg

In der Diskussion um terroristische und religiös motivierte Gewalt ist in den letzten 20 Jahren die politische Theorie Carl Schmitts viel in Anspruch genommen worden. Sie gründet das Politische auf die Trennung von Freund und Feind, die für die Konstitution unserer Identität notwendig sei: "Der Feind ist unsere eigene Frage als Gestalt". Welche Antworten hat die Psychoanalyse auf Prozesse der Verfeindung in Politik und Klinik? Auch für paranoide Patienten wird die Unterscheidung Freund/Feind existenziell: wenn Identität und Fähigkeiten der Abgrenzung bedroht sind, bestimmt Spaltung das Geschehen. Das Seminar wendet sich an interdisziplinär Interessierte: Die "Theorie des Partisanen“" wird mit Fallvignetten von Patienten mit Verfolgungswahn gegengelesen. Schrebers "Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken“ werfen ein Licht auf Schmitts "Politische Theologie". Politische Theorie wird so als Theorie der Paranoia lesbar, sie weist aber selbst paranoide Züge auf, von denen Schmitt nicht frei war, wie sich anhand seiner Tagebücher zeigen wird.

V03 Psychodynamisches Verständnis suizidalen Erlebens

Dipl.-Psych. Dr. Astrid Altenhöfer
Dipl.-Psych. Silvia Renken

DIESES SEMINAR IST AUSGEBUCHT

Psychodynamisches Verständnis suizidalen Erlebens

Dipl.-Psych. Dr. Astrid Altenhöfer

Psychologische Psychotherapeutin (TP), Hamburg

Dipl.-Psych. Silvia Renken

Psychologische Psychotherapeutin (TP), Hamburg

Suizidalität ist ein komplexes Phänomen, das sich in Beziehungen realisiert. Es hat seinen Ursprung häufig in frühen, traumatischen Beziehungserfahrungen, deren destruktives Geschehen in Behandlungsbeziehungen reaktiviert wird und diese - wie andere Beziehungen auch – stark belasten kann. Aus dem Grund wollen wir in unserem Workshop die Beziehungsdimension und interaktiven Aspekte suizidalen Erlebens und Agierens in den Mittelpunkt stellen. Ausgehend vom Erklärungsmodell von Jürgen Kind, das der Objekt-Beziehungstheorie zugeordnet werden kann, sollen anhand von eigenen Fallbeispielen häufige Übertragungs-Gegenübertragungsmuster dargestellt und diskutiert werden sowie deren Bedeutung für die Behandlung. Eine Seminareinheit soll zudem den Besonderheiten der Behandlung älterer suizidaler Patienten gewidmet sein, eine weitere mitgebrachten Kasuistiken der Teilnehmer.

V04 Externalisierung, Projektion und Spaltung

Arnhild Uhlich

Externalisierung, Projektion und Spaltung
in Therapie und Gesellschaft

Arnhild Uhlich

Praxis für Psychotherapie und Psychoanalyse (APH), Hamburg

Psychodynamiken spielen sowohl in der Einzel- und Gruppen-Psychotherapie als auch im gesellschaftspolitischen Kontext eine immer brisantere Rolle. Mit den typischen Abwehrstrategien von Externalisierung, Projektion und Spaltung wird versucht die zunehmende Verunsicherung in unserer immer komplexeren sozialen Realität zu bewältigen. Das zeigt sich in der Sehnsucht nach einfachen, populistischen Lösungen und Schwarz-Weiß-Ideologien. Im Seminar wollen wir uns mit unseren Gegenübertragungsgefühlen auf diese polarisierenden Phänomene vor dem Hintergrund ausgewählter psychoanalytischer (Kultur-) Theorien und psychodynamischer Behandlungstechniken auseinandersetzen. Denn heftige Affekte machen uns nicht nur in Therapien zu schaffen, sondern begegnen uns auch bei unseren eigenen Einstellungen und Externalisierungs-Neigungen zu politisch Andersdenkenden. Ich möchte die Teilnehmer einladen sich dazu mit eigenen Beispielen im Seminar einzubringen.

V05 Die Psychodynamik der "weiblichen" Aggression

Dipl.-Psych. Victoria Gerdesmann
Dipl.-Psych. Carlotta Nord

DIESES SEMINAR IST AUSGEBUCHT

Die Psychodynamik der „weiblichen“ Aggression
Theoretische Ansätze und ihre mögliche Verknüpfung mit der Behandlungspraxis

Dipl-Psych. Victoria Gerdesmann

Psychologische Psychotherapeutin und Kinder- und Jugendpsychotherapeutin, Psychoanalytikerin, Hamburg

Dipl.-Psych. Carlotta Nord

Psychologische Psychotherapeutin, Psychoanalytikerin (DPG) in eigener Praxis, Hamburg

In Freuds Schriften hat die Aggression der Frau keinen großen Stellenwert. Neben einem Überblick über die historische Entwicklung seit Freud und ausgewählten klassischen Theorien zum Thema, möchten wir vor allem neuere Ansätze zum Verständnis „weiblicher Aggression“ vorstellen. In gemeinsamer Fallarbeit möchten wir mit Ihnen diese Theorie für das Verständnis therapeutischer Prozesse und unserer Patient*innen fruchtbar nutzen. Wir bitten um das Einbringen eigener Behandlungsvignetten zum Thema.

V06 Gesellschaftliche Spaltungsprozesse

Dr. med. Peter Pogany-Wnendt
Dr. med. Isolde de Vries

DIESES SEMINAR IST AUSGEBUCHT

Gesellschaftliche Spaltungsprozesse
als Folge tradierter Freund-Feind-Schemata

Dr. med. Peter Pogany-Wnendt

Erster Vorsitzender des Arbeitskreises PAKH, Köln

Dr. med. Isolde de Vries

Lehranalytikerin, Supervisorin und Dozentin an der APH,Hamburg

Unverarbeitete Trauer und Schmerz, Hass- und Rachegefühle, ebenso wie Schuld-, Scham- und Minderwertigkeitsgefühle, können zu einer fanatischen, intoleranten Ideologie und Menschenhass führen, welche unbewusst an die Nachkommen weitergegeben werden können. Dieses Erbe kann, wenn es unerkannt bleibt, zur treibenden Kraft einer unbewussten Reinszenierung der Feindschaft der Eltern und Großeltern in der gegenwärtigen Generation werden. Die destruktiven Auswirkungen können sich im alltäglichen Umgang miteinander zeigen, bleiben aber häufig unerkannt. Im Seminar wollen wir ausgehend von den Auswirkungen des Nationalsozialismus und des Holocaust den Blick für unbewusste transgenerationell bedingte Prozesse und Freund-Feind Spaltungen im Alltag, in der Politik und auch in der Psychotherapie schärfen und Möglichkeiten des konstruktiven Umgangs mit dem schwierigen Erbe gemeinsam erarbeiten. Dabei geht es um die Aufhebung der Spaltung in ein Freund-Feind-Denken, der Umwandlung von Menschenhass in verständige Menschenliebe.

V07 "Schwäne spiegeln Elefanten"

Dr. med. Dagmar Brandi

„Schwäne spiegeln Elefanten“
Aufhebung der Spaltung von Wirklichkeit und Traum im Surrealismus

Dr. med. Dagmar Brandi

Niedergelassene Ärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Psychotherapeutin, Hamburg

Der englische Kosmopolit Sir Edward James gibt in seiner Autobiographie "Elephants reflecting swans. My early years“ (1982) Einblicke in seine Phantasien und seine persönlichen Verbindungen zur surrealistischen Bewegung. Im „Ersten Manifest des Surrealismus“ (1924) formulierte André Breton: "Ich glaube an die künftige Auflösung dieser scheinbar so gegensätzlichen Zustände von Traum und Wirklichkeit in einer Art absoluter Realität, wenn man so sagen kann: Surrealität....“ In dem Seminar betrachten wir die Herleitung der Kunst der Surrealisten von den Metamorphosen, vom Symbolismus sowie Okkultismus an ausgewählten Beispielen darstellender Kunst und untersuchen deren Beziehung zu Freuds Schriften über das Unheimliche, das Unbewusste und die Traumdeutung.

V08 Über Sexualität reden

Dr. med. Silke Kleinschmidt

DIESES SEMINAR IST AUSGEBUCHT

Über Sexualität reden
Spannende Spaltungen I

Dr. med. Silke Kleinschmidt

Ärztliche Direktorin Klinik für Psychosomatische Medizin, Westerstede

Die ständige und unbegrenzte Verfügbarkeit von sexuellen Inhalten in den Medien legt nahe, dass die gesellschaftliche Tabuisierung dieses Themas endgültig überwunden sei. In der Wirklichkeit der Patienten und in den psychotherapeutischen Behandlungen fällt es aber weiterhin schwer, offen über sexuelle Themen zu sprechen. Der Kurs greift an klinischen Beispielen entlang (gerne auch anhand von Fällen der Teilnehmerinnen) die basalen Grundfragen auf: „wie erhebe ich eine vollständige sexuelle Anamnese?“, „Wie kann ich meine Fragen zu sexuellen Themen formulieren?“, „Wie werte ich meine Gegenübertragungswahrnehmungen aus?“ Dadurch werden wir über die sexuelle Dimension in der psychotherapeutischen Arbeit ins Gespräch kommen mit dem Ziel, methodische Lücken zu füllen und einen jeweils individuellen Stil im Umgang mit diesen Themen anzuregen. An einem Kurstag ist die Begegnung mit den Skulpturen von Fabian Voglers geplant, der sich mit Aspekten der sexuellen Identität und der Vielfalt der menschlichen Form beschäftigt.

V09 Körper, Identitäten und Geschlechter

Dr. phil. Katinka Schweizer

Körper, Identitäten und Geschlechter
Spannende Spaltungen II

Dr. phil. Katinka Schweizer

Psychologische Psychotherapeutin, Supervisorin & Dozentin am IfP, Hamburg

Die Frage nach der eigenen Identität sucht nach Erfahrungen der Zugehörigkeit und sozialen Anerkennung, gleichzeitig beinhaltet sie auch den narzisstisch geprägten Wunsch nach Einzigartigkeit. Wenn Patient_innen ihre Identität in Frage stellen, kann dies mit körperlichen Phantasien und Irritationen beim Gegenüber einhergehen. Das Seminar gibt Einblicke in Varianten

der psychosexuellen Entwicklung und verschiedene Identitätsentwicklungen, u.a. bei Transgender und Intersex. Ziel ist die Auseinandersetzung mit geschlechtlicher Diversität in der Psychotherapie. Dabei soll die Würdigung von Mehrdeutigkeiten mithilfe der Kunst als hilfreich für den therapeutischen Prozess erkennbar werden. Am dritten Seminartag sind wir eingeladen zu einer experimentellen Begegnung mit Arbeiten des Bildhauers Fabian Vogler - gemeinsam mit Teilnehmenden des Parallelseminars Spannende Spaltungen I (Ltg. Dr. S. Kleinschmidt). Neben dem Austausch soll eine fruchtbare Distanzierung entstehen, die anschließend Annäherung und Neubetrachtung ermöglicht.

V10 Wie und wozu träumen wir?

Dr. Wolfgang Kämmerer

DIESES SEMINAR IST AUSGEBUCHT

Wie und wozu träumen wir?
Zur Sprache des kreativen Unbewussten

Dr. med. Wolfgang Kämmerer

Internist. Arzt für Psychosomatische Medizin. Psychoanalytiker, Hannover

Selbstpsychologie und intersubjektive Wende haben unser psychodynamisches Verständnis von Träumen und ihren Berichten verändert. Träume sind Bilder und Metaphern zu Unerledigtem und Verdrängtem. Zugleich zeichnen sie Möglichkeiten des Träumers in der Welt, seinen Beziehungen und entwerfen Zukunft. Diese „groß“ genannten Träume können als Anrede des kreativen Unbewussten gesehen werden. Derartige Träume beschäftigen uns oft und verlangen nach Antworten, sonst werden die Träume vielfach quälend. Derart scheint das Unbewusste auf eine laufende Anpassung und Korrektur unseres Selbstentwurfes zu dringen, um Bedürfnisse, Anforderungen, Möglichkeiten und Wünsche immer erneut auszubalancieren und zu beantworten. Im Dialog mit Anderen lassen sich leichter als allein Antworten auf die Anrede der Träume finden. Dazu sollen Träume der Teilnehmer in der rêverie der Gruppe (assoziativ) erarbeitet werden. Bitte dazu (möglichst protokollierte) Träume mitbringen. Dies kann zugleich Modell zur Arbeit mit Träumen von Patienten sein.

V11 Das höhere und hohe Lebensalter

Dipl. Psych. Christiane Schrader

DIESES SEMINAR IST AUSGEBUCHT

Das höhere und hohe Lebensalter –
ein dunkler Kontinent

Dipl.-Psych. Christiane Schrader

Chair des Forum on Aging EPF, Leiterin des Fortbildungsausschusses FPI, Frankfurt

Wir betrachten das Alter heute als hochdynamische Lebensphase, in der Verlusten und Abbauprozessen, die früher das Bild des Alters prägten, vielfältige Ressourcen, Kompensations- und Entwicklungsmöglichkeiten gegenüberstehen. Konflikte, Verluste, Erkrankungen und Traumen, die in einem derart langen Alternsprozess auftreten können, führen heute auch ältere und alte Menschen vermehrt in unsere psychotherapeutishen, psychosomatischen und psychiatrischen Praxen. Allerdings kommen sie in unseren psychotherapeutischen und analytischen Ausbildungen bisher kaum vor und sind insofern dort vielleicht nicht abgespalten aber doch ein „dunkler Kontinent“. In dem Seminar sollen daher einige wesentliche entwicklungspsychologische und behandlungstechnische Grundlagen vermittelt und an klinischen Beispielen diskutiert werden. Die TeilnehmerInnen werden gebeten, eigene Fallbeispiele aus Ihrem unterschiedlichen Praxisfeldern einzubringen.

V12 Progressive Muskelrelaxation

Prof. Dr. med. Dr. phil. Dorothea Huber

Progressive Muskelrelaxation
Körper und Seele als Einheit

Prof. Dr. med. Dr. phil. Dorothea Huber

Professorin an der Internationalen Psychoanalytischen Universität, Berlin

Die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson wird in ihrem Konzept, ihrer Anwendung und differenziellen Therapieindikation vorgestellt und diskutiert. Es werden verschiedene Entspannungsinstruktionen (Lang- und Kurzentspannung, Version für Sitzen und für Liegen, differenzielle Entspannung) sowie die Kombination mit einer mentalen Entspannung (Ruheszene) vorgestellt, ausprobiert, gelernt. Die Selbsterfahrungen, die in diesem Seminar möglich sein werden, sind auf den eigenen Körper bezogen, es wird aber auch vermittelt, wie andere Menschen, ob in Gruppen oder Einzelpsychotherapie, erfolgreich entspannt werden können. Handouts mit verschiedenen Instruktionen werden verschickt, was neben der Selbsterfahrung, die Fähigkeiten für die Durchführung mit Patienten unterstützen kann. Auch ein Einblick in andere Entspannungsverfahren (Autogenes Training, Selbst-/Fremdhypnose, Biofeedback) wird gegeben.

Bitte bequeme Kleidung, ggf. Wolldecken mitbringen.

V13 Spaltung und Suchterkrankung

Dipl. Psych. Sybille Hirschberg
Dr. med. Marén Möhring

Spaltung und Suchterkrankung

Dipl.-Psych. Sybille Hirschberg

Psych. Psychotherapeutin, Psychoanal., Doz. a.d. APH, Superv. Lehranal.(DGPT). Praxis für Psychoanalyse u. Psychotherapie, Hamburg

Dr. med. Marèn Möhring

FÄ für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychoanalytikerin (DGPT), Psychodramatikerin (DFP), Hamburg

Die Entwicklung der Suchterkrankung und daraus resultierend die Behandlung von Suchtkranken soll unter den Aspekten der Ich-Spaltung aufgezeigt werden. Der Übergang vom schädlichen Gebrauch in das Stadium der Abhängigkeit ist mit Scham- und Schuldgefühlen wegen des Kontrollverlusts verbunden und bringt Veränderungen in der Mentalisierung mit sich. In diesem Übergang entsteht eine Suchtidentität, die mit einem veränderten Denken einhergeht: Zuerst trinkt der Patient, weil er Probleme hat. Im Stadium der Abhängigkeit hat er aber Probleme, weil er trinkt. Das „süchtige Denken“ ist ein Denken im Äquivalenzmodus. Dieser unterscheidet sich von dem „gesunden erwachsenen Denken“. Dieser Übergang mit dem Nebeneinander beider Modi führt in einen Zustand von “Zwei Seelen in meiner Brust“ (n. R. Krüger). Das Phänomen der Spaltung und Sucht soll aus der Sicht unterschiedlicher Ansätze skizziert werden. Die Leiterin/Co-Leiterin demonstriert verschiedene Interventionstechniken im Einzelsetting. Die Teilnehmer üben diese selbst in Kleingruppen.

V14 Einführung in die übertragungsfokussierte PT (TFP)

Dipl.-Psych. Cornelia Bothe

DIESES SEMINAR IST AUSGEBUCHT

Einführung in die übertragungsfokussierte PT (TFP)
Psychodynamische Behandlung der Borderline-Störungen

Dipl.-Psych. Cornelia Bothe

Psychologische Psychotherapeutin in eigener Praxis, Hamburg

Für die Therapie von Patient*innen mit Störungen aus dem Borderlinespektrum können wir heute auf gut erprobte störungsorientierte Behandlungsansätze zurückgreifen, deren Wirksamkeit vielfach belegt wurde. In den Psychodynamischen Verfahren gehört die TfP (Übertragungsfokussierte Psychotherapie) zu diesen spezialisierten Behandlungsmethoden. Die Hauptaufgabe der TFP besteht darin, die Spaltungsabwehr (die bei diesen Patient*innen die primäre Abwehrform ist) aufzuheben und eine Integration oft höchst widersprüchlicher Selbst- und Objektrepräsentanzen zu ermöglichen. In diesem Kurs möchte ich das theoretische Konzept der TFP kurz vorstellen. Die Schwerpunkte liegen auf einer Einführung in die Rahmenbedingungen, die Übertragungs- und Gegenübertragungsreaktionen und auf der Beziehungszentrierung dieses Ansatzes. Für die anschließend geplante Verknüpfung von Theorie und Praxis ist das Einbringen eigener Fragestellungen und Fallbeispiele der Teilnehmer*innen ausdrücklich erwünscht.

V15 Eine psychoanalytische Annäherung an Joseph Beuys

Dr. Matthias Oppermann

Eine psychoanalytische Annäherung an Joseph Beuys
Vermittlung eines Traumas oder traumatische Vermittlung

Dr. med. Matthias Oppermann

Niedergelassener Psychoanalytiker, Künstler, Hamburg

Für die einen war Beuys ein Scharlatan, für die anderen ein Künstlerstar. Dieses Phänomen der Polarisierung zieht sich durch seine Rezeptionsgeschichte. Dies ist zu verstehen als das Ergebnis einer Spaltung: auf der einen Seite war er begeisterter Kriegsteilnehmer im zweiten Weltkrieg, nannte den Krieg ein „Bildungserlebnis“, auf der anderen Seite wandte er sich gegen „Verhärtungen, Rationalismus und Kälte“ in der Gesellschaft. Seine Kunst ist voller Versuche, etwas zu verbinden und wieder heil zu machen. In dem Seminar wollen wir uns seinem oft sehr schwer verständlichen Werk über Biografie, Filmdokumenten und Bildbetrachtungen annähern. Im Zentrum steht dabei seine Aktion „Wie man einem toten Hasen die Bilder erklärt“. Diese wird als Traum in einer fiktiven Analysestunde mit Joseph Beuys vorgestellt.

V16 Gleichschwebende Aufmerksamkeit, Reverie und Gegenübertragung

Dr. med. Andreas Sadjiroen

DIESES SEMINAR IST AUSGEBUCHT

Gleichschwebende Aufmerksamkeit, Reverie und Gegenübertragung
Was tut sich in mir und was tue ich während einer Therapiesitzung? (Und wovon ist das abhängig? … )

Dr. med. Andreas Sadjiroen

Facharzt für psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychoanalyse (DPV/ IPA), Gruppenanalyse (D3G), Hamburg

Gleichschwebende Aufmerksamkeit erscheint in der psychodynamischen Psychotherapie mitunter wie eine Utopie. Andererseits lässt sich schlecht leugnen, dass wir mit ihrer Hilfe am deutlichsten in der Lage sind, persönliche Verwicklungen in Grenzen und unsere Sinne für das Auftauchen unbewusster Bedeutung offen zu halten. „Gegenübertragungs- Kompetenz“, also die Fähigkeit zur Gegenübertragungsanalyse, gelingt am besten, wenn wir unser Ich auf dem Weg zur Selbstreflexion durch einen Zustand gleichschwebender Aufmerksamkeit haben gehen lassen. Gleiches gilt für die Reverie, deren Reflektion erst nach Ablösung der Aufmerksamkeit von den regelhaft als unpassend und störend empfundenen „Träumereien“, „Abschweifungen“ oder „Körpersensationen“ möglich ist. Es soll die metapsychologische Begrifflichkeit, mit der wir die eigene innere Arbeit beschreiben, vermittelt, und deren Anwendung in schuloffener Gruppendiskussion verdeutlicht werden. Wer eine therapeutische Sitzung vorstellen möchte, meldet sich vor Beginn bitte bei mir (praxis@sadjiroen.de).