Anmeldungen für die Nachmittagsseminare nehmen wir mit Anmeldestart ab Mitte Oktober ausschließlich online entgegen.

Die Nachmittagsseminare finden Montag bis Donnerstag jeweils 16.30 bis 18.00 Uhr statt.

Die Teilnehmerzahl je Seminar ist auf max. 15 begrenzt.

Für die vollständige Teilnahme an den Nachmittags-Seminaren erhalten Sie insgesamt 8 Fortbildungspunkte.

N01 Aggression und Todestrieb

Dr. med. Dipl.-Soz.-wirt Christian Foth

Aggression und Todestrieb

Dr. med. Dipl. Sozwirt. Christian Foth

Arzt f. Psychosomat. Medizin, Psychoanalyse. Hamburg

Das Seminar soll vertiefend Aspekte aus dem Vortrag aufnehmen, insbesondere den Blick auf die verschiedenen aggressiven und destruktiven Entwicklungen legen: der Bogen reicht von der Genetik über hormonelle physiologische Regulationskreisläufe und psychischen Mechanismen (Emotionen, Motivationen, Trieb und Erziehung) hin zu sozialen, gesellschaftlichen Bedingtheiten aggressiven Verhaltens. Hierzu zählen die Labilisierung bestehender sozialer Strukturen und kapitalistische Lebens- und Produktionsweise. Letztlich führt diese psychodynamische und sozialpsychologische Analyse zu ökologischen Themen, wie Klimaveränderungen, Nahrungsmittelknappheiten, Flucht- und Migrationsbewegungen etc.. Wir diskutieren der Frage, warum die Antworten auf diese uns bedrängenden Themen in Europa eher konservativ, bewahrend und von diffusen Ängsten geprägt ausfallen und Veränderungen so schwer zu realisieren bzw. zu akzeptieren sind.

N02 Teamdynamiken bei der psychotherapeutischen Arbeit mit Borderline-Patienten

Dipl.-Psych. Torvi Abel
Dr. med. Helmut Teller

Teamdynamiken bei der psychotherapeutischen Arbeit mit Borderline-Patienten
Spaltung als zentraler Abwehrmechanismus von Patienten mit Borderlinestörungen stellt Behandlungsteams vor besondere Aufgaben.

Dipl.-Psych. Torvi Abel

Asklepios Klinik Nord-Ochsenzoll, Hamburg

Dr. med. Helmut Teller

Chefarzt, Krankenhaus Ginsterhof, Abt. Psychiatrie und Psychotherapie, Rosengarten

In diesem Seminar wollen wir uns mit diesen herausfordernden Dynamiken beschäftigen. Nach einer kurzen Einführung zur Borderline-Organisation und Spaltung wird der Fokus des Seminars auf der praktischen und theoretischen Auseinandersetzungen mit solchen Teamprozessen liegen. Anhand von Fallbeispielen der Dozenten und gerne auch Teilnehmern erarbeiten wir ein gemeinsames Verständnis und Interventionstechniken in Hinblick auf die Struktur des Teams und die Arbeit mit Patienten.

Das Seminar richtet sich an klinisch erfahrene Kolleginnen und Kollegen mit Interesse an Teamarbeit.

N03 Mentalisieren befördern | AUSGEBUCHT!

PD Dr. med. Carola Bindt
Dr. med. Claas Happach

Mentalisieren befördern
Einführung in Mentalisierungskonzept und MBT Jugendlicher und junger Erwachsener

PD Dr. med. Carola Bindt

Klinikdirektorin (komm.), Zentrum für Psychosoziale Medizin, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -Psychotherapie und -Psychosomatik, UKE, Hamburg

Dr. med. Claas Happach

Chefarzt Psychiatrie und Psychotherapie am Bethesda KH Bergedorf, Hamburg

Die Mentalisierungsbasierte Psychotherapie (MBT) wurde zunächst in der Behandlung von Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörungen entwickelt und beforscht. Im Unterschied zu anderen Verfahren der Verhaltens- oder Tiefenpsychologie liegt ihr Fokus nicht auf Kognitionen oder unbewussten Konflikten, sondern auf der detaillierten Exploration von Zuständen im eigenen Inneren und dem der Anderen, die gemeinsam mit dem Therapeuten identifiziert, in ihrer aktuellen Entstehung entschlüsselt und spezifisch reflektiert werden.

Der Anwendungsbereich der MBT hat sich u.a. auf Jugendliche und Jungerwachsene mit acting-out, dissoziativem Erleben, selbstverletzendem Verhalten und Suizidalität ausgedehnt (MBT-A nach Fonagy & Rossouw). 

Im Kurs werden die Grundlagen des Konzepts und der therapeutischen Haltung referiert und mit Film- und Fallmaterial veranschaulicht. Spezifische Techniken einer mentalisierungsfördernden Arbeit im Kontext werden erläutert und können im Rollenspiel erprobt werden. Fallbeispiele der Teilnehmenden sind erwünscht.

Das Seminar richtet sich an PsychotherapeutInnen, die mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen arbeiten.

N04 Spaltung, Abschottung und Durchlässigkeit

Prof. Dr. phil. Martin Teising

Spaltung, Abschottung und Durchlässigkeit in Zeiten von Corona

Prof. Dr. phil. Martin Teising

Psychoanalytiker, ehem. Präsident der International Psychoanalytic University, Berlin

Die Psychodynamik von Spaltungsprozessen wird mit Hilfe des Konzeptes der Kontaktschranke, das von Freud und Bion verwendet wurde, dargestellt. Entwicklungspsychologisch wird Spaltung als notwendige erste orientierende Differenzierung verstanden. Auf diesen Mechanismus wird auch in reiferen Entwicklungsstadien immer wieder zurückgegriffen. Die Überwindung von Spaltungsprozessen ermöglicht die Anerkennung von Realitäten und damit verbundene Trauer über Verluste, Getrenntheit und Alleinsein. Kontakte und Beschränkungen erfüllen menschliche Bedürfnisse. Der Infektionsgefahr durch Coronaviren begegnen wir mithilfe von Kontaktschranken biologischer, psychosozialer und politischer Natur in einer Zeit, die bis zur Pandemie von der Öffnung und Überwindung von Grenzen in ökonomischer, kultureller, sozialer und moralischer Hinsicht geprägt war. Vor diesem Hintergrund werden intrapsychische, interpersonelle, soziale und politische Aspekte der Kontaktschranke anhand klinischer Beispiele, gern auch von Teilnehmern, untersucht.

N05 Spaltung in der Psychosentherapie

Dr. med. Hans Schultze-Jena
Dr. phil. Dipl.-Psych. Karsten Schützmann

Spaltung in der Psychosentherapie

Dr. med. Hans Schultze-Jena

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychoanalyse niedergelassen in Hamburg

Dr. phil. Dipl.-Psych. Karsten Schützmann

Leitender Psychologe der Klinik für Akutpsychiatrie & Psychosen Asklepios Klinikum Nord, Hamburg

Neurotische Spaltung zeigt Überschneidungen mit anderen neurotischen Abwehrmechanismen wie Affektisolierung oder Leugnung. Wir alle setzen Spaltung zur psychischen Stabilisierung ein.

Psychotische Spaltung, obwohl begrifflich nicht gut von den oben genannten Abwehrmechanismen getrennt, ist ein viel umfassenderer Vorgang mit gravierenden, weitreichenden Konsequenzen für Betroffene. Im Seminar wollen wir die Natur psychotischer Spaltung herausarbeiten und an Fallbeispielen diskutieren, welche Möglichkeiten zur ihrer Überwindung bestehen.

Ausgewählte Arbeiten werden im kommenden Jahr 2021 bekannt gegeben für diejenigen, die sich mit faszinierender Literatur vorbereiten möchten.

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N06 Borderline-Persönlichkeitsstörungen | AUSGEBUCHT!

Prof. emer. Dr. phil. Udo Rauchfleisch

Borderline-Persönlichkeitsstörungen
Diagnostik und Therapie

Prof. emer. Dr. phil. Udo Rauchfleisch

Psychotherapeut in privater Praxis, Basel

Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung stellen in vielen Kliniken und Praxen einen relativ großen Anteil an den dort behandelten Patientinnen und Patienten dar. Oft sind es unbeliebte Patienten, da sie im therapeutischen Umgang etliche Probleme bereiten. Im Seminar werden die wichtigsten Aspekte der Diagnostik und der Differentialdiagnostik dargestellt sowie Fragen der für diese Patienten typischen Übertragungsentwicklungen und die häufig auftretenden Gegenübertragungsphänomene diskutiert. Daraus ergeben sich spezifische Strategien für das bei ihnen indizierte therapeutische Vorgehen. Die theoretischen Ausführungen werden durch kasuistische Beispiele veranschaulicht.

N07 Spaltungen im Ich und in der Gesellschaft

Prof. Dr. phil. Angela Morè

Spaltungen im Ich und in der Gesellschaft
durch transgenerationale Schuldweitergabe

Prof. Dr. phil. Angela Morè

Sozialpsychologin, Gruppenanalytikerin, Professorin am Institut für Soziologie der Leibnitz-Universität, Hannover

Spaltung kommt häufig zum Tragen bei der Verleugnung und Abwehr von Schuld durch Rechtfertigungen, Lügen und die Verkehrung der Täter-Opfer-Perspektive. Bei den Nachkommen derjenigen, die sich der Verantwortung für Vergehen oder Mitschuld entziehen, kann dies zu starken psychischen Belastungen führen. Diese zeigen sich u.a. in (unbewusster) Schuldübernahme, in Selbstzweifeln, Scham oder Depressionen und selbstschädigendem Verhalten. In ihren Lebensentwürfen fühlen sich viele Nachkommen zu besonderem sozialem Engagement gedrängt, zu Wiedergutmachungsleistungen und hoher Opferbereitschaft. Andere setzen die Verleugnungstradition mit Projektionen und dem Wiederbeleben von Feindbildern und Vorurteilen fort und delegieren dadurch die Reintegration an die nächste(n) Generation(en). Dahinter verbirgt sich eine tiefe innere Zerrissenheit, die, auch zu Spaltungsprozessen in der Gesellschaft führt. Diese psychischen und soziokulturellen Dynamiken und Folgen  besser zu verstehen soll das Hauptanliegen des Vortrags und Seminars sein.

N08 Ohne Spaltung keine Gewalt?

Dr. Markus G. Feil

Ohne Spaltung keine Gewalt?
Zum behandlerischen und gesellschaftlichen Umgang mit (sexuellen) Gewalttaten

Dr. Markus G. Feil

Leiter der Psychotherapeutischen Fachambulanz für Gewalt- und Sexualstraftäter, München

Spaltungen spielen in der klassischen psychoanalytischen Erklärung und psychotherapeutischen Behandlung von (sexueller) Gewalt gegen andere eine große Rolle. Man könnte sagen, ohne Spaltung - also im gesunden Zustand (?) - ist die Ausübung von Gewalt gegen andere theoretisch gar nicht möglich. Neuere psychotherapeutische Ansätze zur Erklärung und Behandlung von Gewalttätigkeit (wie bspw. die MBT) kommen ohne das Konzept der Spaltung aus. Im Seminar wird ein Überblick über mehr und weniger prominente Theorien gegeben und diese anhand eigener Fallbeispiele der Praxis des Referenten anzuwenden versucht. Falls gewünscht, wird den Seminarteilnehmenden ein Rahmen für intervisorische Fallbearbeitung zur Verfügung gestellt. Abschließend soll reflektierend auf den Umgang "der Gesellschaft", also von uns allen, mit gesellschaftlichen Gewaltphänomenen (z.B. beim Thema Terrorismus, im Hinblick auf rechte, linke und (zwischen-) staatliche Gewalt, im politischen Diskurs etc.) geschaut und die Frage nach der Integration gestellt werden.

N09 Transgenerationale Weitergabe von Traumata | AUSGEBUCHT!

Dipl.-Psych. Gabriele Amelung
Dipl.-Psych. Inge Hahn

Transgenerationale Weitergabe von Traumata
Folgen von Holocaust, Krieg, Flucht und Vertreibung in Behandlungen nachfolgender Generationen

Dipl.-Psych. Gabriele Amelung

z.Zt. kommissarische Ausbildungsleiterin am DPG Institut, Hamburg

Dipl.-Psych. Inge Hahn

Psychoanalytikerin, Lehranalytikerin u. Supervisorin, Gruppenpsychotherapeutin, Bremen

Im Seminar werden wir einen Überblick geben über die Muster transgenerativer Weitergabe von Traumatisierungen durch Holocaust, Krieg, Flucht und Vertreibung an die nachfolgenden Generationen (vor allem zweite und dritte Generation). Dabei gehen wir auch auf die Unterschiede für die jeweiligen Gruppen ein. Theoretische Überlegungen werden anhand von klinischen Fallberichten der Seminarleiterinnen dargestellt.

Wir beginnen mit einer kurzen Selbsterfahrungssequenz, um den Einfluß der eigenen und der Familiengeschichte auf die eigenen inneren Bilder und unbewussten Einstellungen besser erfassen und mögliche Gegenübertragungen eher erkennen zu können. Zum weiteren Verständnis werden Texte von Bohleber, Leuzinger-Bohleber, Benjamin, Faimberg, Radebold, Lohl u.a. herangezogen. Abschließend werden wir diskutieren, inwieweit unsere Befunde auf andere Gruppen von Patient*innen (z.B. Geflüchtete) übertragbar sein können. Mögliche Unterschiede werden wir versuchen zu benennen und bei Bedarf diskutieren. Eigenes Fallmaterial der Seminarteilnehmer*innen ist ausdrücklich erwünscht.