Die Nachmittagsseminare finden Montag bis Donnerstag jeweils 16.30 bis 18.00 Uhr statt.

Sie können für 190,- € (für das erste Seminar) und 90,- € (für ein weiteres Seminar, wenn Sie z.B. auch schon ein Vormittags-Seminar gewählt haben) gebucht werden (zzgl. zum Grundbetrag).

Die Teilnehmerzahl je Seminar ist auf max. 15 begrenzt.

Für die vollständige Teilnahme an den Nachmittags-Seminaren erhalten Sie insgesamt 8 Fortbildungspunkte.

N01 Aggression und Todestrieb

Dr. med. Dipl.-Soz.-wirt Christian Foth

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Aggression und Todestrieb

Dr. med. Dipl. Sozwirt. Christian Foth

Arzt f. Psychosomat. Medizin, Psychoanalyse. Hamburg

Das Seminar soll vertiefend Aspekte aus dem Vortrag aufnehmen, insbesondere den Blick auf die verschiedenen aggressiven und destruktiven Entwicklungen legen: der Bogen reicht von der Genetik über hormonelle physiologische Regulationskreisläufe und psychischen Mechanismen (Emotionen, Motivationen, Trieb und Erziehung) hin zu sozialen, gesellschaftlichen Bedingtheiten aggressiven Verhaltens. Hierzu zählen die Labilisierung bestehender sozialer Strukturen und kapitalistische Lebens- und Produktionsweise. Letztlich führt diese psychodynamische und sozialpsychologische Analyse zu ökologischen Themen, wie Klimaveränderungen, Nahrungsmittelknappheiten, Flucht- und Migrationsbewegungen etc.. Wir diskutieren der Frage, warum die Antworten auf diese uns bedrängenden Themen in Europa eher konservativ, bewahrend und von diffusen Ängsten geprägt ausfallen und Veränderungen so schwer zu realisieren bzw. zu akzeptieren sind.

N02 Teamdynamiken bei der psychotherapeutischen Arbeit mit Borderline-Patienten

Dipl.-Psych. Torvi Abel
Dr. med. Helmut Teller

Teamdynamiken bei der psychotherapeutischen Arbeit mit Borderline-Patienten
Spaltung als zentraler Abwehrmechanismus von Patienten mit Borderlinestörungen stellt Behandlungsteams vor besondere Aufgaben.

Dipl.-Psych. Torvi Abel

Asklepios Klinik Nord-Ochsenzoll, Hamburg

Dr. med. Helmut Teller

Chefarzt, Krankenhaus Ginsterhof, Abt. Psychiatrie und Psychotherapie, Rosengarten

In diesem Seminar wollen wir uns mit diesen herausfordernden Dynamiken beschäftigen. Nach einer kurzen Einführung zur Borderline-Organisation und Spaltung wird der Fokus des Seminars auf der praktischen und theoretischen Auseinandersetzungen mit solchen Teamprozessen liegen. Anhand von Fallbeispielen der Dozenten und gerne auch Teilnehmern erarbeiten wir ein gemeinsames Verständnis und Interventionstechniken in Hinblick auf die Struktur des Teams und die Arbeit mit Patienten.

Das Seminar richtet sich an klinisch erfahrene Kolleginnen und Kollegen mit Interesse an Teamarbeit.

N03 Mentalisieren befördern

PD Dr. med. Carola Bindt
Dr. med. Claas Happach

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Mentalisieren befördern
Einführung in Mentalisierungskonzept und MBT Jugendlicher und junger Erwachsener

PD Dr. med. Carola Bindt

Stellv. Klinikdirektorin, Klinik Kinder- und Jugendpsychiatrie, UKE, Hamburg

Dr. med. Claas Happach

Chefarzt Psychiatrie und Psychotherapie am Bethesda KH Bergedorf, Hamburg

Die Mentalisierungsbasierte Therapie (MBT) wurde zunächst in der Behandlung von Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörungen entwickelt und beforscht. Im Unterschied zu anderen Verfahren der Verhaltens- oder Tiefenpsychologie liegt ihr Fokus auf der detaillierten Exploration von Zuständen im eigenen Inneren und dem der Anderen, die gemeinsam mit dem Therapeuten identifiziert, in ihrer aktuellen Entstehung entschlüsselt und spezifisch reflektiert werden. Der Anwendungsbereich der MBT hat sich u.a. auf Jugendliche und Jungerwachsene mit Acting-out, dissoziativem Erleben, selbstverletzendem Verhalten, und Suizidalität ausdehnt (MBT-A nach Fonagy & Roussow). Im Kurs werden die Grundlagen des Konzepts und der therapeutischen Haltung referiert und mit Film- und Fallmaterial veranschaulicht. Spezifische Techniken einer mentalisierungsfördernden Arbeit im Kontext werden erläutert und können im Rollenspiel erprobt werden. Fallbeispiele der Teilnehmenden sind erwünscht.

N04 Frühes Erleben – Integration und Spaltung

Dr. med. Uta Zeitzschel

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Frühes Erleben – Integration und Spaltung
Wechselprozesse mit Beispielen aus der analytischen Säuglingsbeobachtung

Dr. med. Uta Zeitzschel

Fachärztin für Psychosomatische Medizin, Psychoanalyse (DPV), Hamburg

Das Erleben des Säuglings ist dominiert durch frühe Sinnesmodalitäten und seine noch namenlosen Affekt- und Körperzustände. Das Baby ist angewiesen auf ein Primärobjekt, das es in liebevoller, umfassender Weise hält, versteht und versorgt. Das zunächst unintegrierte Erleben entwickelt sich in einem fortwährenden Wechselprozess aus Integration und erneuter Desintegration bzw. Spaltung weiter. Dabei entstehen überdauernde Spaltungslinien, die Teil einer ersten psychischen Organisation sind. Wir alle tragen diese frühen, der prä-verbalen Zeit entstammenden Zustände unbewusst in uns und fallen in unserem Erleben zeitweilig auf frühe Spaltungslinien zurück. Wie können wir uns diese Prozesse entwicklungspsychologisch weiter vorstellen? Wie bilden sich aus gespaltenen Zuständen im Verlauf relativ überdauernde integrierte psychische Repräsentanzen heraus? Im Seminar werden wir diesen und anderen Fragen anhand von Literatur, Videosequenzen aus der Säuglingsbeobachtung und kurzen Vignetten aus Erwachsenenanalysen nachgehen.

N05 Spaltung, Abschottung und Durchlässigkeit

Prof. Dr. phil. Martin Teising

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Spaltung, Abschottung und Durchlässigkeit

Prof. Dr. phil. Martin Teising

Psychoanalytiker, ehem. Präsident der International Psychoanalytic University, Berlin

Die Psychodynamik von Spaltungsprozessen wird mit Hilfe des Konzeptes der Kontaktschranke, das von Freud und Bion verwendet wurde, dargestellt. Mit einem objektbeziehungstheoretischen Verständnis werden weitere Überlegungen zu neuen Spaltungskonzepten vorgestellt. Entwicklungspsychologisch wird Spaltung als notwendige erste orientierende Differenzierung verstanden. Auf diesen Mechanismus wird auch in reiferen Entwicklungsstadien immer wieder zurückgegriffen. Die Überwindung von Spaltungsprozessen ermöglicht dann die Anerkennung von Realitäten und damit verbundene Trauer über Verluste, Getrenntheit und Alleinsein. Vor diesem Hintergrund werden intrapsychische, interpersonelle und soziale Aspekte der Spaltung anhand klinischer Beispiele untersucht. Die erarbeiteten Konzepte sind auch zum Verständnis organisationsdynamischer und gesellschaftlicher Spaltungsphänomene hilfreich. Fallbeispiele können gern auch von den Teilnehmern eingebracht werden.

N06 Spaltung in der Psychosentherapie

Dr. med. Hans Schultze-Jena
Dr. phil. Dipl.-Psych. Karsten Schützmann

Spaltung in der Psychosentherapie
Sinn und Unsinn des Begriffs „Spaltungsirresein“

Dr. med. Hans Schultze-Jena

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychoanalyse niedergelassen in Hamburg

Dr. phil. Dipl.-Psych. Karsten Schützmann

Leitender Psychologe der Klinik für Akutpsychiatrie & Psychosen Asklepios Klinikum Nord, Hamburg

Neurotische Spaltung zeigt Überschneidungen mit anderen neurotischen Abwehrmechanismen wie Affektisolierung oder Leugnung. In der für ein gesundes Funktionieren unabdingbaren Wechselbewegung zwischen paranoid-schizoider und depressiver Position (PS - D) setzen wir alle Spaltung als notwendigen Mechanismus zur Stabilisierung unseres Seelenlebens ein. Psychotische Spaltung, obwohl begrifflich nicht gut von den oben genannten Abwehrmechanismen getrennt, ist ein viel umfassenderer Vorgang mit gravierenden, weitreichenden Konsequenzen für Betroffene. Im Seminar wollen wir die Sicht ausgewählter Autoren (u.a. Freud, Bleuler, Klein, Bion und Steiner) heranziehen, um die Natur psychotischer Spaltung herauszuarbeiten und an Fallbeispielen diskutieren, welche Möglichkeiten zur Überwindung psychotischer Spaltung bestehen. Ausgewählte Arbeiten werden vor dem Seminar bekannt gegeben für diejenigen, die sich mit faszinierender Literatur vorbereiten möchten.

N07 Borderline-Persönlichkeitsstörungen

Prof. emer. Dr. phil. Udo Rauchfleisch

DIESES SEMINAR IST AUSGEBUCHT

Borderline-Persönlichkeitsstörungen
Diagnostik und Therapie

Prof. emer. Dr. phil. Udo Rauchfleisch

Psychotherapeut in privater Praxis, Basel

Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung stellen in vielen Kliniken und Praxen einen relativ großen Anteil an den dort behandelten Patientinnen und Patienten dar. Oft sind es unbeliebte Patienten, da sie im therapeutischen Umgang etliche Probleme bereiten. Im Seminar werden die wichtigsten Aspekte der Diagnostik und der Differentialdiagnostik dargestellt sowie Fragen der für diese Patienten typischen Übertragungsentwicklungen und die häufig auftretenden Gegenübertragungsphänomene diskutiert. Daraus ergeben sich spezifische Strategien für das bei ihnen indizierte therapeutische Vorgehen. Die theoretischen Ausführungen werden durch kasuistische Beispiele veranschaulicht.

N08 Mit Gegensätzen spielen in der Musiktherapie

Dr. sc. mus. Gitta Strehlow

Mit Gegensätzen spielen in der Musiktherapie

Dr. sc. mus. Gitta Strehlow

Dipl. Musiktherapeutin, Bethesda KH Bergedorf, Dunkelziffer e.V., Hamburg

Im Zentrum der psychodynamischen Musiktherapie steht das musikalische Handeln auf (un-)bekannten Instrumenten. Die freie Improvisation eröffnet mit Tönen und Rhythmen Beziehungsdialoge, die an implizit-prozedurale Erinnerungen anknüpfen. Die Improvisation als Handlungsraum ermöglicht konkretes Erleben, das einerseits vertraute Erfahrungen aufzeigt, andererseits aber auch verändert. Im Miteinander und im Gegeneinander kann Musik vitalisieren, beruhigen, neugierig machen, auch auf die Nerven gehen. Das kreative, musikalische Spiel mit Gegensätzen steht im Zentrum. Musik wird spannend, wenn Gegensätze verbunden werden, separiert werden oder gleichzeitig erklingen. Die Auseinandersetzung mit Bekanntem vs. Fremden, Dissonanz vs. Konsonanz und Chaos vs. Rhythmus wird auf dem musikalischen Weg zuhörend und aktiv spielend gesucht. Die musikalischen Erfahrungen werden reflektiert, durch theoretische Aspekte zur Musiktherapie ergänzt und auf die therapeutische Arbeit mit Patienten bezogen.

Keine musikalischen Vorkenntnisse erforderlich.

N09 Spaltungen im Ich und in der Gesellschaft

Prof. Dr. phil. Angela Morè

Spaltungen im Ich und in der Gesellschaft
durch transgenerationale Schuldweitergabe

Prof. Dr. phil. Angela Morè

Sozialpsychologin, Gruppenanalytikerin, Professorin am Institut für Soziologie der Leibnitz-Universität, Hannover

Schuldabwehr und -verleugnung durch Täter/innen führen bei deren Nachkommen zu psychischen Konflikten und unterschiedlichen sozialen Reaktionen. Diese reichen von (unbewusster) Schuldübernahme und Scham über Loyalitätskonflikte bis zur massiven Abwehr des unerträglichen Wissens oder Ahnens. In ihren Lebenskonzepten fühlen sich die Nachkommen zu Wiedergutmachungen gedrängt, neigen zu Opferbereitschaft oder setzen die Verleugnungstradition mit Projektionen und dem Wiederbeleben von Feindbildern und Vorurteilen fort. Dahinter verbirgt sich häufig eine tiefe innere Zerrissenheit, die dort, wo die Verleugnung aus einem gesellschaftlichen Zusammenhang entstammt, auch zu Spaltungsprozessen in der Gesellschaft führt. Die Psychodynamik und soziokulturellen Effekte sollen – im Vortrag und Seminar verdeutlicht werden.

N10 Ohne Spaltung keine Gewalt?

Dr. Markus G. Feil

Ohne Spaltung keine Gewalt?
Zum behandlerischen und gesellschaftlichen Umgang mit (sexuellen) Gewalttaten

Dr. Markus G. Feil

Leiter der Psychotherapeutischen Fachambulanz für Gewalt- und Sexualstraftäter, München

Spaltungen spielen in der klassischen psychoanalytischen Erklärung und psychotherapeutischen Behandlung von (sexueller) Gewalt gegen andere eine große Rolle. Man könnte sagen, ohne Spaltung - also im gesunden Zustand (?) - ist die Ausübung von Gewalt gegen andere theoretisch gar nicht möglich. Neuere psychotherapeutische Ansätze zur Erklärung und Behandlung von Gewalttätigkeit (wie bspw. die MBT) kommen ohne das Konzept der Spaltung aus. Im Seminar wird ein Überblick über mehr und weniger prominente Theorien gegeben und diese anhand eigener Fallbeispiele der Praxis des Referenten anzuwenden versucht. Falls gewünscht, wird den Seminarteilnehmenden ein Rahmen für intervisorische Fallbearbeitung zur Verfügung gestellt. Abschließend soll reflektierend auf den Umgang "der Gesellschaft", also von uns allen, mit gesellschaftlichen Gewaltphänomenen (z.B. beim Thema Terrorismus, im Hinblick auf rechte, linke und (zwischen-) staatliche Gewalt, im politischen Diskurs etc.) geschaut und die Frage nach der Integration gestellt werden.

N11 Transgenerationale Weitergabe von Traumata (ehemals D03)

Dipl.-Psych. Gabriele Amelung

Transgenerationale Weitergabe von Traumata
Folgen von Holocaust und Krieg in Behandlungen der zweiten u. dritten Generation

Dipl.-Psych. Gabriele Amelung

z.Zt. kommissarische Ausbildungsleiterin am DPG Institut, Hamburg

Im Seminar werden wir anhand von klinischen Beispielen untersuchen, ob - und wenn ja, welche - Folgen von Holocaust und Krieg wir in Behandlungen der zweiten und dritten Generation beobachten können. Dabei wird der Schwerpunkt auf der dritten Generation liegen. Im Mittelpunkt wird die Analyse von Übertragung und Gegenübertragung liegen mit der Frage, ob sich regelhaft eine bestimmte Dynamik feststellen lässt. Wir beginnen mit einer kurzen Selbsterfahrungssequenz, um die eigene Übertragung auf die/ den Patientin/en besser erfassen zu können. Zum weiteren Verständnis werden Texte von Bohleber, Benjamin, Lohl u.a. herangezogen. Abschließend werden wir diskutieren, inwieweit unsere Befunde auf andere Gruppen von Patient*innen (z.B. Geflüchtete) übertragbar sein können. Eigenes Fallmaterial ist sehr erwünscht.