Die Doppelseminare finden Montag bis Donnerstag jeweils 11.30 bis 13.00 Uhr und 16.30 bis 18.00 Uhr statt. Doppelseminare bestanden somit aus acht – nicht vier – Modulen.

Sie können für 280,- € gebucht werden (zzgl. zum Grundbetrag).

Die Teilnehmerzahl je Seminar ist auf 12-15 begrenzt.

Für die vollständige Teilnahme erhalten Sie insgesamt 16 Fortbildungspunkte.

D01 Von Herzschmerz und Kopfzerbrechen

Dr. phil. Dipl.-Psych. Annegret Boll-Klatt
Dipl.-Psych. Mathias Kohrs
DIESES SEMINAR IST AUSGEBUCHT!!

D01 DIESES SEMINAR IST AUSGEBUCHT!!
Von Herzschmerz und Kopfzerbrechen
Aktuelle psychosomatische Krankheitsmodelle in den Psychodynamischen Therapieverfahren

Dr. phil. Dipl.-Psych. Annegret Boll-Klatt

Leiterin der Ambulanz des Instituts für Psychotherapie der Universität Hamburg

Dipl.-Psych. Mathias Kohrs

Psychoanalytiker in freier Praxis, Hamburg

Obwohl die Geburtsstunde der Psychoanalyse in der Arbeit mit hysterischen – sprich psychosomatischen - PatientInnen schlug, werden psychosomatische Diagnosen von ambulanten psychodynamischen BehandlerInnen heute relativ selten gestellt. Fragt man psychodynamische TherapeutInnen, welche theoretischen psychosomatischen Krankheitskonzepte sie in ihren Behandlungen nutzen, so folgt meistens der Verweis auf die Konversion und auf die sog. zweiphasige Verdrängung. Beide folgen einem Trieb-Abwehr-Modell.
Aus klinischer und empirischer Perspektive brauchen wir aber sehr viel differenziertere Modellvorstellungen, um die Heterogenität psychosomatischer Störungen und Erkrankungen adäquat verstehen und behandeln zu können. So sollen neben einem aktuellen Verständnis der Konversion und der Somatisierung die Hypothesen zur Alexithymie und Mentalisierung, u.a. in Verbindung kleinianischen Konzepten, die biopsychosozialen Krankheitsmodelle sowie das Embodiment-Konzept vertiefend dargestellt und anhand von Fallbeispielen der Teilnehmenden im Hinblick auf ihren konkreten Nutzen in der Therapie geprüft werden.

D02 Körper haben, Körper sein

Dr. med. Werner Geigges
Dipl.-Psych. C. Schrader

D02 Körper haben, Körper sein
Psychoanalyse und Integrierte Psychosomatische Medizin im Dialog, Theorie-Praxis-Seminar

Dr. med. Werner Geigges

Chefarzt der Psychosomatischen Rehaklinik Glotterbad, Thure von Uexküll Akademie

Dipl.-Psych. C. Schrader

Niedergelassene Psychoanalytikerin, Mitbetreiberin des Instituts für Alterspsychotherapie und Angewandte Gerontologie, Marburg

Relevante psychoanalytische Konzepte (die körperliche und zwischenleibliche Dimension in der Psychoanalyse, Embodiment, Körperbild und Körperselbst, Psyche-Soma-Diskonnexion, Subjekt-Objekt-Organ-Verschmolzenheit) sowie die von Th. von Uexküll entwickelten Theorie-Modelle einer nichtdualistischen-, integrierten Heilkunde (Konstruktivismus, Zeichentheorie, Systemtheorie) werden einführend erläutert; ebenso das Modell von Krankheit als Passungsstörung auf unterschiedlichen Systemebenen. Die Methode der Reflektierten Kasuistik (von Uexküll) und die Balintgruppenarbeit werden erläutert, so dass auf diesem Hintergrund anhand von Kasuistiken der TeilnehmerInnen unterschiedliche Zugangswege zu Patientenwirklichkeiten erarbeitet und diagnostische und therapeutische Folgerungen formuliert werden können. Einführend werden die therapeutischen Konzepte einer am systemischen Modell der Selbstorganisation orientierten Prozess-Arbeit der Psychotherapie und die Arbeit mit nicht repräsentierten Zuständen erläutert. Die TeilnehmerInnen werden gebeten, eigene PatientInnen vorzustellen.

D03 Verstehen heißt Antworten

Dr. med. Wolfgang Kämmerer

D03 Verstehen heißt Antworten
Das Körpersymptom als Anrede

Dr. med. Wolfgang Kämmerer

Psychoanalytiker, Unterricht an verschiedenen Instituten, Praxis für Psychoanalyse und
Psychotherapie, Hannover

Dynamische Psychotherapie beruht auf Verstehen und Antworten. Körperliche Beschwerden scheinen sich dem zu entziehen. Körperbeschwerden eröffnen, wie etwa die Szene, einen Zugang zum unbewussten inneren Erleben des Patienten. Wird dies intersubjektiv betrachtet und in eine für beide sinn- und bedeutungsvolle Sprache übersetzt, eröffnet sich ein oft geradezu poetischer Dialog. Ein empathisch-resonanter
Behandler wird die körperliche und affektive Befindlichkeit des Patienten unbewusst leiblich mit-erleben. Fasst man dies als Anrede auf, lässt sich assoziativ-bildhaft deren Sinn und Bedeutung erfassen und nach Antworten suchen. Die Vitalitätsveränderungen beider Beteiligter validieren dies verlässlich. 
An Kasuistiken der Teilnehmer wird die Übersetzung in Sprache oder Fokalsatz erarbeitet. Vorkenntnisse sind erwünscht.

D04 Psychodynamische Gruppentherapie mit Patienten mit körperlichen Beschwerden

Dipl.-Psych. Prof. Dr. Bernhard Strauß

D04 Psychodynamische Gruppentherapie mit Patienten mit körperlichen Beschwerden

Dipl.-Psych. Prof. Dr. Bernhard Strauß

Direktor des Instituts für Psychosoziale Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Jena

In dem Seminar soll auf der Basis aktueller Konzepte der psychodynamischen Gruppenpsychotherapie versucht werden, strukturelle Merkmale der Gruppe und (durchaus spielerische) Interventionsansätze zu diskutieren, die (auch) für Patienten mit körperlichen Beschwerden (z.B. somatoforme Störungen) geeignet sind. Nach Möglichkeit basierend auf den Erfahrungen der TeilnehmerInnen werden spezifische Aspekte der Gruppendynamik und Möglichkeiten veranschaulicht, wie entsprechende
Gruppenangebote im ambulanten, aber auch im (teil-) stationären Rahmen gestaltet werden können.
Ein wesentlicher Aspekt wird zudem die Frage sein, wie Patienten auf die Gruppe vorbereitet und über die Ziele und Arbeitsweise der Gruppe aufgeklärt werden können. Neben der Vermittlung von Konzepten und Behandlungsansätzen sollte das Seminar möglichst interaktiv gestaltet werden.

D05 ”Frühe Formen des Erlebens“ und ihre klinische Relevanz

Dipl.-Psych. Andreas Weber-Meewes

D05 ”Frühe Formen des Erlebens“ und ihre klinische Relevanz
Wie wir uns die frühe Entwicklung vergegenwärtigen und klinisch bedeutsame Folgen frühen Erlebens erkennen können

Dipl.-Psych. Andreas Weber-Meewes

Psychologischer Psychotherapeut, Praxis für Psychoanalyse und Psychotherapie für Erwachsene und KJP, Hamburg

In der ersten Lebenszeit werden die Grundlagen der gesamten psychischen Entwicklung gelegt. Thomas H. Ogden gelang in der Aufsatzsammlung "Frühe Formen des Erlebens" nicht nur, das frühe Erleben und seine klinische Relevanz mit treffenden und berührenden Worten zu beschreiben, sondern auch die inhaltliche Synthese zentraler Bausteine des Winnicott´schen und des kleinianischen Denkens: er ergänzt die Dualität von paranoid-schizoider und depressiver Position um eine dritte, die autistisch-berührende Position. In ihr entwickelt sich zuerst ein Gefühl des Gehaltenseins, nicht nur im Miteinander von Mutter und Kind, sondern auch in den Kontinuitäten körperlicher Empfindungen. Die TeilnehmerInnen sollen das Buch, in dem sich auch viele klinische Beispiele finden, vorbereitend lesen. In den Seminarsitzungen lassen sich die Inhalte dann entlang der Fragen und Anmerkungen der TeilnehmerInnen vertiefend erarbeiten. Das Seminar eignet sich sowohl für relative
Anfänger, als auch für erfahrene Therapeuten.