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In der Wohngruppe leben 10 demenziell Erkrankte, die in ihrer Krankheit weit fortgeschritten sind und in der Regel ein herausforderndes Verhalten zeigen.
Mit dieser Gruppe nehmen wir am "Hamburger Programm zur besonderen stationären Dementenbetreuung" teil.
Unser Ziel ist, den Erkrankten ein Leben mit ihrer Krankheit zu ermöglichen. Sie bestimmen, was in der jeweiligen Situation für sie richtig ist. Unsere Werte und Normen sind nicht mehr der Maßstab.
Die Mitarbeiter sind für ihre Aufgabe, das befristete Wohnen mit den Erkrankten, aus- und fortgebildet.
Zur Verbesserung der Lebensqualität trägt unseres Errachtens vor allem der Verzicht auf Einschließen, Fixieren und Sedieren bei. Hier haben wir uns ein hohes Ziel gesetzt, welches wir nachweislich in der täglichen Arbeit erreichen.
Der Einsatz von sedierenden Medikamenten lässt sich unseres Errachtens nur dann vertreten, wenn dadurch nachhaltig die individuelle Situation der Erkrankten verbessert wird, nicht jedoch, um das "Handling" der Betroffenen zu erleichtern.
Die Wohngruppe bietet den Betroffenen mit dem besonderen personellen Hintergrund, der architektonischen Gestaltung des Gebäudes und dem milieutherapeutischen Ambiente einen weitgehend angst- und damit stressarmen Raum. Daraus resultiert die Wahrscheinlichkeit, dass Verhaltensauffälligkeiten und der Bedarf an Psychopharmaka minimiert werden können. Gleichzeitig werden die Belastungen für die Betroffenen selbst, die Mitbewohner sowie die Mitarbeiter reduziert.
Dies alles trägt zur Steigerung des Wohlbefindens der Bewohner und damit zu einer besseren Lebensqualität bei.
Das Leben in der Wohngruppe, die nach dem Domusprinzip gestaltet und ausgelegt ist, ist dazu geeignet, die Betroffenen
Der Tagesverlauf wird von den Mitarbeitern der Wohn-/Pflegegruppe gemeinsam mit den Bewohnern gestaltet. Bei allen Aktivitäten werden die aktuellen Befindlichkeiten der Bewohner, ihre besonderen Bedürfnisse, ihre individuellen Grenzen sowie ihre biografischen Hintergründe beachtet.
Die Tagesgestaltung ist so angelegt, dass sich die allgemein üblichen Lebensgewohnheiten wiederfinden. Aktivitätsphasen wechseln sich mit Ruhephasen ab. Manuelle oder musische Aktivitäten werden angeboten und gefördert, aber auch das einfache Nichtstun akzeptiert.
Zur ganzheitlichen Pflege und Betreuung kommen in der Wohngruppe neben den Altenpflegern, die zum Teil eine gerontopsychiatrische Zuatzqualifikation haben, Elemente der Musik- und Ergotherapie zum Tragen.
Die Angehörigen sind jederzeit willkommen und eingeladen, sich mit ihren Fähigkeiten und entsprechend ihres zeitlichen Rahmens in die Betreuung und Pflege des Erkrankten einzubringen.
Angehörige, die regelmäßig den Kontakt zu ihrem Erkrankten halten, können für diesen einzelnen Menschen eine wichtige Funktion hinsichtlich des persönlichen Wohlbefindens ausüben. Das Vertrautsein mit dem Angehörigen kann durch den Wiedererkennungseffekt ein Gefühl der Sicherheit und damit Angstminderung erzeugen.
Im gesamten Spektrum der Arbeit im Max Herz-Haus gilt der Grundsatz: Angehörige sind Teil der Arbeit, keine "fremden" Besucher. Sie gehören zu ihrem Kranken und sind Teil seines Lebens.
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