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Afghanistan 2008.
Immer noch herrscht Gewalt in dem zerstörten Land.
Es gibt täglich viele Opfer, viele Leidtragende - vor allem Kinder.
Die medizinische Versorgung ist weitgehend zerstört.
Von Entspannung kann nicht die Rede sein.
Nach wie vor hat das Land am Hindukusch die dritthöchste Kindersterblichkeitsrate der Welt.
Zurzeit können nirgendwo in Afghanistan Kinder am Herzen operiert werden.
Doch Hassena und Harun konnte geholfen werden.
Das sie am Leben sind verdanken sie den Ärzten und Pflegern des Albertinen-Krankenhauses und einem Projekt der Albertinen-Stiftung.
Beide Kinder waren mit einem Loch im Herzen auf die Welt gekommen.
Inzwischen können Harun und Hassena wieder lachen.
Ein Verdienst aller Beteiligten des Projektes "Herzbrücke".
Ein Projekt, das nur mit Leben erfüllt werden kann, weil vielen Menschen das Schicksal der schwerkranken Kinder nicht egal ist.
Ohne diese große Spendenbereitschaft gäbe es die Herzbrücke nicht.
Die erfahrenen Ärzte des Albertinen-Krankenhauses haben dieses Projekt ins Leben gerufen.
Ohne Honorar kämpft das OP-Team um das Leben der schwerkranken Patienten, die überwiegend aus stark verarmten Familien stammen.
Ein Engagement, das alles andere als selbstverständlich ist.
Auch Pfleger und freiwillige Helfer opfern einen Großteil ihrer Freizeit für das einmalige Projekt.
Alle gemeinsam wünschen sich vor allem eines: möglichst vielen Kindern das Leben zu retten.
Die Situation in Afghanistan: Es ist nicht so, dass diese Kinder da behandelt werden können und deshalb ist es für die Familien und die Kinder enorm wichtig, dass sie nach Deutschland kommen, und dass sie in einem Krankenhaus operiert werden.
Das ist lebenswichtig, lebensrettend für die Kinder.
Die kleine Hassena schluckt mutig die Beruhigungsmittel der deutschen Ärzte.
Sie vertraut den Männern und Frauen, deren Sprache sie nicht einmal versteht.
Ohne Operation würde die Fünfjährige ihren nächsten Geburtstag wohl nicht mehr erleben.
Die Herz-Lungen-Maschine übernimmt für eine Weile die Funktion ihres wichtigsten Organs.
Das Loch in ihrer Herzwand wird mit einem Stück Rinderherz geflickt.
Als Vater von sechs Kindern berührt mich das ganz besonders.
Ich sage: Jedes Kind sollte eine Chance haben auf ein normales Leben und ich kann hier mit einer vergleichsweise einfachen Operation, nämlich dass ich ein kleines Loch zu stopfe, hätte ich beinahe gesagt, oder mit einem kleinen Patch verschließe, das Leben, zumindest von medizinischer Seite, völlig normalisieren.
Und das ist etwas Großartiges.
Bis jetzt konnte das Projekt "Herzbrücke" 27 Kindern durch eine OP helfen.
Doch auch der Heilungsprozess danach ist wichtig.
Hassena hatte Glück: Die Albertinen-Stiftung fand eine Gastfamilie für sie.
So wir für alle Kinder, die über die Herzbrücke nach Hamburg kommen.
Und sie fand Spender, die die Kosten für ihre Operation aufbringen.
Das sind im Durchschnitt 11.000 Euro pro Kind.
In 2008 haben wir 15 Herzbrücke-Kinder erfolgreich bei uns operieren können.
Und das war nur möglich, weil viele, viele Spenden uns erreicht haben wofür wir auch sehr dankbar sind.
Diese Spenden brauchen wir auch in Zukunft, denn wir möchten auch weiterhin afghanische Kinder, die sonst keine Überlebenschance haben hier zu einer Herzoperation ins Albertinen-Krankenhaus holen.
Darüber hinaus möchten wir die Arbeit aber auch vertiefen, indem wir afghanische Ärzte und Pflegekräfte zu uns nach Hamburg ins Albertinen-Krankenhaus einladen zu einer Weiterbildung.
Dazu benötigen wir auch Hilfe von Spenderinnen und Spendern.
Als Ärzte wollen wir Leben retten.
Dazu brauchen wir ein gutes Team und auch eine gute Ausrüstung.
All das ist bekannterweise in Afghanistan nur sehr unvollständig oder überhaupt nicht mehr vorhanden.
Und darum wollen wir ärztliche und pflegerische Mitarbeiter aus Afghanistan in unser Herz-Zentrum holen und sie fortbilden.
Dabei hilft uns sehr, dass wir afghanische Mitarbeiter bei uns im Team haben, die der Sprache mächtig sind.
Wir wollen, dass ist unser Ziel, Mitarbeiter aus Afghanistan so motivieren, dass sie in ihrem Land eine eigene medizinische Infrastruktur aufbauen können und dann Kindern, die wir bislang hier operieren müssen, weil es eine andere Hilfe in Afghanistan gar nicht gibt, dass man diese Operation vielleicht in Zukunft auch im eigenen Land wird durchführen können.
Diese Kinder wollen leben.
In ihren Herzen und Händen liegt die Zukunft ihres Landes.
Diese Kinder wollen leben.
Und dafür brauchen sie medizinische Hilfe und Ihre Unterstützung.
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