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Lexikon der Medizin

Stent

Seit Anfang der 80. Jahre werden zunehmend Gefäßstützen (Stents) in der Behandlung der Herz- und Gefäßleiden eingesetzt. Dabei handelt es sich um Röhren aus Metall, die geflochten, gewoben oder aus einem Rohr mittels Laser geschnitten werden. Aber auch Stents aus Kunststoffen oder resorbierbare Materialien werden eingesetzt. Die heutzutage gängigen Stents sind aus medizinischem Edelstahl oder Nickel-Titan- oder Cobalt-Legierungen. Je nach Material sind die Stents biegsam und flexibel oder steif mit hoher Radialkraft. Üblicherweise sind die Stents in aufwendigen Verfahren elektropoliert und elektroneutral. Hierdurch reduziert sich die Reaktion des Körpers auf den "Fremdkörper" im Gefäß.

Man kann zwei Stenttypen unterscheiden:

  1. Ballonexpandierbare Stents
    Diese Stents sind meistens aus Edelstahl und sind auf einem Dilatationsballon aufgebracht. Wird dieser im Gefäß aufgedehnt dann entfaltet sich der Stent automatisch mit. Beim Zusammenfalten des Ballons behält der Stent seine Form und verbleibt so im Gefäß. Dieser Stenttyp ist meist etwas rigider und hat höhere Radialkraft, was ihn insbesondere bei wenig geschlängelten aber verkalkten Läsionen zum Einsatz bringt.
  2. Selbstexpandierbare Stents
    Stents mit einem Formgedächtnis. Dabei werden sie auf ein Trägersystem gebracht und können durch Zurückziehen einer Membran langsam freigesetzt werden. Dabei versuchen sie sofort ihre eigentliche Größe anzunehmen und legen sich so der Gefäßwand an. Diese Stents verfügen über eine hohe Flexibilität bei etwas reduzierter Radialkraft. Durch seine Selbstexpansionskraft ist er neben geschlängelten Gefäßen besonders für Gefäßregionen geeignet die von außen komprimiert werden könnten (z.B.Halsschlagadern, unterer Oberschenkel)

Primäre Indikationen sind:

  • Beckengefäßverschlüsse
  • Halsschlagaderengen
  • Aortanahe Nierenschlagaderengen
  • Massive Gefäßverkalkungen

Sekundäre Indikationen sind:

  • Unzureichendes Ballondilatationsergebnis (bei Enge > 30% oder erhöhtem Druckgradient im Gefäß)
  • erhöhte Gefäßspannung (recoil)
  • Gefäßeinrisse (Dissektionen)
  • Restenose

Nach etwa 6-8 Wochen ist der Stent im Gefäß eingewachen, d.h. es hat sich eine neue Gefäßinnenwand (Intima) über die Stentstreben gebildet. Um dieses Einwachsen zu unterstützen sollte neben der Dauermedikation von 100 mg Acetylsalizylsäure (Aspirin)/Tag eine begleitende Medikation über 6 Wochen mit 75 mg Clopidogrel/Tag erfolgen. Hierdurch läßt sich sowohl die Thomboserate, als auchdie Restenoserate reduzieren.


Nebeninhalte - Teil 2


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