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Grundsätzlich konnte in den letzten Jahren bei allen Narkoseformen ein ausgesprochen hoher Sicherheitsstandard erreicht werden. Dies ist nicht zuletzt auf die kontinuierliche Betreuung jedes Patienten durch "seinen" Anästhesisten zurück zu führen, wobei für jede Narkose der Facharztstandard sichergestellt wird.
Durch die verbesserten technischen Möglichkeiten der Narkoseführung, der Patientenüberwachung sowie den Einsatz moderner, gut steuerbarer Medikamente konnte das Anästhesierisiko in den letzten Jahren ständig weiter verringert werden. So sind heute mit einem hohen Maß an Sicherheit selbst ausgedehnte Operationen über viele Stunden durchführbar, auch bei Patienten mit kardialen Vorerkrankungen sowie bei sehr alten Patienten.
Trotzdem ist die Durchführung einer Narkose wie jede andere medizinische Behandlung nicht völlig frei von Risiken. Das Risiko, im Rahmen einer Narkose zu versterben, liegt statistisch heute bei einem Todesfall auf circa 200.000 durchgeführte Narkosen. Im Jahr 1980 waren es noch circa 20 Todesfälle bei circa 200.000 Narkosen. Über die allgemeinen sowie Ihre spezifischen Risiken wird Sie Ihr Anästhesist im Rahmen des Prämedikationsgespäches aufklären.
Das ist eine vielfach geäußerte Befürchtung von Patienten. Während der OP unbemerkt aufzuwachen, alles mithören zu müssen, die Geräusche von Bohrern und Sägen, das Schlürfen der Sauger, die Gespräche von Chirurgen und Anästhesisten... Vielleicht sogar unsägliche Schmerzen ertragen müssen...? Und keine Möglichkeit, sich bemerkbar zu machen: ein Beatmungsschlauch in der Luftröhre, angeschnallt auf dem OP-Tisch, bewegungsunfähig, vollgepumpt mit muskelerschlaffenden Medikamenten.
In der Tat, eine schreckliche Vision. Und hat man nicht schon mal gehört, dass jemand während der Narkose aufgewacht ist? Wie war das noch gleich mit den Berichten in Zeitschriften über Wachheitsphasen während der Narkose...?
Da tröstet es kaum, dass derartige Ereignisse offenbar extrem selten sind. Wer garantiert mir also, dass so etwas nicht bei mir passiert?
Wir, das Anästhesie-Team des Albertinen-Krankenhauses. Durch die kontinuierliche Registrierung der Gehirnströme (EEG) haben wir die Möglichkeit, die Schlaftiefe zu erfassen und damit die Narkose den Erfordernissen entsprechend optimal anzupassen nach dem Motto:
So viel Narkose wie nötig, so wenig Narkose wie möglich.
Durch die kontinuierliche EEG-Überwachung können somit nicht nur zu flache Narkosen vermieden werden, sondern auch unnötig tiefe Narkosen. Dadurch können auch unerwünschte Nebenwirkungen der Narkose vermindert werden, wie zum Beispiel postoperative Kreislaufprobleme, Atmungsprobleme, Narkoseüberhang und so weiter.
Für alle Eingriffe, bei denen mit höheren Blutverlusten gerechnet werden muss, werden Blutkonserven bereitgestellt, die bei lebensbedrohlichen Blutverlusten gegeben werden.
Bei einigen Eingriffen besteht zudem die Möglichkeit, Blut aus dem Operationsgebiet aufzufangen und dem Organismus nach entsprechender Aufarbeitung wieder zurückzugeben (Einsatz eines sogenannten Cellsavers). Fragen Sie Ihren Anästhesisten, ob diese Möglichkeit bei Ihrer Operation in Betracht gezogen wird!
Bei den allermeisten Operationen ist allerdings heute keine Bluttransfusion mehr notwendig. Die in Deutschland verwendeten Blutkonserven werden auf infektiöse Erreger untersucht und vor Keimbesiedelung geschützt aufbewahrt. Sie gehören mit zu den sichersten weltweit. Natürlich sind alle Blutkonserven auf HIV-Erreger (AIDS) oder Hepatitis-Erreger getestet. Trotzdem kann das Risiko einer Infektion nicht mit hundertprozentiger Sicherheit ausgeschlossen werden. Dieses Restrisiko beträgt zum Beispiel für HIV circa eins auf eine Million Transfusionen.
Eine Alternative bei länger planbaren größeren Operationen, wie zum Beispiel Hüftprothesen, ist die Eigenblutspende einige Wochen vor der Operation. Dieses Blut wird bis zur Operation gekühlt aufbewahrt und bei Bedarf transfundiert.
Befragt man Patienten nach ihren Erinnerungen an frühere Narkosen, so werden besonders häufig Übelkeit und Erbrechen genannt. Obwohl an sich kein lebensbedrohlicher Zustand, ist die Beeinträchtigung des Wohlbefindens doch ganz erheblich. Grundsätzlich können nach Operationen in Allgemein- und Regionalanästhesien Übelkeit und Erbrechen auftreten. Dieses Phänomen hängt von verschiedenen, auch veranlagungsbedingten Faktoren ab.
Durch moderne Anästhesieverfahren und die Gabe vorbeugender Medikamente kann diese unangenehme Begleiterscheinung in ihrer Häufigkeit stark reduziert werden. Wesentlich seltener unter Schwindel, Übelkeit und Erbrechen leiden operierte Patienten, wenn – wie im Albertinen-Krankenhaus – auf den Einsatz von Lachgas und anderen Narkosegasen verzichtet wird. Wir haben damit bundesweit eine Vorreiterrolle übernommen.
Sollten dennoch Übelkeit und Erbrechen auftreten, stehen eine Reihe von therapeutischen Maßnahmen zur Verfügung. Falls nach einer früheren Anästhesie schon einmal Übelkeit und Erbrechen auftraten oder Sie besonders leicht unter Reisekrankheit leiden, können schon während der Narkose Medikamente zur Vorbeugung gegeben werden. Im Rahmen des Prämedikationsgesprächs sollten Sie den Anästhesisten hierauf besonders hinweisen.
Hautdesinfektion sowie Flüssigkeits- und Wärmeverluste aus dem Operationsgebiet führen während der Operation zu einem Abfall der Körpertemperatur, sofern keine geeigneten Gegenmaßnahmen getroffen werden. Bereits bei der Ankunft im OP werden Sie in vorgewärmte Frotteedecken gehüllt. Während der Operation werden Sie mit speziellen Decken mit einem Warmluftgebläse gewärmt. Zusätzlich werden die Infusionen sowie gegebenenfalls auch Blutkonserven vorgewärmt. Durch diese Maßnahmen kann unangenehmes Kältezittern nach der Operation vermieden werden.
Schmerzen nach einer Operation sind nicht vollständig zu vermeiden, sie können aber auf ein erträgliches Maß reduziert werden.
Überdauert die Schmerzsymptomatik die erste postoperative Phase, zum Beispiel nach größeren Operationen, wird die Schmerztherapie auf der Normalstation fortgesetzt. In der Regel werden mehrere unterschiedliche Medikamente miteinander kombiniert, um die spezifischen Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen zu reduzieren. Eingesetzt werden Tabletten, Zäpfchen, subkutane und intravenöse Injektionen sowie Infusionen.
In besonderen Fällen kann auch eine spezielle Motorspritzenpumpe angeschlossen werden, die auf Knopfdruck des Patienten eine genau dosierte Menge eines Schmerzmittels in die Vene abgibt. Der entscheidende Vorteil dieser sogenannten patienten-kontrollierten Analgesie (patient-controlled-analgesia, PCA) ist, dass die Schmerzmittelgabe den individuellen Bedürfnissen entsprechend angepasst wird. Durch individuell programmierbare Sicherheitsgrenzen kann eine unerwünschte Überdosierung der Schmerzmittel dennoch verhindert werden.
Alternativ beziehungsweise in Kombination werden auch regionale Schmerztherapieverfahren wie die Periduralanalgesie vor allem nach großen Eingriffen, zum Beispiel im Oberbauch oder bei Gelenkersatzoperationen, eingesetzt.
Ein Akutschmerzdienst für die Behandlung akuter Schmerzzustände steht 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Für stationäre Patienten mit chronischen Schmerzen kann der Stationsarzt einen Anästhesisten für eine Schmerztherapie anfordern.
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